SUMMER BREEZE 2008: Der Livebericht

SUMMER BREEZE 2008: Der Livebericht

Das Festival

Mittwoch, 13.08.08
Lay Down Rotten

Donnerstag, 14.08.08
All Ends | Emil Bulls | Aborted | Saltatio Mortis | Soilwork | Negura Bunget| Arch Enemy | Behemoth | Paradise Lost | Helloween | Marduk

Freitag, 15.08.08
Schelmish | Korpiklaani | Enemy of the Sun | Pro-Pain | Exodus | As I lay Dying | End of Green | Kataklysm | Subway to Sally | Hollenthon

Samstag, 16.08.08
Japanische Kamphörspiele | Dismember | Neaera | Ensiferum | N.Me Mine | H-Blockx | Misery Speaks | Cradle of Filth | Jack Frost | Anathema | Dark Fortress

 

 

 

Das Festival
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Zum dritten Mal versammelten sich zehntausende Freunde harter Klänge in Dinkelsbühl, um auf dem SUMMER BREEZE vier Tage den Alltag Alltag sein zu lassen und auf dem Campingplatz zwischen Grillwurst, Bier und Metalklängen ordentlich Festivalfeeling aufkommen zu lassen. Dem alten Gelände weinen wohl nur noch wenige eine Träne hinterher, da die kürzeren Wege zwischen Zeltplatz und Festivalgelände, sowie der ausreichende Platz, der selbst bei über 20.000 Leuten fast immer eine lockere Atmosphäre und Bewegungsfreiheit garantiert, die Wiesen rund um Sinbronn zum prädestinierten Festival-Areal machen. Ergiebiger Regen sorgte im Vorfeld noch für einige Sorgenfalten, doch pünktlich zum dieses Jahr bereits für Mittwoch angesetzten Beginn hielt der Himmel seine Schleusen größtenteils geschlossen, wodurch eine Schlammschlacht vermieden wurde, zumal die Verantwortlichen mit Unmengen Heu das Gelände vor den Bühnen zusätzlich trockengelegt hatten. Die vielfältigen Angebote auf der Fressmeile und bei den Händlern sorgten ebenfalls für zufriedene Gesichter, wenngleich die paradiesischen Zeiten mit fairen Bier- und Essenspreisen langsam aber sicher auch hier der Vergangenheit angehören.

Die erwähnte Vorverlegung auf Mittwoch mit kleinem Programm auf der Zeltbühne war wohl ursprünglich als Entlastungsmaßnahme bei der Anreise gedacht, entwickelte sich jedoch gemeinsam mit den aufgeweichten Wiesen zum größten Manko des ansonsten blitzsauber organisierten Festivals. Denn die Metalgemeinde drängte bereits am Mittwochmorgen geschlossen gen Dinkelsbühl, sodass man sich schon auf der 15 Kilometer entfernten A7 im Stillstand wiederfinden konnte. Wer nicht gerade detailliertes Straßenkartengut der Gegend sein Eigen nennen konnte, war aufgeschmissen und verbrachte teilweise locker 12 Stunden im Dauerstau.

Nichtsdestotrotz entwickelt sich das SUMMER BREEZE immer mehr zu einer entspannteren und dennoch mit Höhepunkten gespickten Alternative zu den ganz großen Festivals. Für vier unvergessliche Festival-Tage braucht man eben nicht immer abgehalfterte Rock-Dinosaurier oder die x-te Reunion. Und mit diesen Worten wollen wir uns hineinstürzen ins Vergnügen.

Mittwoch, 13.08.2008
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LAY DOWN ROTTEN
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Wer dem Stau entronnen ist, sucht zunächst einmal ein geeignetes metallisches Ventil, um den Anfahrtsstress abzubauen. LAY DOWN ROTTEN bieten dafür den geeigneten Soundtrack, da ihre Death-Metal-Walze gut geölt rattert und für ein randvolles Zelt sorgt. Für größere Heldentaten fehlt es zwar noch an markanten Passagen und etwas mehr Bühnenpräsenz, doch an diesem Abend ist jeder zunächst einmal froh, endlich ordentlich was auf die Ohren zu bekommen, und als dann noch Heartwork von CARCASS intoniert wird, erntet die Band die verdienten Hörner und der Megastau gerät so langsam in Vergessenheit.
(Rachendrachen)

Donnerstag, 14.8.
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ALL ENDS
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Den in der Regel etwas undankbaren Opener-Slot auf der kleinen Pain-Stage haben in diesem Jahr ALL ENDS inne. So präsentieren sie direkt nach den Bandcontest-Gewinnern FUCK YOUR SHADOW FROM BEHIND dem Publikum ihren von zwei Damenstimmen getragenen Gothic-Metal. Trotz anfangs eher verhaltener Reaktionen schickt die Combo ein göteborgsches Riff Marke moderner IN FLAMES nach dem anderen in die Menge und erntet so nach und nach von diesem doch die erstrebte Gegenreaktion. Die beiden Sängerinnen geben sich gut gelaunt und liefern auch sonst eine ordentliche Performance ab, auch wenn bei der obligatorischen Ballade der Kitsch-Detektor geradezu bedrohliche Werte ausspuckt. Da es zudem auch noch stark an Eigenständigkeit fehlt, ist das Fazit ein insgesamt eher durchwachsener Start in dieses Festival.
(Schaffi)

EMIL BULLS
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 Emil
Moderne Crossover-Helden zwischen Death- und Düstermetal – EMIL BULLS

Den Schwanz einziehen, nur weil man als moderne Crossover-Band zwischen lauter Death- und Düstermetal-Acts ein wenig fehl am Platze wirkt? Das ist keine Option für die EMIL BULLS, die breitbeinig die Flucht nach vorne antreten. Alle Musiker gehen ab wie Schnitzel, während Frontmann Christoph sich die Seele aus dem Leib schreit, nur um in den Refrains die ganz großen Melodien auszupacken. Besonders die neuen Songs von The Black Path entwickeln dabei jede Menge Energie und Dynamik. Die Bulls besitzen sogar die Chuzpe, mittels MANOWAR-Intro, Symphony of Destruction-Cover und Damage Inc.-Zitat einen dreifachen augenzwinkernden Gruß in Richtung ihrer metallischeren Kollegen zu entsenden. Manch ein Kutten-und-Nietengurt-Träger mag das Gesicht dabei angewidert verziehen, alle aufgeschlosseren Festivalbesucher erleben schon am frühen Nachmittag ein erstes unterhaltsames Highlight.
(Rachendrachen)

