ANI LO. PROJEKT: Miracle

ANI LO. PROJEKT: Miracle

Das Cover lässt ganz arg schlimme Dinge vermuten und sieht nach billigstem Italo-Stahl aus, ich darf aber gleich zu Beginn Entwarnung geben. Es handelt sich beim ANI LO. PROJEKT um einen ungarische Zusammenschluss diverser Musiker um die stimmlich erstklassige…na…richtig: Ani Lo. aka Ani Lozanova. Unterstützt von Ian Parry (ex-ELEGY,) der als Produzent und Hauptsongwriter fungierte und Stephan Lill (VANDEN PLAS) an der Teilzeit-Gitarre, handelt es sich bei „Miracle“ um eine Mixtur aus Symphonic-, Melodic-Rock/Metal, die im Info zitierten Gothic-Einflüsse höre ich weniger raus.

Was die Musik betrifft, da sind die Stücke sehr songdienlich gehalten, die Instrumente ordnen sich dem Gesang klar unter – bei diesem Stil ja auch nichts Neues, auch wenn mir persönlich das auch immer etwas zu abgespeckt klingt. Während der Opener „A Miracle Is All We Need“ mit seinem doch sehr schmalzigen Refrain auch gesanglich etwas zu penetrant klingt, und das darauf folgende „Angels“ nicht nur einen kitschigen Titel hat, sondern auch so mundet, sind im weiteren Verlauf der Scheibe durchaus einige Highlights auszumachen, die Freunde bombastisch-melodischer Mucke mit weiblichen Vocals definitiv in den Ohren schmeicheln dürften. Auch ohne ein großartiger Verfechter dieses Genres zu sein, möchte ich Stücken wie dem von Stephan Lill geschriebene „Ark Of The Covenant“ die Qualität nicht absprechen, und man darf es ruhig nochmal erwähnen: Die gute Ani Lo. hat ein gar prächtiges Organ, ordentlich Power in den Lungenflügeln und beherrscht alle Lagen spielend. Operngeträllere hat die Dame ebenfalls drauf, sie setzt es aber wem auch immer sei Dank relativ selten ein. Rein optisch könnte sie im Übrigen auch das weibliche Pendant zu David DeFeis (VIRGIN STEELE) sein, der Vergleich kann aber auch vom heroischen Schwertchen-Bildlein auf Bookletseite drei herrühren.

Was „Miracle“ vom typischen Einheitsgebräu unterscheidet, ist außerdem der doch ab und an angezogene Härtegrad. Zwar wird hier alles andere als losgebrettert, aber nach der doch etwas lahmen sind Tracks wie das atmosphärische, aber nicht käsige „Fly“ oder das von einem interessanten Beat getragene „Give In To Me“ eine wirklich positive Überraschung. Mit dem Abschlusstrack „What You Sow Is What You Reap“ gibt es sogar eine wirkliche Uptempo-Nummer zu hören, die zeigt, dass wir es hier nicht mit einem Nebenbei-Projekt zu tun haben, mit welchem man nur ein Stückchen vom Kuchen abhaben möchte. Der Digi-Pack enthält dann übrigens den erwähnten Opener nochmals in einer Piano-Version und im Duett mit Ian Parry. Hätte man sich von mir aus schenken können, es wird aber sicherlich Leute geben, die sich da das eine oder andere Tränchen verdrücken müssen.
Fazit: Wem symphonisch-weiblich zumute ist, der wird mit „Miracle“ vielleicht kein Wunder erleben, aber doch gut unterhalten.

Veröffentlichungstermin: 25.03.2011

Spielzeit: 50:41 Min.

Line-Up:
Ani Lo. – Vocals
Vlado – Guitars
Strado – Bass
Kalin – Keyboards
Kossy D. – Drums

Produziert von Ian Parry
Label: Dust On The Tracks
MySpace: http://www.myspace.com/anilozanova

Tracklist:
01. A Miracle Is All We Need
02. Angels
03. Ark Of The Covenant
04. Cannot Fall Asleep
05. Cry Over
06. Fly
07. Give IN To Me
08. Innocent Minds
09. Slip Away
10. What You Sow Is What You Reap
11. A Miracle Is All We Need (Piano Version)

Ulle