BETWEEN THE BURIED AND ME: Between The Buried And Me

BETWEEN THE BURIED AND ME: Between The Buried And Me

Ein leerer Konzertsaal, auf dem nur ein Notenständer mit einem Papier darauf und ein Flügel steht. Der Betrachter steht auf dieser Bühne, ihm fällt die Sonne ins Gesicht. Es muss wohl Abend sein, denn der Betrachter erwartet gespannt, dass sich die Bühne mit den Musikern füllt, die auf einem kleinen Bild (auf der Rückseite des Pappschubers) sind. Wie Studenten sehen sie aus, erwirken nicht gerade den Eindruck, als würden sie besondere Musik machen. Doch sie überraschen den Hörer und geben Unbeschreibliches zum Besten.

Als ich mir das Debüt dieses ungewöhnlichen Quartetts zum ersten Mal angehört habe, habe ich ewig lange dieses wunderschöne Cover, das ich oben gerade beschrieb, angesehen. Und zunächst wurde die Erwartung, die ich an diese CD hatte erfüllt: Vertrackter Death Metal mit Hard- und Grindcore dazu. Das gefällt mir sehr gut, aber so richtig besonders ist es auch nicht. Genau das dachte ich die ersten anderthalb Minuten, bis sich das Chaos auflöste und ein wunderbarer Akkustikteil alles auflöste. Von da an nahm ich das Cover in die Hand und betrachtete es ewig. Ja, diese Band ist mehr als ungewöhnlich, sie ist stiloffen und stilverbindend und unwahrscheinlich emotional. Das dezente Artwork unterstreicht diesen Eindruck sehr schön.

Death, Black und Progressive Metal werden vermischt mit Hardcore, Grindcore und ganz viel Emocore, doch das Ganze wirkt nie so, als würde es nicht zusammenpassen. Die Band hat ihren ureigenen Stil, der alle möglichen Stilrichtungen verschmilzt, aber sich auf keine Priorität festlegen will. Der Hörer, sodenn er keine Scheuklappen vor den Augen hat, wird immer wieder überrascht. Der melodische Anfang von Aspirations, der Sludge-Teil in Shevanel Cut a Flip und das an Radiohead erinnernde Fade-Out im selben Lied machen diese wunderbare Platte ganz groß.

Dabei muss man eigentlich nicht mehr sagen, dass die Musiker ihre Instrumente wirklich klasse beherrschen, besonders im Gitarrenbereich sind die Jungs wirklich fit, was unter anderem die progressiven Soli beweisen. Auch der (leider sehr spärlich eingesetzte) cleane Gesang weiß Gänsehaut zu erzeugen und zu fesseln. Eigentlich ist es unmöglich dieses Album in Worte zu fassen, deshalb möchte ich hiermit schließen und eine dringende Kaufempfehlung an alle open-minded Leser aussprechen, denn diese junge – übrigens erst im Oktober 2000 gegründete – Band will, nein muss gehört werden!

Ganz, ganz groß!

Spielzeit: 48:26 Min.

Line-Up:
Nick Fletcher – Guitar

Will Goodyear – Drums, melodic Vocals

Jason King – Bass

Tommy Rogers – Vocals

Paul Wagoner – Guitar

Label: Lifeforce Records

Homepage: http://www.betweentheburiedandme.com

Tracklist:
1. More of Myself to Kill

2. Arsonist

3. Aspirations

4. What we have Become

5. Fire for a Dry Mouth

6. Naked by the Computer

7. Use of a Weapon

8. Shevanel Cut a Flip