MARDUK: Funeral Marches and Warsongs

MARDUK: Funeral Marches and Warsongs

Nach zwölf Jahren MARDUK gibt diese DVD nun Gelegenheit, sich Legion und seine Mannen live ins Wohnzimmer zu holen. Die Soundqualität ist hierbei ganz passabel und widerspiegelt die Atmosphäre bei einem MARDUK-Konzert authentisch. Bei der Kameraführung (inklusive verschiedene Zooms und Blickwinkel) liegt der Fokus stark auf Legion, seine Mitmusiker fristen ein weniger visuell präsentes Dasein — somit dürften all jene, die den keifenden Frontmann vermissen, bei dieser DVD auf ihre Kosten kommen, die mitunter eine Art Frischhaltebox für die alten Legion-Zeiten darstellt.

Was etwas merkwürdig anmutet bei „Funeral Marches and Warsongs“ ist die chronologische Nähe der zwei aufgezeichneten Konzerte. So ist es kein Tippfehler, sondern in der Tat die exakt gleiche Trackliste, die auf beiden Konzerten feilgeboten wird. Der wohl entscheidendste Unterschied zwischen den Auftritten ist die Bühne: In Polen eine wahrlich gigantische Angelegenheit mit blauer Stadionbeleuchtung und neongelb angezogenen Security-Menschen — in Paris eher die publikumsnahe Variante mit reichlich Stage-Diving und guter Stimmung. Beim Polen-Gig wurde auch kameratechnisch mehr experimentiert. Dennoch fällt die exakt gleiche Trackliste doch sehr auf und bietet so keinen Abwechslungsreichtum. Außerdem wäre es sicherlich interessant gewesen, mal einen MARDUK-Auftritt in Südamerika mitzuverfolgen als Ergänzung zum europäischen Konzert.

Die MARDUK-Darbietung am PartySan-Festival bietet schließlich noch vier andere Songs, doch ist hier die Soundqualität schon arg schlechter und die Stimmung um einiges „roher“ (zum Glück können DVDs keine olfaktorischen Informationen übermitteln). Dieser Auftritt bietet jedoch ein wahrlich exklusives Duett von Legion und Joakim Af Gravf, die bei „The Black“ die frühen MARDUK-Zeiten wieder aufleben lassen. Beinahe komisch mutet es an, Joakim mit weissen Turnschuhen und wahrlich harmlos aussehend (im Vergleich mit Legion) bei seiner Kreischtätigkeit zu beobachten.

Die Dominanz vom „World Funeral“-Album, die sich z.B. bei den Tracklisten der Konzerte bemerkbar macht, zeigt sich auch bei den Videoclips. Jene unterscheiden sich nicht gross von den Live-Performances von MARDUK, man wähnt sich eher in ihrem Übungsraum. Hier wurde visuell jedoch nicht aus dem Vollen geschöpft. Das sonstige Bonus-Material beschränkt sich auf eine Discographie und Impressums-Hinweise. Das Problem hier: Die Schrift ist so klein, dass man sie kaum lesen kann. Auch weitere Infos zu den Alben (Songbeispiel etc.) erhält man hier nicht, man kann das Bonusmaterial also zurecht als ziemlich dürftig bezeichnen.

Fazit: Eine Anschaffung, die sich für Die-Hard-MARDUK-Fans, Live-Fanatiker und Legion-Verehrer (im Sinne von: Es leben die alten Zeiten) lohnt. Wer jedoch auch einen Einblick in älteres Material der schwedischen Schwarzmetall-Legende begehrt, wird auf „Funeral Marches and Warsongs“ nicht fündig. Schade.

VÖ: 1.3.2004

Trackliste

Live in Paris (Frankreich), La Locomotive, 9. April 2003

1. Blackcrowned

2. With Satan and Victorious Weapons

3. Azrael

4. Wolves

5. World Funeral

6. Hearse

7. Bleached Bones

8. Of Hells Fire

9. Darkness it shall be

10. Fistfucking Gods Planet

Live in Polen, Katowiche, 5. April 2003

1. Blackcrowned

2. With Satan and Victorious Weapons

3. Azrael

4. Wolves

5. World Funeral

6. Hearse

7. Bleached Bones

8. Of Hells Fire

9. Darkness it shall be

10. Fistfucking Gods Planet

Live am Party San Festival, Bad Berka, Deutschland, 7. August 2003

1. Jesus Christ Sodomized

2. Baptism by Fire

3. The Black

4. Still Fucking Dead

Video Clips

1. Hearse (aufgenommen im April 2003)

2. World Funeral (aufgenommen im April 2003)

Arlette Huguenin Dumittan
Arlette ist seit 2000 bei vampster und unsere Schweizer Fachfrau für schwarze Musik und vegane Backrezepte. Lieblingsbands: DARKTHRONE, MAYHEM, HAIL OF BULLETS. Genres: Black Metal, Death Metal, Dark Metal/Rock.