ABORTED
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Jetzt ABORTED – gehste auch hin? Ja, klar! Muss man auch gesehen haben! Wieso? Keine Ahnung! Die Band war mir bisher eigentlich auch nur als Rumpel-Kladderadatsch-Bums-Und-Weg-Kombo ein Begriff. Zugegebenermaßen dieses wirklich auch nur vom Namen her, da ich mich bisher mit den musikalischen Ergüssen der Belgier nicht auseinandergesetzt habe und mich somit auch nicht von deren Qualitäten überzeugen konnte. Und tatsächlich, hier wird deftig blastiger Death Metal ausgepackt und mit vocal-technisch core-lastigen Elementen gespickt. Das ist doch im positiven Sinne eine Symphony Of Destruction im Gegensatz zu anderen Ohrenschmerzen verursachenden Krachnikoffskis, die einen noch bis zu den Merchständen verfolgen. Die Mischung melodischer Gitarrenparts mit knalligem Drumming, dazu ein Frontmann, der das Publikum fest im Griff hat, das überzeugt wohl auch die Ladies, die sich ganz speziell, lyrisch-charmant angesprochen fühlen dürfen. Songs wie Enterrement Of An Idol bringen den Mob zum Toben und passend zu typischen Pigscreams gehen die ersten 5 bis 30 Reihen auch ab wie Sau! Das Ganze ist keine musikalische Offenbarung, doch Anleihen an EXODUS machen sich durch massig eingestreute Breaks bemerkbar und die Nutzung verschiedener Zitate aus Thrash Metal und Grindcore machen den Rumpel-Kladder durchaus mehr als interessant. Einzig die unsäglich schlechten Soli lassen mir das Ohr bluten. ABORTED muss man gesehen haben? So isses nun auch wieder nicht. Schaden tut´s wiederum sicher auch nicht.
(Matze)

SALTATIO MORTIS
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Manch einer dürfte auf dem Weg zum Gelände ob der riesigen Menschenmasse vor der Main-Stage zu solch früher Stunde nicht schlecht gestaunt haben. Dort hat man aber nicht etwa den Headliner des Tages vorgezogen, nein, vielmehr weden die Spielmänner von SALTATIO MORTIS erwartet, um dem Publikum gehörig einzuheizen. Und das lassen die sich nicht zwei Mal sagen und bringen mit Prometheus (diesmal zwar ohne Pyro, aber mit viel Leidenschaft) nicht nur das Feuer, sondern auch die gute Stimmung nach Dinkelsbühl. Voller Ekstase zelebrieren Band und Publikum die Hits der aktuellen CD Aus der Asche, wobei den Jungs die Spielfreude sichtlich anzumerken ist. Neben aktuellem Material wie Tod und Teufel oder Wirf den ersten Stein – letzteres mit Gastsänger Hannes von KISSIN´ DYNAMITE – darf natürlich auch der ein oder andere ältere Song nicht fehlen. So gibt es schließlich noch Tritt Ein und den Klassiker Falsche Freunde zu hören, bevor SALTATIO MORTIS mit anhaltenden Chorgesängen beim finalen Spielmannsschwur verabschiedet werden. Fazit: Klasse Songs, tolle Stimmung und eine sichtlich überwältigte Band.
(Schaffi)

SOILWORK
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 Soilwork
 Augeflipptes Stageacting und kultige Bandshirts bei SOILWORK

Sachen gibt’s…Kaum ist das unterhaltsame, von DEVIN TOWNSEND gesprochene Intro verklungen, geben fünf SOILWORKer Vollgas und werden nicht müde, böse dreinblickend hauptsächlich neueres Songmaterial mit Hochdruck unters Volk zu pumpen – und Ola Flink zerstört den hervorragenden Eindruck mühelos im Alleingang. Während Speed Strid und Komplizen fiese Fressen ziehen und die tighte, düstere musikalische Darbietung dadurch passend untermalen, hüpft der Bassist im lila-neongelben Oldschool-Shirt munter auf der Bühne umher, als hätte er einige kunterbunte Pillen mit aufgedruckten Smileys geschmissen. Debile Grimassen, ein teilweise bis knapp unter das Kinn gezogener Bass und vermutlich selbstironisch gemeintes Achziger-Getrapsel auf der Bühne genügen, um ständig von dem ansonsten starken Auftritt abzulenken. Zuschauer mit einem hohen Verdrängungsvermögen bzw. einer korrespondierenden Promillezahl können zu den druckvollen, abwechslungsreichen Hymnen der Schweden abgehen, jeder andere wünscht sich dringend eine spontane Erblindung.
(Rachendrachen)

NEGURA BUNGET
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Nachdem es auf dem Wacken, bedingt durch meinen beschissenen Standort zur Bühne, ein Reinfall war mit den rumänischen Musikanten, war ich nun doch sehr gespannt auf deren folkloristisch angehauchten Black Metal. Dummerweise müssen aber auch beim Auftritt im Party-Tent des SUMMER BREEZE starke Abstriche gemacht werden. Der Sound ist doch sehr undifferenziert und übersteuert, was der eigentlich sehr interessanten Instrumentierung (Xylophon, Panflöte etc), welche dem sphärischen Grundgewand der eigenständigen Kompositionen noch eine Vielzahl an Nuancen im Klangbild hinzufügt, live wirklich keinen Gefallen tut. Eine Standardformation mit simpler Rhythmik und traditionellem Thrash-Riffing hätte es da sicher wesentlich einfacher. Immerhin scheinen unsere osteuropäischen Nachbarn sich einer stetig wachsenden Fangemeinde zu erfreuen, die mit dem Material bestens vertraut scheint und entweder immun gegen verwaschenen Lautstärketerrorismus ist oder diesen erfolgreich ignorieren kann. Der Gig der routiniert agierenden NEGURA BUNGET wird jedenfalls ordentlich abgefeiert. Mir zumindest bleibt die Hoffnung, die sympathisch rüberkommenden Recken aus dem Nebelwald bei einem weniger nebulösen Sound genießen zu dürfen.
(Matze)

ARCH ENEMY
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 ARCH
 Fand auch bei zahlreichen Ausziehen!-Rufen die passende Antwort – Angela Gossow von ARCH ENEMY

Die Gebrüder Amott sind musikalisch endlich wieder vereint. Grund genug also, sich die schwedisch-deutsche Frickelmaschinerie ARCH ENEMY genauer anzusehen. Von Michaels Pause ist in den folgenden 60 Minuten nichts zu spüren. Im Gegenteil, die Band zeigt sich bei Stücken wie Taking Back My Soul oder We Will Rise souverän und ähnlich gut eingespielt wie gewohnt und lässt auch sonst nichts anbrennen. Die Soli sitzen und eingängige Riffs wie bei My Apocalypse sorgen für zahlreiche bangende Köpfe. Dazu eine Frontfrau wie Angela Gussow, die das Publikum stets fest im Griff hat – ja sogar bei den zahlreichen Ausziehen-Rufen nicht um eine passende Antwort verlegen ist – und schon kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Mit einer derartigen Hitdichte, wie sie ARCH ENEMY im Backkatalog haben, schon gleich gar nicht. So gab´s neben Nemesis und dem der Damenwelt im Metal gewidmeten Let The Revolution Begin mit Ravenous, sowie Dead Eyes See No Future noch eine ganze Reihe Hits nachgeschoben, die dann wohl auch die hintersten Reihen überzeugt haben dürften. Mission Summer Breeze geglückt!
(Schaffi)

