BLACK RAIN: Black Rain

BLACK RAIN: Black Rain

Mit einem geilen, oldschooligen und fast schon an MALICE erinnernden Riff startet „Kill ´Em All“, der Opener des selbstbetitelten Debüts von BLACK RAIN gleich voll durch. Im beiliegenden Infoschreiben werden die Franzosen u.a. als Mischung aus MÖTLEY CRÜE, GUNS N ROSES und STRATOVARIUS bezeichnet, was aber wirklich absoluter Bullshit ist, zumal die Mucke mit keiner dieser Bands etwas gemein hat. BLACK RAIN spielen vielmehr klassischen Metal, der einige US-Züge beinhaltet und wenn europäische Vergleiche herhalten müssen, dann bei den ersten paar Stücken am ehesten noch zu einer Band wie WOLF, zu der es einige stimmliche Parallelen gibt, die Art und Weise, wie aus relativ einfachem Riffing packende Songs gestrickt werden, ist aber auch ähnlich.

Für klassische Metaller, die es melodisch, aber dennoch roh und ungebügelt mögen, sind BLACK RAIN eigentlich ein gefundenes Fressen, die ungeschliffene Produktion verleiht außerdem ein tüchtiges 80er-Feeling, ohne dabei an Druck einzubüßen. Titel und Texte triefen natürlich nur so vor Klischees, die Jungs wirken dabei aber nicht „billig“, sondern völlig natürlich, und ich bin überzeugt, dass Puristen Stücke wie den erwähnten Opener, „Gods Of Metal“ oder „Battleground“ geradezu verschlingen werden, während ihnen eine Ballade wie das durchaus gelungene „Winterwind“ oder auch das ziemlich bombastische „Hate, Disgust And Power“ evtl. zu süßlich klingen werden – also am besten nicht vom kultigen Openingtrio abhängig machen, sondern vorher reinhören!
Auch wenn ich momentan auf Grund der Reizüberflutung vielen Bands dieser Gattung skeptisch gegenüber stehe, kann ich mich dem Charme von BLACK RAIN kaum entziehen, zumal die Jungs immer zum richtigen Zeitpunkt das passende Händchen für gute Hooklines haben und nicht angestaubt, sondern motiviert und unverbraucht klingen.
Alles in allem ein empfehlenswertes Album mit einigen wirklich Arsch tretenden Songs, lediglich die ab und an etwas zu aufgesetzt wirkenden Chöre oder einige kitschige Linien wie im abschließenden „Everything Goes Up In Smoke“ lassen mich noch nicht so ganz im Viereck hüpfen und wirken einfach etwas zu gegensätzlich. Eine typische „erst Hören, dann kaufen“-CD!

Kleiner Nachtrag: Weder auf der Labelseite noch auf der absolut unübersichtlichen Bandpage konnte ich (außer einer ziemlich schwachsinnigen History mit etlichen Pseudonymen) Informationen zum Line-Up finden, deshalb ist hier auch nichts angefügt. Der Bandname wird im Info teilweise zusammen und dann wieder auseinander geschrieben, keine Ahnung, was da jetzt stimmt. Insgesamt jedenfalls eine etwas merkwürdige Art von Promo seitens des Labels und ziemlich lästig, wenn man sich jedes bisschen Info erst einmal in Kleinarbeit erarbeiten muss…

Veröffentlichungstermin: 2007

Spielzeit: 58:24 Min.
Label: Thundering Records

Homepage: http://www.blackfuckinrain.com

Tracklist:
01. Kill ´Em All
02. Gods Of Metal
03. No Life Till Metal
04. Winterwind
05. Awake
06. Hate, Disgust And Power
07. Crystal Night
08. Battleground
09. Everything Goes Up In Smoke

Ulle