DEUTSCHE ALBUMCHARTS: mit SALTATIO MORTIS, MADSEN, NECROPHOBIC

DEUTSCHE ALBUMCHARTS: mit SALTATIO MORTIS, MADSEN, NECROPHOBIC

Es mag auf den ersten Blick nicht so aussehen, aber eigentlich ist diese Chartwoche relativ ruhig. Es gibt zwar ein paar nennenswerte Neuveröffentlichungen aus dem Rock und Metal, die meisten Chartplatzierungen erzielen aber Neuveröffentlichungen alter Platten. So haben etwa KRAFTWERK ihre komplette Diskografie auf Vinyl neu aufgelegt und landen in der Folge ganze acht Mal in den Top 100. Auch LINKIN PARK, die mit „Hybrid Theory“ auf dem Treppchen landen (#2), feiern mit einer Sonderedition das 20-jährige Jubiläum ihres Debüts. Re-Releases gibt es außerdem von BLACK SABBATHs „Paranoid“ (#15) und IRON MAIDENs selbstbetiteltem Debütalbum (#34), dem ebenfalls eine neue Vinyl-Fassung spendiert wurde. Weitere Wiederkehrer sind zudem METALLICA, deren schwarzes Album sich auf der 50 zurückmeldet sowie SANCTUARY, die zum 30. Geburtstag ihres Albums „Into The Mirror Black“ selbiges neu veröffentlicht haben (#97).

Schauen wir auf die richtigen Neuerscheinungen, wird es schnell dünner – aber nicht unbedingt langweilig. Dass SALTATIO MORTIS mit ihrem Mittelalter-Deutschrock-Verschnitt „Für Immer Frei“ den ersten Platz für sich beanspruchen würden, war uns eigentlich von vornherein bewusst. Schon die letzten drei  Studioalben landeten ganz oben in den Charts, „Zirkus Zeitgeist“ (2015) konnte über die Jahre sogar den Goldstatus für mehr als 100.000 verkaufte Exemplare für sich verbuchen. Mit MADSEN sind die Karlsruher dabei in guter Gesellschaft. Die Rock-Band hat während des Lockdowns das Punk-Album „Na gut dann nicht“ aufgenommen, das es aus dem Stand auf Rang acht schafft. Der Vorgänger „Lichtjahre“ (2018) stieg damals auf Nummer drei ein, mit Ausnahme des Debüts schaffte es aber jede Platte der Deutschen unter die besten Zehn. Dort fühlen sich eigentlich auch FIVE FINGER DEATH PUNCH zu Hause. Am ‚Best Of‘ „A Decade Of Destrucion, Vol. 2“ schien das Interesse jedoch nicht ganz so groß zu sein, landet die Platte doch lediglich auf Platz 46.

NECROPHOBIC halten ihr Niveau

Zufriedener dürften dagegen NECROPHOBIC sein. „Dawn Of The Damned“ ist nicht nur musikalisch ein Volltreffer, sondern kletter bis Position 27 und damit in ähnliche Regionen wie der Vorgänger „Mark of The Necrogram“ (2018, #23). Mit dem ersten Album seit 19 Jahren gelingt den Veteranen von BLUE ÖYSTER CULT schließlich der erste Charterfolg in Deutschland: „The Symbol Remain“ schafftes auf die 40 – ein Achtungserfolg in der 53-jährigen Bandhistorie. So viele Jahre haben CRIPPLED BLACK PHOENIX zwar nicht auf dem Buckel, bewegt waren die letzten Jahre der Progressive / Post Rock-Band aber dennoch. Nach dem Verlust ihres Frontmannes griff Mastermind Justin Greaves für „Ellengæst“ kurzerhand auf einen Reigen aus Gastsängern zurück. Das Resultat landet auf Platz 49 – kein schlechtes Ergebnis, aber doch hinter dem Vorgänger „Great Escape“ (2018, #33).

Der Ausblick auf kommende Woche

Die aktuelle Woche hält ein kleines Schmankerl für Death Metal-Freunde bereit: BENEDICTION haben das vielerorts heiß ersehnte „Scriptures“ veröffentlicht. Wer es nicht ganz so extrem mag, findet mit SPIRIT ADRIFT und „Enlightened In Eternity“ womöglich sein Glück. Live-Atmosphäre bekommen wir dagegen von SKÁLMÖLD, die ihr Jubiläumsalbum „10 Year Anniversary – Live In Reykjavík“ veröffentlicht haben. Von INFERA BRUO gibt es das Atmospheric Black Metal-Album „Rites Of The Nameless“ und WAYFARER haben mit „A Romance With Violence“ ebenfalls neues Material in der Hinterhand. 80er-Flair bekommen Nostalgiker wiederum von BERGETON und „Miami Murder“ – die Hitnergründe des Albums diskutieren wir mit dem Künstler in unserem Interview. Außerdem im Handel: „Through The Hollow“ von MOLASSES, die Single „The Last Journey“ von ARTILLERY und „Seaward“ von MR. BISON.

Die Neueinstiege vom 16. Oktober 2020

Top 20
01. SALTATIO MORTIS: „Für Immer Frei
02. LINKIN PARK: „Hybrid Theory“ (Re-Release)
08. MADSEN: „Na gut dann nicht“
13. KRAFTWERK: „Die Mensch-Maschine“ (Re-Release)
14. DIRE STRAITS: „The Studio Albums 1978-1991“
15. BLACK SABBATH: „Paranoid“ (Re-Release)
20. KRAFTWERK: „Autobahn“ (Re-Release)

Top 40
23. KRAFTWERK: „Tour De France“ (Re-Release)
26. KRAFTWERK: „The Mix“ (Re-Release)
27. NECROPHOBIC: „Dawn Of The Damned
28. KRAFTWERK: „Computerwelt“ (Re-Release)
32. KRAFTWERK: „Radio-Aktivität“ (Re-Release)
33. KRAFTWERK: „Trans Europa Express“ (Re-Release)
34. IRON MAIDEN: „Iron Maiden“ (Re-Release)
40. BLUE ÖYSTER CULT: „The Symbol Remains“

Top 50 und weitere
41. KRAFTWERK: „Techno Pop“ (Re-Release)
46. FIVE FINGER DEATH PUNCH: „A Decade Of Destrucion, Vol. 2“
49. CRIPPLED BLACK PHOENIX: „Ellengæst
50. METALLICA: „Metallica“ (WE)
97. SANCTUARY: „Into The Mirror Black – 30th Anniversary Edition“ (Re-Release)

Quelle: mtv.de

Florian Schaffer
Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.