BEHEMOTH
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Sehr gespannt bin ich auf den Auftritt der polnischen Demigods, die spätestens mit selbigem Album eine Abkehr von der reinen Lehre des Black Metal hin zu mehr death-/thrash-metallischen Klängen vollzogen und dadurch auch eine neue, größere Anhängerschaft rekrutieren konnten. Verrat! Ich fand das Return Of The Northern Moon-Gerumpel richtig gut. Wenn sich allerdings Verrat derart positiv auf die Kreativität auswirkt, ohne den Metal-Spirit zu negieren – verdammt – dann dürfen gerne noch mehr Bands verräterisch komponieren. Und Halleluja – äh? – hell yeah! Mein erstmaliger Live-Eindruck der Nilpferdgötter war, vergleichbar mit jenen possierlichen Tierchen, schlicht und ergreifend FETT! Die Kriegstrommeln werden geschlagen und Fanfaren rufen zur Schlacht From The Pagan Vastlands gegen das verhasste Christentum und andere, das Individuum unterdrückende, Religionen (Christgrinding Avenue) und Ideologien. Ähem, nun ja. Jedenfalls werden musikalisch von Anfang an keine Gefangenen (Conquer All) gemacht. Ultratightes Zusammenspiel der Rhythmusfraktion, dazu präzise Gitarrenriffs, die sich unaufhaltsam in die Gehörgänge fräsen, unterstützt durch einen glasklaren, druckvollen Sound, das erfreut das Bangerherz. Kalt und unbarmherzig jagt ein Nackenbrecher den anderen und die frostige Ausstrahlung der Endzeitsoldaten ist noch bis in die hinteren Reihen spürbar. Für die kleinen Pyromanen unter uns noch die obligatorische Feuerspuckeinlage und kurz darauf ist dann auch schon Schluss mit dem äußerst kurzweiligen Metal-Inferno. Das erste wirkliche Highlight des Festivals. Mehr davon!
(Matze)

PARADISE LOST
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 PaRADISE
 Sorgten für eine einmalige Atmosphäre – PARADISE LOST

Wenn die Vertreibung aus dem Paradies so herrlich war, wie dieser Abend (geiles Wetter, geiles Konzert umrahmt von einem wolkengeschwängerten, feuerroten Sonnenuntergang, dazu ´ne leckere Limo…), dann bitte mal her mit Evas Äpfelchen. Nach anfänglich etwas dünnem Sound – gut, die Outputs Anfang des neuen Jahrtausends klangen ja schon mehr nach Depeche Meddel, trotzdem sind PARADISE LOST aber eine Band mit Gitarren und die will ich auch hören – sorgen die Insulaner doch gleich für das volle Programm der Emotionen mit The Sorrow über (jajaja!!!) As I Die und Pity The Sadness, das voll relaxed und laid-back rüberkommt. Auch wenn das Publikum zuweilen die richtige Motivation vermissen lässt, nehmen es Nick Holmes und seine Mannen mit britischer Gelassenheit. Instrumentalfraktion und Vocals harmonieren einwandfrei, die Songauswahl lässt wirklich nichts zu wünschen übrig und auch der Mann am Mischpult scheint endlich die richtigen Regler gefunden zu haben. An Material aus Draconian Times, wie Enchantment reiht sich nahtlos aktuelles Liedgut (Requiem, Never For The Damned), das live auf ganzer Linie überzeugen kann. Nicht nur dem Old-School-Publikum bringen die am Ende des Sets platzierten Bandhymnen Embers Fire und One Second Momente tiefster Verzückung. Neben den ganzen Hau-Drauf-Kapellen auf dem SUMMER BREEZE sorgen die wieder erstarkten Erfinder des Gothic Metal einfach für eine ganz besondere Atmosphäre. Leider ist nach Say Just Words viel zu früh Ende Gelände. Sehr fein, meine Herren!
(Matze)

HELLOWEEN
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Der Abend schreitet voran und ein ums andere Gerstensäftchen findet den Weg vom Tresen in meine durstige Kehle. Das ist aber auch bitter nötig, denn anders ist das folgende Desaster auch kaum zu ertragen. Wirklich, es gab eine Zeit, in der diese Truppe wirklich die Mauern von Jericho zum Einstürzen brachte… Moment mal, eigentlich schaffen es die Kürbisköpfe auch heute noch. Allerdings liegt das im Jahre 2008 eher daran, dass selbst Steine ob dieser Offenbarung des Grauens sich lieber verkrümeln. Sorry, aber Kindergarten-Metal der Marke Dr. Stein und Perfect Gentleman kommen aufgeblasen daher, wie die am Bühnenrand drapierten überproportionierten Kürbisse. Andi Debris ist ein geiler Sänger bei hardrockigen Nummern seiner Vorgängerband PINK CREAM 69, aber Metal? Tut mir ja leid, aber bei Songs wie Eagle Fly Free liegt der Gesang meilenweit neben der Spur und mir rollen sich die Zehennägel auf. Man kann über Herrn Kiske auf Grund seiner Aussagen bezüglich der Szene ja meinetwegen meckern wie man will, Future World hat ohne ihn aber auch keine Zukunft mehr. Und dann noch dieses ellenlange, zudem noch unglaublich langweilige Drumsolo, das wirklich kein Mensch braucht. Gut, tausende von Zuschauern sehen (und hören) das völlig anders. Und natürlich sind die Herren um Michael Weikath gestandene Musiker, die den Metal made in Germany mit nach vorne gebracht haben, doch in der Gegenwart angekommen sind HELLOWEEN einfach nur noch belanglos. I Want Out, ich auch!
(Matze)

