ALL WE HATE: Blood Against Blood [Eigenproduktion]

ALL WE HATE: Blood Against Blood [Eigenproduktion]

Der erste Eindruck ist nicht immer der verlässlichste. Das dachten sich wohl auch ALL WE HATE und packten sämtliche Songs ihrer EP Shut Up! (2009) auf das Full-Length-Debüt „Blood Against Blood“. Mit sechs von elf Titeln ist also knapp über die Hälfte bereits bekannt; dort kommen verstärkt Hardcore-Tendenzen zum Tragen, meist im groovenden Midtempo. Nebst einigen Besetzungswechseln können sich ALL WE HATE aber auch stilistische Veränderungen auf die Fahne schreiben. War schon ehedem der Thrash Metal kein vernachlässigter Einfluss, versetzen die jüngeren Kompositionen eben diese Einflüsse auf die Hauptbühne. Charakteristisch sind für „Torture Time“, das leicht an UNDERTOW erinnernde „Sort Of Sickness“ oder „Priest Of Death“ abermals die groovende Rhythmussektion sowie das gemäßigte Tempo.

„Blood Against Blood“ setzt kaum Akzente

Letzteres war bereits der große Schwachpunkt des „Shut Up!„-Demos, die durchgehend in derselben Geschwindigkeit dahintrottete. „Blood Against Blood“ verspielt die Chance, kontrolliert durchzudrehen und das Pacing spannend zu halten. Bei 46 Minuten Spielzeit ist das ein ernsthaftes Manko, zumal die alten Songs wie „Shut Up“ oder „If I Were You“ schon damals keine Granaten waren.

Die Symbiose aus Thrash und Hardcore-Trademarks geschieht fließend, setzt aber kaum Akzente. Zum Teil ist das auch der Produktion anzulasten, der ich nur ungern einen solchen Vorwurf mache. Denn eigentlich passen Mix und Mastering; der Sound ist nicht zu fett, das Schlagzeug schön trocken. Im Nachhinein ist die rohe, kantige und authentisch knallende Abmischung der „Shut Up!„-EP das passendere Outfit für diese live-orientierten Kieferbrecher. In dieser Hinsicht war meine erste Begegnung mit ALL WE HATE zweifellos die angenehmere. Das seitdem geschriebene Songmaterial wiederum stimmt mich verhalten zuversichtlich, irgendwann einen Artikel über die Jungs mit euphorischeren Worten schließen zu können. Aller guten Dinge sind schließlich drei.

Veröffentlichungstermin: 30.03.2013

Spielzeit: 46:21 Min.

Line-Up:
Pete – Guitar, Vocals
Dennis – Guitar, Vocals
Daniel – Bass
Steve – Drums

Produziert von Dennis Busch und Achim Kaiser (Mastering)
Label: Eigenproduktion

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/allwehate

ALL WE HATE „Blood Against Blood“ Tracklist

01. Sort Of Sickness
02. Blood Against Blood
03. Shut Up
04. Torture Time
05. Follow The White Rabbit
06. If I Were You
07. Forgotten
08. Priest Of Death
09. War Is Calling
10. Cycle
11. All I Hate

Florian Schaffer
Florian hat von 2008 bis 2015 Reviews und Live-Berichte für vampster geschrieben. Seit 2019 ist er wieder mit dabei. Lieblingsbands: AMORPHIS, ARCHITECTS, BARONESS, CULT OF LUNA, DARK TRANQUILLITY, GHOST BRIGADE, IN FLAMES, THE OCEAN. Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.