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Christoph

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"...weil ein Leben ohne Musik kein Leben ist, sondern nur Armut und Schneematsch." - Jón Kalman Stefánsson

CADUCITY: Destination: Caducity [ausgemustert]

Ganz altmodisch, aber auch ganz schön martialisch glorifizieren CADUCITY den Krieg und weil es so schön ist, gibt es von den Belgiern auch ein paar deutsche Texte zu lesen. Die Musik ist dabei ähnlich einfältig wie die Thematik. Als Death-Thrash-Gebräu zwischen SCORNAGE und HAIL OF BULLETS macht "Destination: Caducity" höchstens mit ziemlicher Lieblosigkeit auf sich aufmerksam, weder packende Riffs, noch saubere Arrangements oder gar gewitzte Ideen gibt es von CADUCITY zu hören. Diese Band sollte nach zwanzig Jahren ihres Bestehens deutlich mehr zu bieten haben als ein derart halbherziges Album.

CROPMENT: Deadsoil [ausgemustert]

Brutal Death Metal aus dem blutigen Bilderbuch bieten die Schweizer CROPMENT auf ihrem zweiten Album "Deadsoil", so dass absolut kein Platz für auch nur das geringste bisschen eigener Identität bleibt. Im Stil von DEVOURMENT ballern sich CROPMENT durch gut fünfunddreißig Minuten voller Slam- und Blast-Parts, mit tausendfach gehörten Riffs, üblem Frognoise-Gegurgel und viel zu wenig Abwechslung. Der Gesamteindruck ist leider, auch trotz des geilen Gitarrensounds, reichlich monoton und ermüdend. "Deadsoil" ist bestimmt nicht so schlimm und ärgerlich wie HEINOUS KILLINGS und Konsorten, dieses Album ist trotzdem alles anderes als essentiell.

DISPOSED TO MIRTH: Menschenhai [ausgemustert]

Zu progressivem Metalcore gehört mehr, als nur ein wenig auf den Gitarren frickeln zu können und ansonsten von BETWEEN THE BURIED AND ME bis WHITECHAPEL zu klauen, oder das zumindest zu versuchen, so wie die Scherzkekse mit dem lustigen Namen DISPOSED TO MIRTH das tun. Im Endeffekt ist deren Debüt "Menschenhai" ein Album, in dem die ganzen eingesetzten Elemente so unhomogen und chaotisch verpackt werden, dass es nicht abgefahren und freaky klingt, sondern einfach nur unfertig und anstrengend wirkt. "Menschenhai" ist somit ein missglückter Einstand, dessen wenige gute Elemente auch noch unter der furchtbaren Produktion, der mangelhaften Tightness und dem schiefen Gesang leiden.
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RORCAL: Das CERN hat Schuld

Mit ihrem Geniestreich "Monochrome" haben die grimmigen Genfer Doomer RORCAL ein ungewöhnliches und episches Stück geschaffen, zwischen bösem Sludge und melancholischem Doom, zwischen avantgardistischem Jazz und zerbrechlichen atmosphärischen Stellen. Das fünfunddreißigminütige Stück sprengt alle Genregrenzen nicht nur in musikalischer, sondern auch in konzeptueller Hinsicht. Wer die Puzzleteile hinter "Monochrome" richtig zusammensetzt, erhält zu diesem Song auch noch eine visuelle Komponente. Gitarrist JP gibt Auskunft über dieses Mysterium, sowie einen Überblick über die restlichen 2008 erschienenen Veröffentlichungen von RORCAL.
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MINSK: Zyklische Wiederkehr von Städten und Seelen

Nach dem Genuss des großartigen "With Echoes in the Movement of Stone" ist es schwierig wieder klare Gedanken zu fassen. Denn mit ihrem dritten Album katapultieren sich MINSK zusammen mit dem Hörer in ganz andere mentale Sphären. Zwischen NEUROSIS, Progressive Rock und fernöstlichen Philosophien liegt die bizarre, aber wundervolle Welt der vier Musiker. Und da es im Nirwana schwierig ist per Telefon miteinander zu kommunizieren, beantworten Bassist Sanford Parker und Keyboarder und Sänger Timothy Mead meine Fragen ausführlich per E-Mail.
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ANTIGAMA: Giallo und Unternehmensgründung

Überraschung! Trotz finsterer, boshafter Alben und Botschaften, wie auf dem neuesten, genialen Streich "Warning", ist Sebastian Rockiki, Gitarrist von ANTIGAMA ein fröhlicher, freundlicher Interviewpartner, der in aller Ausführlichkeit per Email auf unsere Fragen antwortet. Lest hier, was alles an dem Drumkit der Ausnahme-Grindcore-Formation hängt, in wen sich die Band auf Anhieb verliebt hat und auf wen schlimme Zeiten zukommen werden.
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BRUTAL TRUTH: Bob Dylan, der Punkrocker

Back for Attack! BRUTAL TRUTH haben mit "Evolution Through Revolution" ein sensationelles Comebackalbum aufgenommen, dass ihrer bärenstarken Diskografie in absolut nichts nachsteht, im Gegenteil: Die Grindcore-Formation bündelt die besten Momente der legendären Alben der Neunziger und bietet genügend Gesprächsstoff um einen kleinen Plausch mit Bassist und Gründungsmitglied Danny Lilker zu halten. Dieser äußert sich gut gelaunt zu familiärem Songwriting, Bikram-Yoga und einer neuen Chance für die USA.
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…AND YOU WILL KNOW US BY THE TRAIL OF DEAD: Typen auf Tour

Es ist Montag Abend, es ist der Wonnemonat Mai, es ist ausnahmsweise auch mal schönes Wetter in der bayerischen Landeshauptstadt und es ist mein erstes Interview in einem Biergarten. Mein Opfer ist Jason Reece, Gitarrist, Sänger und Schlagzeuger der Bombast Rock-Genies ...AND YOU WILL KNOW US BY THE TRAIL OF DEAD. Reece ist entspannt, auch nach fünf Wochen ausgiebiger Tour zum neuen Hammeralbum "The Century of Self" und nimmt sich zwanzig Minuten Zeit für ein fröhliches Gespräch über die neue Selbstständigkeit, englische Einflüsse und geheime Botschaften in Plattencovers.
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KONGH: Heimgesucht von Riffs

"Shadows of the Shapeless" ist ein ungemütliches Biest von einem Album. Das Zweitwerk der schwedischen Jungspunde KONGH ist ein wahrer Monolith, erdig wie ein furioses Metalalbum, doomig wie sonst nur die ganz harten Sachen. Da muss natürlich Chefprimat, personifiziert durch Gitarrist und Sänger David Johansson ordentlich auf den Zahn gefühlt werden. Der Dreiundzwanzigjährige äußert sich unter anderem über seine Jugend in Punkbands, Schlaflosigkeit und seine Liebe zum Vinyl.