MARDUK
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Mannomann, MARDUK anno 1999 auf dem Dynamo. Das war die Macht! Der legendäre Legion hatte die Meute fest im Griff und die Band strahlte eine Aggression aus, die eigentlich nur vergleichbar mit den Thrash-Königen SLAYER ist. Neun Jahre später, der damalige Frontmann wurde mittlerweile abgelöst von dem Weltuntergangspropheten Mortuus, stehen die schwedischen Panzerfahrer vor mehreren tausend Zuschauern auf der Main Stage eines Open-Airs. Plagued Angel, das erste Album mit dem Nachfolger am Mikrofon, konnte mich nicht wirklich überzeugen und auch auf der darauf folgenden Tour konnte er sich meiner Meinung nach nicht aus dem übergroßen Schatten seines Vorgängers lösen. Mit dem Hammerwerk Rom 5:12 im Gepäck sind die Erwartungen allerdings riesig. Um es vorwegzunehmen, der Auftritt der Schwarzheimer ist ein Manifest in Sachen Dunkelstahl. Uraltmaterial wie Still Fucking Dead, Materialized In Stone und Beyond The Grace Of God ballert die Panzerdivision ebenso zielsicher ins Gefolge wie Baptism By Fire und den Soundtrack zum Weltbegräbnis With Satan And Victorious Weapons. Dann erschallen die Trompeten der Seven Angels… und absolut geil intoniert vom PRIMORDIAL Frontmann, der als Gastsänger für Accuser/Opposer auf die Bühne gebeten wird (uups, beten! Falscher Ausdruck!), walzen those of the unlight auch den letzten Zweifler platt. Auch die teilweise recht groovigen aktuellen Nummern fallen keineswegs zu den Klassikern ab, nein, sie heben MARDUK in völlig neue Gefilde traditionellen Black Metals. So weit, so evil! Musikalisch und von der Bühnenpräsenz über jeden Zweifel erhaben, stoßen allerdings Ansagen, in denen Germania beschworen wird, reichlich sauer auf. Gerade weil man in der BM- und Pagan-Szene keine Lust darauf hat, sich andauernd mit Vorwürfen konfrontiert zu sehen, nationalsozialistischem Gedankengut eine Plattform zu bieten, so sollte man doch auch seine Aussagen bedachter wählen. So bleibt einfach ein fader Beigeschmack, der den exzellenten Eindruck einer ansonsten tadellosen Headliner-Show leider etwas trübt.
(Matze)

Freitag, 15.08.2008
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SCHELMISH
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Angesichts des recht bescheidenen Wetters um die Mittagszeit versammelt sich doch eine recht stattliche Menge von Festivalbesuchern vor der Pain-Stage, um den Auftritt der Mittelalterrocker von SCHELMISH zu sehen – und sie werden letzten Endes auch nicht enttäuscht. SCHELMISH lassen sich von den dunklen Wolken am Himmel nicht beirren, sondern geben von der ersten Sekunde an Vollgas. Dank Metalriffing und dem rauen Gesang von Frontmann Rimsbold von Tiefentann ist es für die Spielleute ein Leichtes, das Publikum für sich zu gewinnen. So bringen Hits wie Der Letzte Kuss oder Marionette trotz durchweichtem Boden so manch einen zum Tanzen oder Springen. Humor beweist vor allem Sackpfeifenspieler Luzi, der zum instrumentalen La Rotta einen mehr oder weniger erotischen Striptease vorführt. Fleißig mitgesungen wird dann beim abschließenden JOHNNY CASH-Klassiker Ring of Fire, der auch mit Schalmei-Unterstützung gut funktioniert. Auch wenn bei dieser Interpretation die Meinungen innerhalb des vampster-Teams auseinander gehen, so ist es dennoch ein sympathischer Abschluss für einen kurzen, aber spaßigen Auftritt der Mittelalter-Combo.
(Schaffi)

KORPIKLAANI
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 Korpiklaani
 Wie bitte? – Auch KORPIKLAANIs Sänger Jonne schien mit dem Sound so seine Probleme zu haben

Als KORPIKLAANI vor drei Jahren das SUMMER BREEZE beehrten, waren sie nicht mehr als ein Geheimtipp. Heute ist man diesem Status längst entwachsen, wovon auch das prall gefüllte Gelände zeugt. Aber sonst hat sich bei den Folk-Metallern im Grunde genommen wenig getan. Die zum Tanzen und Trinken animierende Musik klingt auch 2008 wie eh und je und mit einer derart viel versprechenden Setlist, die mit Hits wie dem Opener Wooden Pints, Journey Man oder dem Instrumentalstück Pellonpekko aufwarten kann, ist es für die Finnen ein Leichtes, die Menge zum Feiern zu animieren. Bezeichnend ist hierbei, dass sich die Songauswahl vor allem auf die frühen Schaffensperioden der Band konzentriert. Nur der Sound will dieses Jahr nicht so recht. Statt Geige und Akkordeon, die im Soundmatsch nahezu komplett untergehen, dröhnt ein Brei aus Bass und Schlagzeug aus den Boxen und macht es zuweilen gar nicht so einfach, das jeweilige Lied zu erkennen. Dass man sich aber davon nicht die Laune verderben lassen muss, zeigen allerlei seltsame Gestalten, die während des Auftritts durch die Menge streifen und ihre mithilfe von Müllsäcken und allerlei Zweigwerk gestalteten Waldschratkostümierungen zur Schau stellen. Bei Beer Beer darf zum Abschluss noch mal kräftig mitgegröhlt werden. Und wer damit nichts anfangen kann, dem bleibt ja immer noch das fröhliche Song-Raten.
(Schaffi)


ENEMY OF THE SUN

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Irgendwie kann ich mich heute für nicht wirklich viele Acts erwärmen. Also pflegen wir daher lieber sinnbefreite Diskussionen über mathematisch-philosophische Grundfragen der menschlichen Existenz im universellen Bewusstsein, suchen sportliche Herausforderungen wie Doppeldosenplatthüpfen und Marathongrilling. Letzten Endes läuft ja doch alles auf hemmungslosen Bierkonsum hinaus. Nee Quatsch! Es gibt schließlich auch andere Alkoholika. Was das alles mit ENEMY OF THE SUN zu tun hat? Nix! Außer natürlich, dass der Bandname ein Synonym für geistige Umnachtung sein könnte. Soooo, dann also doch mal aufs Gelände und ab ins Partyzelt. ENEMY OF THE SUN, was sagt mir das? Hmm, weiß nicht, aber schaun mer halt mal. Zumal ja sonst echt keine Alternative geboten ist (Bier trinken geht ja auch nebenher!). Tatsächlich lohnt es sich doch, den nachmittäglichen Philosophenstammtisch zu unterbrechen, denn die drei-Mann-und-eine-Frau-Truppe spielt sehr eigenwilligen Neo-Thrash. Gesanglich pendelt man zwischen klarer, sehr melodiöser Stimme mit harten Growls im Refrain zu Weak. Treibender Thrash im Wechsel mit schönen akustischen Gitarren, orientalisch anmutende Harmonien leiten in einen punkigen Strophenteil über. Massig eingestreute Breaks nehmen fast schon progressive Ausmaße an. Das klingt interessant und macht neugierig auf die nächsten Songs. Dann sieht man ein altbekanntes Gesicht auf der Bühne. Zur GRIP INC.-Granate Ostracized röhrt passenderweise Gus Chambers ins Mikrofon. Jetzt fügt sich auch das Puzzle zusammen. Dies ist ja die Band um Waldemar Sorychta (ehemals Gitarrist bei GRIP INC.) Den hätte ich jetzt ja mal gar nicht erkannt. Anschließend sorgt ein weiterer Klassiker aus der gemeinsamen Zeit Chambers und Sorychtas, Hostage To Heaven, für Jubel. Leider fällt hier über weite Strecken der Gesang aus. Schade auch. Nach standesgemäßer Verabschiedung des Vokal-Irokesen ist dann auch wieder der quirlige, wild über die Bühne hüpfende Stamm-Frontmann am Start. Leider ist mittlerweile die Luft etwas raus. Ein absoluter Tralala-Strophenpart zieht die Stimmung schon etwas nach unten. Zum Schluss noch mal ein wahnsinnig speediges Riff und ein Dive ins Publikum können die Kohlen zwar nicht mehr ganz aus dem Feuer holen, bestätigen aber den überwiegend positiven Anfangseindruck.
(Matze)


