BLOODFLOWERZ: Diabolic Angel

Mal winken LACUNA COIL um die Ecke, dann blinzeln wieder FLOWING TEARS durch einen Spalt im Vorhang, doch insgesamt hat die noch nicht lange bestehende Band schon jetzt den Bogen raus, sich eine eigene Note zu verpassen.

Einigen unter euch dürften die BLOODFLOWERZ bereits von ihren Auftritten im Vorprogramm von ANATHEMA her ein Begriff sein. Wer sie dort verpaßt hat, dem sei gesagt, dass das Quintett einen rockigen Gothic Metal-Hybrid fabriziert, wobei vor allem die Stimme von Sängerin Kirsten Zahn im Mittelpunkt der straff durcharrangierten Songs steht. Mal winken LACUNA COIL um die Ecke, dann blinzeln wieder FLOWING TEARS durch einen Spalt im Vorhang, doch insgesamt hat die noch nicht lange bestehende Band schon jetzt den Bogen raus, sich eine eigene Note zu verpassen, indem sie weniger finstere, gotische Gedanken wälzt, sondern munter drauflos rockt. Songs wie Fatal Kiss oder auch Ablaze (Track 5 meine ich, da scheint es einen Wechstabenverbuchsler gegeben zu haben auf dem Backcover, dem Refraintext nach zu urteilen) gehen gut ab und machen Laune, während bei Lovesick und Tears Of The Night das Tempo zurückgeschraubt wird, um melancholischen Klängen Platz zu machen. Dies tut der Abwechslung gut, so dass der etwas gleichförmige Eindruck, den ich live von der Band gewann, klar korrigiert werden muß, auch wenn die Halbwertszeit der Kompositionen noch relativ gering ausfällt. Daran mag das einförmige Drumming (selbst mir malträtiert Tim Schwarz zu ausgiebig sein Crashbecken, und das will was heißen) schuld sein, vielleicht sollte man aber den BLOODFLOWERZ einfach die Zeit zum Reifen gönnen, denn was sie auf Diabolic Angel vom Stapel lassen, ist für ein Debüt schon äußerst ausgereift, was Hooklines, Arrangements und den roten Faden angeht, zumal auch der Härtegrad erfreulich hoch ist. Noch fehlen den zehn Liedern die tiefer gehenden Zwischentöne, die kleinen Überraschungen und unerwarteten Wendungen, doch ist Diabolic Angel durchaus empfehlenswertes Ohrenfutter, wenn man auf oben genannte Bands steht und einfach mal wieder eine Wohlfühlplatte braucht. Denn die Mannen und die Frau strahlen mit ihrer Musik eine angenehme Wärme aus, die einen dazu bringt, sich geborgen fühlend zurückzulehnen und entspannt den Klängen zu lauschen, die da aus den Lautsprecher schallen.

Veröffentlichungsdatum: 02.04.2002

Spielzeit: 45:57 Min.

Line-Up:
Kirsten Zahn – Gesang

Markus Visser – Gitarre

Daniel Mahl – Gitarre

Joachim Schulz – Bass

Tim Schwarz – Schlagzeug

Produziert von Roger Grüninger
Label: Silverdust Records

Tracklist:
Fatal Kiss

Diabolic Angel

Lovesick

Ablaze

Sadness

One Second

Mea Culpa

Tears Of The Night

Cold Rain

Season Of Love