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ANGELUS APATRIDA: Aftermath

Nicht mehr ganz so bissig wie der Vorgänger: ANGELUS APATRIDA bleiben natürlich im Thrash verwurzelt, entdecken aber vermehrt ihre gemäßigte Seite.

Der jahrelange Zorn fordert irgendwann seinen Tribut: ANGELUS APATRIDA begegnen uns zwar auch auf ihrem achten Studioalbum noch fernab jeglicher Resignation, der Furor des selbstbetitelten Vorgängers (2021) ist hingegen nur noch in Auszügen zu spüren. Dabei ist es durchaus natürlich, irgendwann auch mildere Töne anzuschlagen, um nicht vorzeitig auszubrennen. Das unermüdliche Gegengewicht aller Missstände dieser Welt zu sein, ist ein energieraubendes Unterfangen, dem sich auch die Spanier irgendwann fügen müssen.

Zu unserem Leidwesen, möchten wir allen Verständnisses zum Trotz hinzufügen. Denn den Biss des Openers „Scavenger“, wo ANGELUS APATRIDA mit Gift und Galle das Tempo hochdrehen, tauscht die Band alsbald gegen softere Töne ein. Dass an anderer Stelle Bands wie TESTAMENT und die Bay Area im Allgemeinen für „Aftermath“ vermehrt als Referenz herhalten müssen, liegt auch an den stiltypischen Gesangslinien, die Frontmann Guillermo Izquierdo immerhin sicher zu intonieren weiß. Nur reißt uns der cleane Refrain von „Cold“ nicht annähernd so mit, wie es die teils PANTERA-mäßigen Attacken auf „Angelus Apatrida“ so verlässlich geschafft haben.

Für ihre Verhältnisse gehen ANGELUS APATRIDA teils fast schon handzahm zu Werke

Wobei der gemäßigtere Ansatz, der natürlich als Thrash-Platte immer noch fernab jeglicher Kuschelromantik liegt, durchaus seine eigenen Höhepunkte hervorkehrt: Über rund achteinhalb Minuten bahnt sich „To Whom It May Concern“ einen recht spannenden Weg zwischen Härte und Eingängigkeit, indem gerade die Singstimme Izquierdos das Stück durch seine größten Momente führt. Die Regel ist das auf „Aftermath“ leider nicht, denn obgleich das Niveau im Mindesten stets ordentlich bleibt, lassen Tracks à la „Fire Eyes“ die ehemals so dominante Kante vermissen.

Die rohe Zielstrebigkeit von einst blitzt natürlich immer wieder durch, wird schlussendlich jedoch zu oft wieder in geregelte Bahnen gelenkt, um nachhaltig im Gedächtnis zu bleiben. Aggressiv, aber doch irgendwie handzahm präsentieren sich ANGELUS APATRIDA in der Folge, was uns allein deshalb so ernüchtert zurücklässt, weil uns die Band eben zwei Jahre zuvor noch mit beispiellosem Fokus den Kopf geraderückte. Somit treffen vielversprechende Ideen wie der spanische Sprechgesang in „What Kills Us All“ auf zu oft verschenktes Potenzial – eigentlich ja ordentlich, aber gerade deshalb auch zum Haare raufen.

Veröffentlichungstermin: 20.10.2023

Spielzeit: 49:51

Line-Up

Guillermo Izquierdo – Vocals & Lead/Rhythm Guitars
David G. Álvarez – Lead & Rhythm Guitars
José J. Izquierdo – Bass Guitar
Víctor Valera – Drums

Produziert von ANGELUS APATRIDA, Juanan López und Zeuss (Mix und Mastering)

Label: Century Media

Homepage: https://www.angelusapatrida.com/
Facebook: https://www.facebook.com/angelusapatrida/

ANGELUS APATRIDA “Aftermath” Tracklist

1. Scavenger (Lyric-Video bei YouTube)
2. Cold (Video bei YouTube)
3. Snob (feat. Jamey Jasta) (Video bei YouTube)
4. Fire Eyes (feat. Pablo García)
5. Rats
6. To Whom It May Concern (Video bei YouTube)
7. Gernika
8. I Am Hatred
9. What Kills Us All (feat. Sho-Hai)
10. Vultures And Butterflies (feat. Todd La Torre)

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