HAGGARD: Awaking the Gods – Live in Mexiko [Video]

Ein guter Live-Mitschnitt eines besonderen Konzertes, der aber leider durch den Studio-Sound ziemlich verhunzt wird.

Nachdem ich das Review zur Live-Scheibe von HAGGARD gelesen habe, war ich ja wirklich neugierig, wie denn wohl die Video-Version von Awaking the Gods – Live in Mexiko ausfallen würde.

Und ich muss Andi absolut unterstützen. Vom Sound her ist Awaking the Gods wirklich alles andere als live. Auch auf Video ist es nur allzu offensichtlich – vielleicht sogar noch viel offensichtlicher – dass das, was man zu hören bekommt nicht wirklich dem entsprechen kann, was da am 23. Februar 2001 im Teatro Ferrocarrilero in Mexico City aus den Boxen drang. Viel zu sehr ähnelt alles dem, was man bereits auf Platte zu hören bekam und wenn eine E-Gitarre plötzlich wie eine Akustikgitarre klingt, dann fällt auch dem Musiklaien auf, dass hier irgend etwas nicht stimmen kann. Insgesamt kling eh alles viel zu perfekt und deshalb kann ich im Bezug auf den Sound wirklich ohne Bedenken auf das Review von Andi verweisen.

Doch was auf CD keinen Sinn ergibt, kann durch die Hinzunahme des visuellen Aspekts ja durchaus dennoch eine interessante Sache werden. Und tatsächlich. Beim Betrachten des Videos zu Awaking the Gods wird recht schnell deutlich, dass die Band hier einen absolut magischen Moment in der Bandgeschichte auf Video eingefangen hat. Der Trip nach Mexiko scheint für HAGGARD definitiv ein Höhepunkt in ihrer Karriere und eine große Erfahrung gewesen zu sein. So spielt die Band vor einem ausverkauften Theatersaal vor einem völlig begeisterten Publikum, das die Texte der Alben wohl besser kennt, als der Großteil der deutschen HAGGARD-Fans. Es muss wirklich ein großartiges Erlebnis gewesen sein, an diesem Abend im Teatro Ferrocarrilero zu stehen und der Musik von HAGGARD zu lauschen und das Publikum zu beobachten, wie es eins mit der Band wurde.

Nur zu Schade, dass dieses Gefühl nur bedingt rüberkommt. Zwar kann man die begeisterten Gesichter der Fans immer wieder sehen, genauso sowie das erfreute Lachen von Sänger und Bandkopf Asis Nasseri. Nur fühlen kann man diese Begeisterung nicht. Und da muss ich dann halt wieder auf dem Sound rumhacken, denn von der Energie eines Live-Konzerts kommt bei diesem Sound einfach nichts rüber. Und genauso sind die Reaktionen des Publikums nur ab und an eingefadet, so dass auch deren Begeisterung nur zu erahnen ist.

Was den Video-Aspekt betrifft, so ist Awaking the Gods wirklich sehr professionell gemacht und das Konzert wird immer wieder durch stimmige Aufnahmen ergänzt, die die Band während ihres Aufenthalts in Mexiko geschossen hat. Das große Problem an Awaking the Gods scheint mir allerdings zu sein, dass die Band das perfekte Live-Album/Video wollte und dadurch ist einfach verdammt viel Atmosphäre verloren gegangen. Aus welchem Grund diese Atmosphäre gerade durch den Sound so sehr zerstört wurde soll dabei mal dahingestellt bleiben. Ganz klar ist er aber der große Störfaktor beim Genuss einer Stunde HAGGARD live und das ist wirklich Schade. Letztendlich ist Awaking the Gods also nur allen Fans zu empfehlen, die auch über gewisse Fehler hinwegsehen können.

Fierce