COILGUNS: Stadia Rods

COILGUNS: Stadia Rods

Nun, Robin Staps ist auch nicht mehr der Jüngste und hat mit THE OCEAN die brutalen Zeiten etwas hinter sich gelassen. Seine jüngere (?) schweizerische Gefolgschaft braucht es offenbar doch noch etwas brachialer. COILGUNS, bei denen THE OCEAN-Schlagzeuger Luc Hess, Gitarrist Jonathan Nido und Bassist Louis Jucker hier als Sänger die Sau raus lassen, haben die totale Zerstörung auf die Fahnen geschrieben. Das Trio ist so brutal und verdreht, dass Freunde von BREACH und BOTCH besonders aufpassen sollten. Das Interessante an COILGUNS ist dabei jedoch nicht zwangsweise die Musik, auch wenn die gut, heavy, kompromisslos und durchaus anspruchsvoll ist, sondern das Drumherum. Es hört sich recht organisch an, was Stadia Rods in seiner knappen halben Stunde beinhaltet, es ist auch live eingespielt, walzt mit einem höllischen Gitarrensound über den Hörer hinweg und lässt nicht glauben, dass es keine Overdubs, keine Doppelungen zu hören gibt.

Mit Aggression am Anschlag zeigen COILGUNS eine Melange aus Dissonanz und Harmonie, aus Heaviness und Variabilität. Dabei an Aeolian von THE OCEAN zu denken ist allerdings grundfalsch, denn Stadia Rods ist ein dreckiger, roher Bastard, der nicht kalkuliert, sondern spontan wirkt. Das Trio aus La Chaux-de-Fonds hat deshalb auch nicht immer nachvollziehbare Songs zu bieten. Viermal wird in über fünf Minuten drauf los gekotzt, zwischen Mathcore, Hardcore und Sludge, daneben gibt es zwei kurze Songs, die das Gesamtbild ergänzen. Eine knappe halbe Stunde dauert diese Hommage an die späten Neunziger, die ein durchgehend hohes Intensitätslevel präsentieren kann. Wären Songs wie In The Limelights und The Shuftan Process Part 2 etwas präziser und logischer geschrieben, mit ein paar Hooks mehr, aus Stadia Rods hätte noch etwas mehr heraus geholt werden können.

COILGUNS Debütalbum ist schön im DIY-Stil aufgemacht, die Produktion ist lebendig, dynamisch, kracht und rummst an allen Ecken und Enden, die Musiker sind hervorragend eingespielt und megamies drauf. Dass Louis Jucker nicht nur Bass spielen, sondern auch abartig brüllen kann, bis sich die Stimme überschlägt, ist zusätzlich schön. Wer die damalige Szene schmerzlich vermisst, der wird an Stadia Rods, dieser Verneigung vor glorreichen Alben wie Venom und 0:12 Revolution in Just Listening und We Are Romans, die sich durch einen eigenen Kopf und schönes Ideenreichtum auszeichnet, seine helle Freude haben. So viel ist sicher.

Veröffentlichungstermin: 15. März 2012

Spielzeit: 28:23 Min.

Line-Up:
Louis Jucker – Vocals
Jona Nido – Guitars
Luc Hess – Drums

Label: Dead Dead Dead Music

Homepage: http://www.reverbnation.com/coilguns

Mehr im Netz: http://www.youtube.com/coilguns666

Tracklist:
1. Parkensine
2. Zoetropist
3. In The Limelights
4. Witness The Kern Arc
5. The Shuftan Process Part 1
6. The Shuftan Process Part 2