CHRISTIAN DEATH: Born again anti Christian

CHRISTIAN DEATH: Born again anti Christian

Eine Überraschung sollte sie sein, die neue Scheibe von Christian Death. Zumindest wird sie im Booklet so angepriesen. Um so gespannter war ich natürlich, als ich den Silberling zum ersten Mal in meinen CD-Player reingelegt habe – und schon nach den ersten paar Stücken war klar: Hier handelt es sich keinesfalls um eine leere Versprechung.

Im Vergleich zu früheren Alben ist „Born again anti Christian“ härter und zugleich spürbar geradliniger ausgefallen, obwohl natürlich auch diesmal die für Christian Death so typischen hypnotisch-beschwörenden Passagen nicht fehlen dürfen. Allerdings lassen es Valor, Maitri & Co – diesmal tatkräftig unterstützt von Dani, Gian und Adrian von Cradle of Filth(!) – auch öfter mal so richtig krachen, so daß man diesmal von zähflüssigen Langweilersongs, wie sie vereinzelt auf früheren Alben zu finden sind, völlig verschont bleibt – ebenso wie von unpassenden Breaks und ähnlichen Anleihen aus Crossover, Hiphop usw., mit denen so manchem seinerzeit der Spaß an „Pornographic Messiah“ gründlich vermiest worden ist. Die größte Überraschung ist allerdings Maitri mit ihren Vocals gelungen: Statt ausdruckslosem Backgroundgeträller hat sie diesmal kraftvoll röhrenden Frontgesang zu bieten – und den hat sie auch wirklich drauf!

Wie sehr Maitri ihre neue Rolle liegt, stellt sie spätestens in „The Knife“, dem vierten Track, eindrucksvoll unter Beweis, besser allerdings noch in „Superstition and Fear“: Widerstand ist zwecklos, wenn sich ihr „I`m not scared, I`m not afraid of you“ unerbittlich in die Gehörgänge bohrt – und wer erst mal davon infiziert ist, der wird es so schnell nicht mehr los …

Im weiteren Verlauf wird „Born again anti Christian“ dann immer noch besser. „Blood Dance“ klingt nicht nur wegen seines Titels, sondern vor allem wegen Valors dreckig verzerrten Vocals und den schrägen, finsteren Gitarrensounds, als ob es direkt aus dem Höllenschlund heraufbrodeln würde; in „Fucking in Slow Motion“ schreit Maitri, als wäre sie vom Teufel besessen („it´s inside me“); und die finsteren Gitarren im gruftigen „The Painted Aura“ sind schlicht und ergreifend grandios.

Für alle Cradle-Fans gibt es am Schluß noch einen besonderen Leckerbissen: eine Cradle-Version von „Peek a boo“, mit noch etwas packenderem Gesang und noch etwas schwereren Gitarren, – auch für Christian-Death-Begeisterte uneingeschränkt zu empfehlen.

Alles in allem liegt hier also ein rundum gelungenes Album vor- die Überraschung ist voll und ganz gelungen.

Spielzeit: 62:17 Min.

Line-Up:
Line-Up:

Valor Kand

Maitri

Wil „Was“ Sarginson

Guests:

Dani Filth

Gian Pyres

Adrian Erlandsen

Label: Candlelight

Tracklist:
1. Betrayal

2. Zodiac

3. In Your Eyes

4. The Knife

5. Peek a boo

6. Superstition and Fear

7. Dead Sorry

8. Malevolent Shrew

9. Blood Dance

10. Fucking in Slow Motion

11. The Painted Aura

12. Kill Me

13. Peek a boo (Cradle of Filth version)