PRO-PAIN

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 Pro-Pain
 Unwiderstehlicher Groove trotz einfacher Rhythmen – Live sind PRO PAIN eine Macht.

Zeit für die alten Herren des Hardcore. Wobei sich Gary Meskil, Tom Klimchuck und JC Dwyer junges Blut in Gestalt von Gitarrist Marshall Stevens einverleibt haben und somit für genügend Bewegung auf der Bühne sorgen, sobald die etwas irritierend als Intro gewählte Deutschlandhymne verklungen ist. Leichter Nieselregen ist kein echter Gegner für die vier New Yorker, die mit ihren zeitlosen Muskelpaket-Songs für reichlich wippende Köpfe und in den grauen Himmel gereckte Fäuste sorgen. Auf Platte mag sich bei dem Quartett manches wiederholen und ähneln, live entwickelt die Band jedoch nach wie vor durch ihr extrem genaues Zusammenspiel selbst bei den simpelsten Rhythmen einen unwiderstehlichen Groove, der unweigerlich mit einem steifen Nacken enden muss – was immerhin eine Erklärung für Mister Meskils unglaubliche Halsmuskulatur sein könnte. Als besonderer Höhepunkt gegen Ende entpuppt sich überraschenderweise kein Oldie wie Foul Taste Of Freedom, sondern das eingängige All For King George vom Age Of Tyranny/The Tenth Crusade-Album, bei dem PRO-PAINs Roadie alle möglichen Leute als Background-Sänger auf die Bühne zwingt.
(Rachendrachen)

 

EXODUS
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 Exodus
 Kompensierte mit seiner Bühnenpräsenz den schwachen Sound – Rob Dukes von EXODUS

Und wieder ist es an der Zeit für A Lesson In Violence. Wer EXODUS einmal gesehen hat, der wird süchtig nach ihnen. EXODUS, das ist Thrash der Extraklasse, EXODUS, das ist der Heavy Metal-Urknall. Und wie grollender Donner legen die Herrschaften um das Gitarrenduo Holt/Altus mit Funeral Hymn los. Die Rhythmustruppe schlägt tight wie ein Uhrwerk und von Beginn an ist klar: Wer Thrash sät, wird EXODUS ernten! Unaufhaltsam wie ein Strom Lava ebnet sich die Riffmaschine den Weg in die Gehörgänge und krallt sich darin fest. Dem Gesamtsound fehlt es zwar etwas an Durchschlagskraft, doch Songs mit der Klasse von Children Of A Worthless God sind einfach zu gut, die Harmonien der Gitarrenläufe zu spektakulär, die Bühnenpräsenz der kompletten Crew, insbesondere des heute (gottseidank) ohne peinliche Star-Spangled Banner-Bermuda auftretende Frontmoshklops Rob Dukes, zu routiniert-kraftvoll, als dass dies wirklich eine grobe Einschränkung des Full-Metal-Genusses ist. Wenn dann noch Monumente der Marke Piranha und Strike Of The Beast ausgepackt werden, dann ist verdammt noch mal die Welt in Ordnung. Fucking – kill each other!!!
(Matze)

AS I LAY DYING
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 As
 Durch und durch Metal! – Tim Lambesis von AS I LAY DYING

Welche Band kann es sich schon erlauben, die frenetischen Wall Of Death-Wünsche ihrer Fans beharrlich bis kurz vor Ende des Auftritts zu ignorieren? AS I LAY DYING können, und das mit Stil, denn bevor sich das Publikum gegenseitig in Grund und Boden rennen darf, gilt es, etliche hammerharte Metalgranaten mit Core-Schlagseite zu verkraften, zu denen die Herrschaften aus dem sonnigen San Diego eine engagierte und stimmige Show bieten. Vor allem Sänger Tim Lambesis rennt unablässig von einer Bühnenkante zur nächsten und bangt sich selbst noch bei anspruchsvollen Schreipassagen die Seele aus dem Leib. Hölle auch, dieser Typ ist Metal – und sympathisch gleich noch dazu, denn mit seinen Ansagen führt er souverän und flott durch´s Programm, das neben vielen Böllern von An Ocean Between Us und Shadows Are Security auch die Fast-schon-Klassiker 94 Hours und Forever zu bieten hat. Der Schwarzenegger-Fan besitzt eine derartige Präsenz, dass es ihm sogar noch gelingt, eine eigentlich schon in Bewegung befindliche Wall Of Death zum Abschluss noch einmal aufzuhalten, bis er vollkommen zufrieden ist mit dem an 300 gemahnenden Aufeinanderprallen der Massen und sich endlich die bis Oberkante Unterlippe aufgestaute Power entladen darf. Filmreif!
(Rachendrachen)

END OF GREEN
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 END
 END OF GREEN gehören seit jeher zu den Dauergästen in Dinkelsbühl und Abtsgmünd

Business as usual könnte man bei einem END OF GREEN-Auftritt auf dem SUMMER BREEZE vermuten, gehören die Schwaben doch seit jeher zu den Dauergästen in Dinkelsbühl und Abtsgmünd. Doch just heute soll mit The Sick´s Sense das neue Album des Fünfers veröffentlicht werden, was natürlich mit einer würdigen Show inklusive neuem Liedgut zelebriert werden soll. Und gerade die Single-Auskopplung Killhoney kann sich nahtlos in die Ahnenreihe packender Live-Stücke einreihen. Die Gitarristen Sad Sir und Kirk Kerker lassen die Matten kreisen, dass es eine helle, pardon, dunkle Freude ist, und die Rhythmussektion pumpt und drückt, als sei die Bühne ein Kraftraum. Dennoch: Ob es nun am etwas ungemütlichen Wetter liegt oder an den noch ungewohnten neuen Stücken, so ganz groß abgefeiert wird die Band heute nicht. Hier und da wünscht man sich auch von Michelle Darkness etwas anheizendere Ansagen als nur ein gelegentliches Oh yeah…. Lauter Applaus brandet dennoch auf, als sich END OF GREEN mit Highway 69 und einer immens intensiven, von Piano-Klängen untermalten Variante von I Hate verabschieden.
(Rachendrachen)

