DOOMSWORD: Let Battle Commence

Auch bei beim Drittwerk muss eigentlich gar nicht viel mehr gesagt werden, wer das Vorgängeralbum mochte, der wird nach nur wenigen Durchläufen die neue Scheibe lieben und wer auf ehrlich und mitreißend gemachten Epic Metal der schleppenden Sorte steht und DOOMSWORD bislang immer schön ignoriert hat, der sollte spätestens jetzt zuschlagen – Let Battle Commence!!!

Die Italiener DOOMSWORD haben es bereits mit nur zwei Alben geschafft als feste Größe im Metal Underground gehandelt zu werden und speziell wenn es um das Sub-Genre Epic Metal geht derzeit wohl einer der interessantesten und hoffnungsvollsten Acts. Nachdem beim Debüt die Vorstellung des eigenen Sounds und das Konzept hinter der Band noch nicht so ganz ausgereift zu sein schien, war spätestens mit dem Zweitwerk klar, dass Viking Metal in einer traditionelleren Metalform das sein soll, was man in Zukunft machen möchte.

Resound the Horn war dazu genau der richtige Grundstein um nun mit Let Battle Commence noch mal einen drauf zu legen und noch konsequenter vorzugehen.

Das dritte Album einer Band soll oft etwas besonderes sein und auch wenn dieser Gedanke bei DOOMSWORD nicht im Vordergrund stand ist das neue Werk etwas ganz besonderes geworden – ein eindrucksvolles Konzeptalbum über Ivarr the Boneless (Beinlaus) und dessen Einfall auf Großbritannien. Und damit hat sich Bandkopf Deathmaster auch gleich eine historische Begebenheit als Grundlage für das Album gewählt die auf der einen Seite die Wikingeratmosphäre voll auszufüllen, auf der anderen Seite aber in seiner Bedeutung eine andere Seite der im Metal gern verbreiteten Klischees über die wilden Wikinger darzustellen vermag. So ist Let Battle Commence auch weniger ein kriegsverherrlichendes Historienwerk geworden sondern mehr ein Konzept das sich mit menschlichen Gefühlen beschäftigt und gleichzeitig hintergründig mit lange gepflegten Klischees aufräumt.

Lange Zeit scheint sich der Sänger mit der Thematik auseinander gesetzt zu haben und dem ganzen ein

Soundgewand verpasst, das nach einigen Hördurchläufen mit einer unglaublichen Intensität daherkommt. Von den im Vorfeld oft gemachten Vergleichen mit BATHORY sollte man sich dabei nicht zu sehr in die Irre führen lassen und falsche Erwartungen hegen. Sicher sind viele Einflüsse auszumachen – die Chöre, die Soundsamples oder schon der ruhige Beginn des Openers Heathen Assault, der fast wie eine Hommage an Shores in Flames wirkt. Tatsächlich haben DOOMSWORD aber eine recht unterschiedliche Herangehensweise an die Kompositionen und einen ganz eigenen Sound. Dieser kommt nicht so kraftvoll und intensiv daher wie der, den Quorthon einst erschaffen hat und der zur größten Inspirationsquelle des Viking Metals geworden ist. Und doch wird man nach einer kurzen Eingewöhnungsphase voll von der Atmosphäre der Musik gepackt, wenn z.B. bei Woden´s Reign die Hörner im Hintergrund erschallen läuft es einem eiskalt den Rücken runter und der AMON AMARTH-Effekt (der Drang stets mit geballter Faust und ausgestreckten Armen vor den Boxen zu stehen) ist voll da. Interessant dabei dass DOOMSWORD alles andere als geradlinig zu Werke gehen, im Grunde erschlägt man den Hörer mit unkonventionellen Songstrukturen und komplexen Abläufen und doch weisen alle Stücke nach kurzer Zeit eine unglaubliche Eingängigkeit auf. Da passt das teils vertrackte Schlagzeugspiel von Neuzugang Wrathlord wie die Faust aufs Auge und ist geradezu Beispielhaft dafür, wie es diese Band schafft trotz dieser Eigenwilligkeiten die Atmosphäre stets zu erhalten und diese sogar zu unterstreichen.

Bei den leider nur sieben Songs ist kein Ausfall zu erkennen, jedes einzelne Stück erfüllt seinen Zweck und ist mit dem richtigen Eigenleben erfüllt, so dass das Album auch genug Abwechslung bietet und eine sehr kurzwillige Angelegenheit geworden ist. So mag man bei einem bestimmten Stück eigentlich gar nicht von einem Höhepunkt sprechen denn beim nächsten Hördurchlauf erkennt man wieder einen anderen Song als solchen an, am herausragendsten ist aber sicherlich My Name will live on mit seinem mehrschichtigen und eindringlichen Gesang geworden, das ursprünglich für Deathmasters und Forgers Sideprojekt AESIR geschrieben wurde und bei dem der Frontmann stimmlich aus den Vollen schöpft.

Auch bei beim Drittwerk muss eigentlich darüber hinaus gar nicht viel mehr gesagt werden, wer das Vorgängeralbum mochte, der wird nach nur wenigen Durchläufen die neue Scheibe lieben und wer auf ehrlich und mitreißend gemachten Epic Metal der schleppenden Sorte steht und DOOMSWORD bislang immer schön ignoriert hat, der sollte spätestens jetzt zuschlagen – Let Battle Commence!!!

Veröffentlichungstermin: 25.09.03

Spielzeit: 52:57 Min.

Line-Up:
Deathmaster: vocals

The Forger: rythm guitar

Guardian Angel II: lead guitar

Dark Omen: bass

Wrathlord: drums

Produziert von Alex Festa
Label: Dragonheart / Metal Blade

Hompage: http://www.truemetal.org/doomsword

Tracklist:
1. Heathen Assault

2. In the Battlefield

3. Woden´s Reign

4. Deathbringer

5. The Siege

6. My Name will live on

7. Blood Eagle