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AUDREY HORNE: Devil’s Bell

Mit “Devil’s Bell” begeben sich AUDREY HORNE auf eine stilistische Gratwanderung, die absolut Sinn ergibt: Der schmissige Hard Rock wird durch klassische Heavy-Metal-Zitate aufgepeppt und klingt vielleicht auch deshalb so quicklebendig.

Wer im Jahr 2022 immer noch nicht mitbekommen hat, wie viel Metal AUDREY HORNE eigentlich im Blut steckt, wird sich umgehend die Ohren polieren: Die ersten Takte des Openers „Ashes To Ashes“ allein sind schon eine einzige Hommage an das Genre. Eine kurze OPETH-Referenz später und die Norweger sind zurück in ihrer Komfortzone, wo sie schmissigen Hard Rock mit klassischen Heavy-Metal-Zitaten aufpeppen – und das auf „Devil’s Bell“ mit einer ganzen Ladung Energie und Spielfreude.

Dabei ist das siebte Studioalbum der Band nicht unbedingt ein fröhliches: Die Pandemie und die gegenwärtigen Herausforderungen der Weltgesellschaft haben auch bei AUDREY HORNE ihre Spuren hinterlassen. „Devil’s Bell“ ist für eine Hard-Rock-Platte durchaus düster, wobei das Quintett diese äußeren Einflüsse trotzdem zu kanalisieren weiß: Die aufrüttelnde Single “Animal” balanciert kurioserweise zwischen NWoBHM und unbeschwertem Punk Rock im Refrain, während das flotte „Return To Grave Valley“ auch ohne Gesang genug Elan hat, um die Spannungskurve aufrechtzuerhalten.

AUDREY HORNE begeben sich auf eine stilistische Gratwanderung, die absolut Sinn ergibt

Und das ist eigentlich auch das Kerngeschäft, das Geheimrezept AUDREY HORNEs. Die Art und Weise, wie verschiedene Einflüsse mit dem traditionellen Fundament verschmolzen werden, geschieht so natürlich, dass wir es uns gar nicht mehr anders vorstellen möchten. Da lehnt sich Sänger Torkjell Rød in “Danse Macabre” oder „From Darkness“ zwischenzeitlich dezent an Ozzy Osbourne an, während seine Kollegen im Auftakt von „All Is Lost“ kurzzeitig IRON MAIDENs „Wasted Years“ auf den Plan rufen. Selbigen errichtete der unverkrampfte Titeltrack zuvor bereits ein Monument, so dass jedes weitere Zitat im Verlauf von „Devil’s Bell“ wie eine logische Fortführung dieser Huldigung erscheint.

Dass sich AUDREY HORNE eine derart unverhohlen dargebotene Ehrerbietung erlauben können, unterstreicht letztendlich die Erfahrung des Quintetts: Jegliche Querverweise und Reminiszenzen sind fest in die bandeigene DNA eingebettet. Man opfert weder die eigene Identität noch gibt man der ernsten Themen zum Trotz die unbeschwerte Classic-Rock-Attitüde komplett auf („Toxic Twins“). Nicht zuletzt deshalb ist „Devil’s Bell“ in seiner Gesamtheit eine stilistische Gratwanderung, die nicht nur absolut Sinn ergibt, sondern gerade aufgrund der vielen klassischen Zitate so quicklebendig klingt – Grund genug, sich auch als Kenner der Band vorsorglich die Ohren zu polieren.

Veröffentlichungstermin: 22.04.2022

Spielzeit: 48:30

Line-Up

Torkjell Rød – Vocals
Arve „Ice Dale“ Isdal – Gitarre
Thomas Tofthagen – Gitarre
Espen Lien – Bass
Kjetil Greve – Drums

Produziert von Arve Isdal und Herbrand Larsen (Mix)

Label: Napalm Records

Facebook: https://www.facebook.com/AudreyHorneOfficial

AUDREY HORNE “Devil’s Bell” Tracklist

01. Ashes To Ashes
02. Animal (Video bei YouTube)
03. Break Out
04. Return To Grave Valley
05. Danse Macabre (Video bei YouTube)
06. Devil’s Bell (Video bei YouTube)
07. All Is Lost
08. Toxic Twins
09. From Darkness