KATAKLYSM
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Mit leichter Verspätung erreiche ich die Pain-Stage, wo KATAKLYSM bereits mit vollem Einsatz bei der Sache sind. Dementsprechend voll ist es vor der Bühne und macht es mir nicht gerade leicht, noch einen guten Platz vor derselbigen zu ergattern. Aber halb so wild, Nackenbrecher à la Like Angels Weeping (The Dark) knallen auch in den hinteren Reihen noch ordentlich rein. Überhaupt liest sich die Songauswahl wie ein persönliches Best-Of-Programm: Neben aktuellem Material (Prevail, Taking The World By Storm) gibt es mit As I Slither, In Shadows And Dust und Face The Face Of War quasi ein Rundum-Sorglos-Paket für die Fans der kanadischen Truppe. Die war übrigens aufgrund von Komplikationen bei British Airways ohne Equipment und Backdrop angereist und somit auf geliehenes Instrumentarium angewiesen. Die Band lässt sich dadurch aber nicht die Laune verderben und bringt den Northern Hyperblast gewohnt routiniert und druckvoll in ihre zweite Heimat.
(Schaffi)

SUBWAY TO SALLY
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 Subway
 Lieferten trotz dumpfem Sound eine routinierte Show – SUBWAY TO SALLY

Als Headliner des zweiten Festivaltages empfängt das SUMMER BREEZE niemand anderen als SUBWAY TO SALLY, die Gewinner des diesjährigen Bundesvision-Songcontests, welche ihr aktuelles Programm der Bastard-Tour nun auch in komprimierter Form in Dinkelsbühl vorstellen. Los geht´s nach dem A-Capella-Intro Canticum Satanae mit dem Hohelied, bei dem gleich zu Beginn vier voluminöse Feuersäulen gen Himmel schießen. Wir schlagen euch den Takt, versprechen Eric Fish und seine Truppe und das ist schließlich auch das Motto des Abends. Auffallend ist dabei, dass sich die Songauswahl des Konzerts äußerst stark auf die Nummern der aktuellen Platte Bastard fokussiert. Natürlich gibt es auch den ein oder anderen Klassiker wie Falscher Heiland oder Henkersbraut zu hören, den Großteil der Lieder machtjedoch neues Material aus. Das Publikum scheint sich daran allerdings nicht zu stören und feiert die Band regelrecht ab. Die wiederum dankt es mit einer hitzigen Pyro-Show, die von einfachen Flammenwerfern und bengalischen Feuern bei Feuerland bis hin zu beeindruckenden Feuerspuck-Einlagen während Sabbat reicht. Als gegen Ende schließlich doch noch die lang erwartete Reihe älterer Hits gezündet wird, dürfte wohl auch der hartnäckigste Fan im Anschluss zufrieden Richtung Zeltplatz gewandert sein. Bei aller Klasse darf jedoch auch ein wenig Kritik nicht fehlen: So erreicht die Bühnenshow an diesem Abend leider nicht die Intensität des Nord Nord Ost-Pendants und auch die Performance der Band lässt etwas den sonstigen Drive vermissen, was jedoch größtenteils dem leicht dumpfen Sound der Main-Stage zugeschrieben werden kann. Nichtsdestotrotz, Daumen nach oben und hoffentlich nicht der letzte Besuch der Potsdamer in Dinkelsbühl.
(Schaffi)

HOLLENTHON
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Das Schönste daran, dass man keinerlei Erwartungshaltung an einen Auftritt hat, ist die Tatsache, dass man eigentlich nur positiv überrascht werden kann. Ich bin nicht positiv überrascht worden. Nein, der Gig der Alpenländler um Ex-PUNGENT STENCH-Mastermind Martin Schirenc hat mich so was von weggeblasen – Wahnsinn! Aufgepasst, ihr ach so truen Leck mich am Arsch-Metaller: Das, was hier zu mitternächtlicher Stunde geboten wird, ist ganz großes Kino. On The Wings Of Death besticht mit glasklarem, druckvollem Sound. Die gelungene Mischung aus traditionellem Thrash-Riffing, schwarzen Emotionen und Viking-Zitaten wird ergänzt mit gewaltigen orchestralen Einschüben und Chören. Synthies und vom Band abgespielte Sounds sind im Metal ja doch irgendwie verfemt und eigentlich auch nur bei MINISTRY erlaubt. Wer aber diese Techniken in solch komplexe Musikkunstwerke zu verflechten versteht, diese dann auch in einem Höllenlärm, exakt wie ein Uhrwerk und soundtechnisch differenziert zelebriert, dem sei in ehrfürchtiger Verbeugung Dank gesagt. Dank vor allen Dingen dafür, dass auf diese Weise diese unsere Musik niemals ihre Magie und Power verlieren wird. Songs wie Ars Moriendi und Son Of Perdition sind allesamt kleine Meisterwerke, die geschickt Härte mit Melodie kombinieren und so eine livehaftige Wall Of Sound entstehen lassen. Souverän und mit zurückhaltendem Wiener Schmäh wird dem Publikum die Aufwartung gemacht. Irgendwo werden die Klischees bedient ohne plump zu wirken. Once We Were Kings? Heute seid ihr´s, ohne Wenn und Aber!
(Matze)

Samstag, 16.08.2008
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JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE
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Wir sind die Japanischen Kampfhörspiele und wir ziehen die Jacke falschrum an! Mit diesen Worten und einer Entschuldigung ob der frühen Störung entern JAKA die Bühne und schon ist der Grundstein gelegt für eine halbe Stunde Grindpunk der Extraklasse. Trotz einiger Lücken vor der Main-Stage ist das Feld für die frühe Uhrzeit doch recht gut gefüllt. Das nutzt das Sextett natürlich aus und präsentiert der noch ziemlich verschlafen wirkenden Menge einen bunten Querschnitt aus ihrem umfangreichen Backkatalog. Neben Verrat am Metal und Komm wir drehen einen Porno von der aktuellen Platte und älteren Songs wie Dresscode oder Gekochtes für Tiere gibt´s mit Verpackt in Plastik und Abflussbestattung selbstverständlich auch Material vom Hitalbum Hardcore aus der ersten Welt zu hören. Trotz Bewegungsfaulheit beim Publikum scheint das Liedgut gut anzukommen, weshalb den JAPANISCHEN KAMPFHÖRSPIELEN zumindest eifriger Applaus sicher ist. Durch die kraftvolle und energiegeladene Performance empfieht sich die Truppe nicht nur für einen späteren Slot in den nächsten Jahren, sondern auch für den Titel des Geheimtipps des diesjährigen Festivals. Hut ab vor einer derartigen Band, die sich ihren jetzigen Status hart erspielt hat und somit den Slogan 10 Jahre ehrlich verdienter Erfolg vollkommen zu Recht auf ihren T-Shirts zeigen darf.
(Schaffi)

