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ACRANIUS: Mercy Denied

Am 04. Februar 2022 veröffentlichen die Norddeutschen Brutal-Slammer ACRANIUS nach fünf Jahren ihr viertes Full-Length Album “Mercy Denied” (wenn man das Re-Release der ersten EP „The Echo Of Her Cracking Chest“ außer Acht lässt). Nach den ersten Tönen ist bereits klar – hier werden keine Gefangenen gemacht. Im direkten Vergleich zum Vorwerk “Reign of Terror” fällt schnell auf, dass man sich um wesentlich mehr Abwechslung im Gesamtsound bemüht. Brutal-Death mit Slam-Einlagen dominieren nach wie vor den Sound, nichtsdestotrotz mischen sich klassischer Hardcore und gar punkige Elemente in das Klanggerüst. Der 2020 hinzugestoßene zweite Mann am Mikro, Marcus (SCIENCE OF SLEEP), hat wohl seine Spuren hinterlassen.

Brutal Slam mit Würze

Nach nur drei Sekunden poltert der Opener “Rule of Seven” dampfwalzenartig aus den Boxen. Es ist jetzt schon schwierig, die Hummeln im Hintern unter Kontrolle zu halten, so mitreißend groovend legt das Teil los. Die beständigen Wechsel der beiden Grunz-Günther sorgt für angenehme Abwechslung und unterstützt die fliegenden Tempowechsel. Wahnsinn, wie nahtlos sich Groove und Blast die Klinke in die Hand geben, ohne gekünstelt zu wirken. Immer wieder kommt der Gedanke an Kapellen wie LENG TCH’E oder ABORTED auf. In den “progressiveren” Phasen des Sounds schimmern Bands wie CONVERGE oder THE RED CHORD durch.

Mehr als Breakdowns

Aber auch vor Szenegrößen wie INGESTED, KRAANIUM oder ANALEPSY muss man sich nicht verstecken. Technisch und kompositorisch brillant glänzen ACRANIUS auf ganzer Linie. Wer bei Granaten wie “Scorn” oder “No Dignity” den Hosenboden still halten kann, ist entweder taubstumm oder hat (Brutal Slam Death) Metal einfach nicht verstanden. So muss das klingen. Zudem wirkt sich überaus positiv aus, dass die Musik nicht wie so oft in dem Genre üblich um Breakdowns herumkonstruiert wird. Breakdowns ja, aber eben nur als ein Teil von vielen. Der Sound insgesamt ist druckvoll, aber transparent – modern, aber nicht glattpoliert.

Lieber “Mercy Denied” als Gnade!

Unterm Strich bleiben 35 ganz starke Minuten Ohrenknallerei – auch gegen Ende hin geht den Nordlichtern nicht die Puste aus; ganz im Gegenteil: Der Rausschmeißer “Embittered” zieht nochmal die Tapete glatt (man erkennt sogar eine Melodie!). Die Weiterentwicklung steht den Jungs super zu Gesicht und so bleibt nur den Fans dieser Musikrichtung anzuraten, sich tunlichst dieses Kleinod Lärm zuzulegen. Liebe Puristen, auch ihr dürft ein Ohr riskieren.

Veröffentlichungstermin: 04.02.2002

Spielzeit: 35min

Line-Up

Kevin Petersen – Vocals
Marcus Jasak – Vocals
Björn Frommberger – Guitar
Lars Torlopp – Bass
Robert Arndt – Drums

Label: Blood Blast Distribution

Homepage: https://www.acranius.com/
Facebook: https://www.facebook.com/Acranius/
Instagram: https://www.instagram.com/acranius_official/

ACRANIUS “Mercy Denied” Tracklist

01. Rule of Seven (Video auf YouTube)
02. Despairbound (Video auf YouTube)
03. Scorn
04. No Dignity (Video auf YouTube)
05. Ruthless ((feat. Cameron ‘Big Chocolate’ Argon) Video auf YouTube)
06. Still Unconquered
07. Mercy Denied
08. Crooked Leech
09. Feigned Death
10. Embittered