SAVAGE CIRCUS: Live in Atlanta [DVD]

SAVAGE CIRCUS: Live in Atlanta [DVD]

Über die Daseinsberechtigung einer solchen DVD nach nur einem Album und ein paar Gigs lässt sich sicherlich streiten. Wenigstens wird einem auf der Hülle nicht mehr versprochen, als man letztlich zu sehen bzw. zu hören bekommt. Und immerhin haben Fans jetzt die Gelegenheit, ein Livedokument aus den Anfangstagen der Band zu erwerben – etwas, das sich einige Fans von Bands wie HELLOWEEN oder eben BLIND GUARDIAN im Nachhinein wohl durchaus wünschen.

Das Fehlen des inzwischen entlassenen Bandgründers und Schlagzeugers Thomen Stauch (ex-BLIND GUARDIAN, COLDSEED) ist einer der Hauptkritikpunkte. Weiterhin ist die Bildqualität nicht immer gut und das Zusatzmaterial äußerst dürftig. Neben dem bereits auf der CD-Erstauflage enthaltenen Evil Eyes-Videoclip gibt es lediglich zehn Minuten wirres Touristengefilme, so dass ich gleich zum eigentlichen Inhalt übergehen will, dem Auftritt beim ProgPower USA in Atlanta.

Die Setlist besteht aus den Songs des Dreamland Manor-Debüts, inklusive des bislang nur in Japan erschienenen PLASTIC BERTRAND-Covers Ca Plane Pour Moi, welches sich erwartungsgemäß in die Reihe der eher gesichtslosen Metal-Versionen von Pophits einreiht. Folglich bleiben die neun Eigenkompositionen übrig, die es auf insgesamt eine Stunde Spielzeit bringen. Mit Ausnahme von dem etwas schwerfälligen Ghost Story handelt es sich dabei um erstklassige Melodic Speed Metal-Werke, wie man sie von dem blinden Wächtern aus Krefeld her kennt. Live werden die Stücke mühelos umgesetzt, wenngleich Jens Carlsson (PERSUADER) bisweilen Spickzettel benötigt. Insgesamt ist das Stageacting ziemlich unspektakulär. Man merkt der Band zwar die Spielfreude an, spürt gleichzeitig aber auch hier und da die Nervosität. Musikalisch ist alles im grünen Bereich, zumal Gastschlagzeuger Thomas Nack (IRON SAVIOR) angesichts der komplexen Vorlagen eine gute Figur macht. Bei der Ballade Beyond Reality kommt vieles vom Band, während ansonsten vornehmlich die fünf leibhaftigen Musiker für den Lärm sorgen. Lediglich dezente Keyboardsamples ergänzen das tadellos produzierte Klangbild an einigen Stellen. Die Refrains kommen super rüber und schon nach wenigen Minuten befindet man sich im Fantasy Metal-Himmel!

Live in Atlanta ist also kein Pflichtkauf, sondern eher ein Schmankerl für treue Fans. Die Musik ist klasse, aber der Umfang eher bescheiden, so dass man auf alle Fälle mit dem Kauf warten sollte, bis man ein günstiges Angebot findet.

Veröffentlichungstermin: 26.02.2007

Spielzeit: 84:00 Min.

Line-Up:
Jens Corpse-pie Carlsson: Gesang
Emil Unholy Norberg: Gitarre
Piet Hellmaster Sielck: Gitarre
Thomen Angelsmasher Stauch: Schlagzeug

Yenz Red Devil Leonardt: Bass
Thomas Nack: Schlagzeug
Label: Dockyard1

Homepage: http://www.savage-circus.com

Tracklist:
1. Tomorrowland
2. Evil Eyes
3. Waltz Of The Demon
4. IT – The Gathering
5. Between The Devil And The Seas
6. Beyond Reality
7. Ghost Story
8. When Hell Awakes
9. Born Again By The Night
10. Ca Plane Pour Moi
+
Evil Eyes (Videoclip)
Savage Circus at Stone Mountain
Slideshow

Jutze
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