DISMEMBER
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Ein Hauch von Nostalgie weht über die Dinkelsbühler Ackerlandschaft, als sich Matti Kärki mit seiner – zugegebenermaßen größtenteils runderneuerten – Mannschaft daran machen, mit ihrer ureigenen Melange aus knüppelhartem Death Metal und finsteren Melodieläufen alles platt zu walzen, was sich ihnen in den Weg stellt. Der Sound rumpelt Sunlight-Studio-artig, die langen Haare rotieren unablässig, Death-Metal-Herz, was begehrst du mehr? Interessanterweise gelingt es den alten Schweden problemlos, mit ihren Touren durch die Katakomben ihrer vielen Alben eine hochenergetische Show abzuliefern, die mit – soviel Nostalgie muss einfach sein – Dreaming In Red ihren Höhepunkt erreicht. Hier steht eine Band auf den Brettern, die ohne Kompromisse ihre Liebe zum ursprünglichen Schwedentod auslebt – grandios!
(Rachendrachen)

NEAERA
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 Neaera
Zähne zusammenbeißen hieß es bei NEAERA angesichts des riesigen Pits vor allem in den vorderen Reihen.

Der letzte Festival-Tag ist für die Melodic Death-/Metalcore-Fraktion das reinste Paradies. Neben SONIC SYNDICATE sind mit MISERY SPEAKS, HEAVEN SHALL BURN und NEAERA auch drei echte Hochkaräter aus deutschen Landen am Start. Letztere machen um vier Uhr nachmittags auch den Anfang und heizen dem Publikum mit Spearheading The Spawn gleich von Beginn an ordentlich ein. Die Setlist ist hierbei ein bunter Querschnitt aus allen drei Alben der Münsteraner und dürfte trotz der begrenzten Spielzeit nur wenige Wünsche offen gelassen haben. Einen überraschend positiven Eindruck machen auf mich die Nummern der aktuellen Platte Armamentarium, die mich damals nicht ganz überzeugen konnte. Live scheint das Material allerdings prächtig zu funktionieren. Ansonsten bekommt man auf dem SUMMER BREEZE einen typischen NEAERA-Gig geboten: eine gut aufgelegte Band, viel Bewegung vor der Bühne und ein wirklich druckvoller Sound. Dazu gibt´s wie gewohnt eine Wall of Death (diesmal sogar im Doppelpack) und die obligatorischen Mitsing-Parts bei Walls Instead Of Bridges. Das Highlight des diesjährigen Auftritts ist aber sicherlich Scars Of Gray wo man sich bei HEAVEN SHALL BURN bedient und einen Circlepit um den Mischturm organisiert. Nicht innovativ, aber spaßig und hübsch anzusehen.
(Schaffi)

ENSIFERUM
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Waffenbanner, Schottenröcke und ein kitschiges Flöten-Intro? Das können ja nur ENSIFERUM sein, die gerade auf die Bühne marschieren. Kaum ist das Intro verklungen, starten die Finnen mit Deathbringer From The Sky auch schon durch und legen direkt im Anschluss mit dem Klassiker Token Of Time ebenso routiniert nach. Und so folgt schließlich Song auf Song, Hymne auf Hymne, Sauflied auf Sauflied. Aber dennoch fehlt irgendetwas an diesem Nachmittag. Die Musik geht zwar gut ins Ohr, aber nicht ins Herz. Insbesondere das neuere Material wie One More Magic Potion klingt belanglos und langweilig und ist vom Hitcharakter älterer Tracks so weit entfernt wie Andi Deris am Donnerstagabend von den richtigen Tönen. Bereits nach Iron ist irgendwie die Luft raus und das Pulver verschossen. Zudem ist es mir bis heute ein Rätsel, warum man auf jeden Trend aufspringen muss und bei Ahti sowie bei Blood Is The Price Of Glory die schätzungsweise 83., respektive 84., Wall of Death des Festivals zelebrieren muss. Immerhin stimmt der abschließende Battle Song wieder versöhnlich, lässt einen jedoch auch mit dem Nachgeschmack zurück, dass die Jungs mit der aktuellen Entwicklung in eine Sackgasse zu steuern scheinen.
(Schaffi)

NME.MINE
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 NME.MINE
Mit ihrer dynamischen Bühnenshow überzeugen NME.MINE auch in Dinkelsbühl.

Zunächst sieht es danach aus, als müssten die Biberacher von NME.MINE lediglich vor einer Abordnung älterer Mitbürger, die sich aus dem benachbarten Dinkelsbühl auf das Festivalgelände getraut hat, aufspielen. Doch rechtzeitig zu den ersten Akkorden füllt sich das Zelt recht ordentlich. Und die Zuschauer haben den Weg zur Zeltbühne nicht vergebens auf sich genommen. Neben einigen Hochkarätern von Life Without Water zockt der Fünfer auch eine Handvoll neue Songs runter, die ebenso schmissig, abwechslungsreich und druckvoll daherkommen. Besonders faszinierend ist, dass trotz etlicher Tempowechsel und ständig oszillierender Dynamik jedes einzelne Lied absolut schlüssig und homogen rüberkommt. Die wuselige Bühnenshow zwischen Abgehen und Augenzwinkern tut ein Übriges, sodass die Jungs mit Sicherheit den ein oder anderen neuen Fan am heutigen Tage hinzugewinnen können. Nächstes Mal bitte auf der Hauptbühne!
(Rachendrachen)

H-BLOCKX
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 H-BLOCKX
Sorgten für Festival-Feeling pur – H-BLOCKX

