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HATEBREED: Live Dominance [DVD]

HATEBREED: Live Dominance [DVD]

HATEBREED gelten live seit jeher als eine Macht. Fette Riffs, knallharte Moshparts und eine energiegeladene Performance verwandeln ausnahmslos jeden Club in ein Schlachtfeld. Was von vielen Fans daher beständig gefordert wurde, wird jetzt endlich Realität. Mit Live Dominance besteht nun die Möglichkeit, sich das Abrisskommando aus New Haven, Connecticut ins Wohnzimmer zu holen.

Im Mittelpunkt ihrer ersten DVD steht ein 75-minütiger Live-Mitschnitt aus dem Detroiter Harpo´s-Club. Ohne großes Vorspiel wird man nach der Menüauswahl mitten ins Geschehen geworfen. Ab dem Punkt, an dem HATEBREED die Bühne stürmen und This Is Now in die Masse ballern, gibt es in der Halle kein Halten mehr. Die Band selbst zeigt sich an diesem Abend ungemein gut eingespielt und motiviert. Insbesondere Frontmann Jamey Jasta animiert das zahlreiche Publikum ein ums andere Mal zu neuen Höchstleistungen und fegt über die Bühne, als gäbe es kein Morgen mehr. Überhaupt dürfte es am Programm des Quintetts rein gar nichts auszusetzen geben. Das 22 Songs umfassende Set berücksichtigt alle vier bisher veröffentlichten Alben gleichermaßen. Ob nun altes Material wie Empty Promises und Last Breath gespielt wird oder bei aktuellen Stücken der Marke To The Threshold bzw. Never Let It Die gemosht wird, die Menge vor der Bühne mutiert stets zu einem einzigen, riesigen Pit. Eigentlich ist ja sogar das Publikum der heimliche Star der DVD, denn ohne dessen intensive Partizipation wäre der Mitschnitt sicherlich nur halb so gelungen. Zeitweise hat man sogar das Gefühl, dass wirklich niemand der Anwesenden noch still steht. Wenn dann auch noch tausende Kehlen bei Destroy Everything und I Will Be Heard den Text mitgröhlen, dann läuft einem schon mal ein Schauer über den Rücken. Kein Wunder also, dass die beiden genannten Titel auch zu den Höhepunkten des Gigs gehören.

Der Schnitt ist über weite Strecken gelungen und besticht vor allem durch eine angenehme Rate an Bildwechseln, die nie zu hektisch wird, sondern stets die Übersicht wahrt. Dafür sorgt auch der häufige Einsatz der Krankamera, die Bühne und Konzertstimmung ansprechend einfängt. Grund zur Kritik gibt es jedoch an der für meinen Geschmack übertriebenen Nutzung der Multikameraansicht, bei der der genutzte Bildausschnitt um gut die Hälfte reduziert wird, um gleichzeitig zwei verschiedene Perspektiven nebeneinander zeigen zu können. Eine sparsamere Verwendung solcher Effekte wäre im Gesamtbild deutlich gewinnbringender gewesen. Auch die so genannte Pit-Kamera ist aufgrund der inakzeptablen Bildqualität als ein eher misslungenes Experiment abzuhaken. Wer die zahllosen Handykamera-Konzertvideos auf YouTube kennt, weiß, was einen hier erwartet. Dieses Manko fällt glücklicherweise aber nur unwesentlich ins Gewicht, da die gezeigten Ausschnitte meist nur sehr kurz ausfallen.

Da mir nur eine komprimierte und somit in der Qualität reduzierte Fassung von Live Dominance vorliegt, kann ich zur technischen Seite nur wenig sagen. Von den in der Presseinfo angeführten HD-Kameras ist in der leicht matschigen Promofassung nichts zu sehen. Wie die endgültige Kauf-DVD aussehen wird, kann ich folglich nicht beurteilen. Ähnlich verhält es sich mit dem Ton, der zwar trotz starker Nachbearbeitung prinzipiell richtig gut klingt, aber bei dem die Auswirkungen der Komprimierung ebenso wenig abschätzbar sind.

Der Bonusteil von Live Dominance beinhaltet neben sechs weiteren Liveclips, Impressionen zur DVD-Show und Fotogalerien, noch kurze Interviews mit der Band. Leider wird hier das Meiste recht schnell abgehandelt und somit nur an der Oberfläche gekratzt. Ein wenig mehr inhaltliche Tiefe hätte der Extra-Sektion sicher nicht geschadet.

Für Fans ist HATEBREEDs erste Live-DVD zweifellos eine Pflichtinvestition. Das Konzertgefühl wird gut eingefangen und die energetische Live-Show gefällt, ja bringt sogar die heimischen vier Wände zum Wackeln. Nur die Technik lässt noch ein großes Fragezeichen offen. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich deshalb vor dem Kauf selbst überzeugen, ob das finale Produkt den eigenen Ansprüchen genügt.

Veröffentlichungstermin: 20.03.2009

Spielzeit: 130 Min. Min.

Line-Up:
Jamey Jasta: Vocals
Sean Martin: Guitar
Frank Novinec: Guitar
Chris Beattie: Bass
Matt Byrne: Drums

Produziert von Kevin Custer
Label: Century Media

Homepage: http://www.hatebreed.com

MySpace: http://www.myspace.com/hatebreed

Tracklist:
Bildformat: 16:9
Ton: PCM Stereo 2.0

Konzert – ca. 75 Min.
Bonus-Material (ca. 45 Min):
Bonus Detroit Footage
CT Bonus Songs
NY Bonus Songs
Behind The Hate: Band Interviews
Tattoo Gallery
R.I.P.
Philadelphia Tribute

Harpo´s-Show:
01. This Is Now
02. Perseverance
03. A Call For Blood
04. To The Threshold
05. Empty Promises
06. Destroy Everything
07. Voice Of Contention
08. As Diehard As They Come
09. Hallow Ground
10. Doomsayer
11. Betrayed By Life
12. Straight To Your Face
13. Facing What Consumes You
14. Before Dishonor
15. Never Let It Die
16. Last Breath
17. Beholder Of Justice
18. Smash Your Enemies
19. Proven
20. Defeatist
21. Live For This
22. I Will Be Heard

Florian Schaffer
Florian hat von 2008 bis 2015 Reviews und Live-Berichte für vampster geschrieben. Seit 2019 ist er wieder mit dabei. Lieblingsbands: AMORPHIS, ARCHITECTS, BARONESS, CULT OF LUNA, DARK TRANQUILLITY, GHOST BRIGADE, IN FLAMES, THE OCEAN. Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal