DEVIL MAY CARE: Divine Tragedy

“Divine Tragedy” überzeugt mit Liebe zum Detail: Der geradlinige Post Hardcore setzt auf erprobte Strukturen, gefällt aber dank griffiger Hooks und stimmigem Songwriting.

Das Auge fürs Detail macht’s. Man muss nicht immer alle Fundamente niederbrennen und Erprobtes einreißen – wenn wir heutzutage zu Post Hardcore greifen, dann wissen wir in aller Regel bereits, was uns erwarten wird. Und das ist vollkommen okay, besonders wenn eine Band wie DEVIL MAY CARE mit Sorgfalt ans Werk geht. Die geschmackvolle Aufmachung lässt bereits vorab durchklingen, dass es das Quartett mit ihrer Musik ernst meint – bestätigt wird das im weiteren Verlauf ganze 13 Mal.

Denn Durchhänger oder Schwächen erlaubt sich die Band nicht – „Divine Tragedy“ zeichnet sich durch eine Konstanz aus, die wir in dieser Form eher von den etablierten Szenegrößen erwarten würden. Dass DEVIL MAY CARE dabei grundsätzlich üblichen Songschemata folgen, ist kein Kritikpunkt per se: Das Material geht schnell ins Ohr, wo sich die catchy Hooks von „Prisoner“, „Shutdown“ oder „Calm Waters“ hartnäckig festsetzen, während im Hintergrund genug passiert, um auch wiederholte Durchläufe interessant zu halten.

Trotz seiner Geradlinigkeit kann “Divine Tragedy” überzeugen

Da wäre der schön knurrende Bass in „Painter“ und „Delirium“ oder die über die Platte hinweg liebevoll arrangierten Gitarren, die dem aufrüttelnden Drumming stets ein paar wunderbare Melodien entgegenstellen. Dieses etablierte Spiel der Kontraste gehört natürlich zum Genre und findet seine Entsprechung in den variablen Vocals, die zwischen giftigen Screams und stechendem Klargesang rangieren – besonders gut zu hören ist diese Bandbreite im treibenden „Into The Abyss“.

Aus diesen Gründen funktioniert „Divine Tragedy“ trotz seiner Geradlinigkeit ausgesprochen gut, zumal „Delirium“ zwischendurch mit einem coolen Rap-Part von SPERLINGs Johannes Gauch Aufsehen erregt. Mit der Quasi-Powerballade „New Old Life“ und dem nachdenklichen „Tragedy“ erforschen DEVIL MAY CARE anschließend ihre emotionalere Seite, ohne jedoch das vorherrschende Drei-Minuten-Korsett nennenswert zu sprengen. Ein Durchbrechen dieser Komfortzone wäre sicherlich eine spannende Angelegenheit, soll der Band aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorgehalten werden. Schließlich ist „Divine Tragedy“ als Genrewerk im erweiterten Umfeld von THE BLACKOUT ARGUMENT oder ANNISOKAY schon jetzt nicht nur konkurrenzfähig, sondern sogar über alle Maße schlüssig. Beachtlich, was ein bisschen Liebe zum Detail so ausmachen kann.

Veröffentlichungstermin: 05.11.2021

Spielzeit: 42:53

Line-Up

Tim Heberlein – Vocals, Gitarre
Lukas Esslinger – Gitarre
Moritz Hillenbrand – Bass
Joachim Lindner – Drums

Produziert von Nico Gwozdz (Mix / Mastering)

Label: Uncle M Music

Homepage: https://devilmaycare.band/
Facebook: https://www.facebook.com/devilmaycare.band

DEVIL MAY CARE “Divine Tragedy” Tracklist

1. Outcry
2. Painter
3. Into The Abyss (Video bei YouTube)
4. Revelation
5. Delirium (Video bei YouTube)
6. New Old Life
7. Tragedy (Video bei YouTube)
8. Veil Of Conspiracy
9. Calm Waters (Video bei YouTube)
10. Dayblind
11. Dead In The Water
12. Prisoner
13. Shutdown