Na, jetzt mal ehrlich: Wer hat in seiner Jugend nicht doch mindestens einmal zu Risin´ High die Knochen zappeln lassen und zu Little Girl geschmachtet? Eben. Und so verwundert es nicht mehr ganz so, dass die größtenteils unmetallischen H-BLOCKX für ein gut gefülltes Festivalgelände sorgen. Noch weniger erstaunt diese Tatsache, wenn man sich die Band anno 2008 anschaut: Wer nicht gerade zum Lachen in den Keller geht, kann sich bei den ehemaligen Shootingstars wunderbar unterhalten fühlen. Sänger Henning Wehland grinst denn auch zufrieden unter seinem Hut hervor, während sich seine Kollegen an den Instrumenten ins Zeug legen. Die feierwütige Meute vor der Bühne drängt derweil sämtliche an Heuschnupfen Leidenden mittels exzessiver Heuschlacht bis hinter den Mischpultturm zurück, bevor sich beim erwähnten Little Girl alle schräg-schaurig-schön mitsingend in den Armen liegen. Festival-Feeling pur…wenn die Klamotten danach nur nicht so unsäglich jucken würden, hehe.
(Rachendrachen)

MISERY SPEAKS
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Wir sind die SCORPIONS aus Münster!, lassen MISERY SPEAKS direkt nach dem kultigen Rock You Like A Hurricane-Intro verlauten und starten in eine halbe Stunde energiegeladenen Melodic Death Metal. Die Band zeigt sich gut aufgelegt und lässt sich auch durch kleinere technische Pannen wie ein rumzickendes Bass-Amp nicht aus dem Konzept bringen. Im Gegenteil, Bassist Martin schnappt sich kurzerhand ein zweites Mikro und brüllt sogar den eigenen Frontmann an die Wand. Obwohl das Partyzelt nur gut zur Hälfte gefüllt ist, ist die Stimmung bei Songs wie To My Enemies in den vorderen Reihen am Überkochen. Nach Ende des Gigs ist klar, dass sich die Combo bestimmt nicht hinter größeren Namen wie NEAERA zu verstecken braucht. Nur ein Manko trübt den Auftritt im Endeffekt doch etwas: Er ist viel zu schnell wieder vorbei.
(Schaffi)

CRADLE OF FILTH
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Also ganz ehrlich, mit der Thornography habt ihr mich ja schon etwas enttäuscht. Ob jetzt noch Black Metal, Dark Metal oder theatralic crossing over dark medieval satanic Pop Blasmusik, innovativ war die Mucke zuvor! Scheißegal auch, Hauptsache live bollert Kampfgnom Filth und Konsorten eine geballte Ladung Stahl in die hungrige Menge. Ein übergroßes Succubi-Backdrop ziert die Bühne, ansonsten ist nichts Außergewöhnliches zu bemerken. Gut, zu einer energiegeladenen Show braucht es nicht mehr, und so erwartet man schlicht und ergreifend die metallische Vollbedienung. Fasten Seatbelts und los geht’s, Intro abfahren bitte! Dirge Inferno, nun zumindest fast. Mikroausfall! Gut, kann passieren, darf aber nicht. Mensch, ihr seid Headliner und habt schließlich lange genug auf euch warten lassen! Gilded Cunt, auch da sind doch eigentlich Vocals dabei? Klingt auch alles sehr dumpf und leise. Ich nehm’ mal die blöden Ohrstöpsel raus. Mist, ich habe ja gar keine drin. Ach ja, mit Gitarren klingen CRADLE OF FILTH auch viel besser. Es stehen zwar zwei Sechs-Saiten-Meister auf der Bühne, man kann sie aber nicht hören. Der Herr der Regler tut es anscheinend. Liegt wohl an mir! Entschuldigung, ich stehe ja auch ganze zwei Meter vom Mischpult weg. Man möge mich jetzt nicht falsch verstehen, das ist schon alles nicht sooo schlecht. Doch von einer Band dieser Klasse, auf dem Billing ganz oben, da erwarte ich einfach viel mehr. Auch Dani Filth, der so schön hysterisch herumkreischen kann, klingt verdammt schwachbrüstig. Unübersehbar und leider auch unüberhörbar ist die stimmliche Performance des weiblichen Gegenparts, die mittlerweile Entzündungen meiner Gehörgänge verursacht. Songs wie Cruelty Brought The Orchids und Nymphetamine sind noch gut anhörbar, auch der Sound wird etwas besser, dann aber ein verhunztes Gitarren-Solo und Backings, die einem die Fußnägel aufrollen. Under Huntress Moon passt zumindest sehr schön zu der wunderschön installierten Himmelsbeleuchtung, auch sonst ist das Licht effektvoll eingesetzt. Gerade hat man sich etwas akklimatisiert und die negativen Aspekte des Gigs etwas in den Hintergrund gedrängt, sieht man sich wieder mal mit einem langweiligen Drum-Solo konfrontiert. Kuck mal, ich kann Bum-Bum auf der Basstrommel spielen… aah nee, der will nur mit seiner neuen Digi-Cam das Winke-Winke der Fans einfangen. Dankenswerterweise ist das alles nur ein kurzes Intermezzo, bevor es mit viel besserem Sound und einer geilen Nummer – From The Cradle To Enslave – weitergeht. Weitergehen könnte! Warum tut sich denn nicht endlich der Höllenschlund auf und verschlingt dieses rumjaulende Weib im Hintergrund? Ja, jetzt ist der Sound echt gut. Rechtzeitig zu And The Forest Whispers Her Name passt endlich alles. So hätte der komplette Gig verlaufen sollen. Und gerade jetzt ist Schluss. Alles in allem sehr enttäuschend und die verhaltenen Reaktionen im Publikum unterstreichen meinen Eindruck. So sind auf dem Weg zum Partyzelt einige Stimmen des Missmuts ob der hohen Shirtpreise und einer auf Grund von Lustlosigkeit seitens der Band ausgefallenen Autogrammstunde zu vernehmen.
(Matze)

JACK FROST
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 Jack
 Morbide Töne imPartyzelt – JACK FROST

Kaum jemand kann so stilvoll leiden wie die Österreicher. Mit ihrem Gloom Rock erfreuen die Linzer von JACK FROST alle CRADLE OF FILTH-Flüchtlinge, die sich statt dünnem Gekeife und übertrieben opulenter Show lieber vier unverfälschte Musiker mit lakonischen Hits in Moll anschauen wollen. Für überschwängliche Publikumsreaktionen sind die Songs zwar zu düster und introvertiert, doch der knochentrockene Sound des Quartetts entwickelt dennoch seine ganz eigene Atmosphäre. Besonders sticht an diesem Abend Dirty Old Man vom neuen Album My Own Private Hell hervor, das noch stärker als all die Seventies-Coverversionen auf den diversen Alben der Band die tiefe Verwurzelung in der Rockgeschichte offenbart und zeitlos finster schillert. Während auf dem großen Gelände die Kitschvariante der Düsternis abgefeiert wird, packen Phred Phinster, Gary Gloom und ihre beiden Mitstreiter die echte, dreckige, fiese kleine Depression von Max Mustermann in wahrlich morbide Töne.
(Rachendrachen)

ANATHEMA
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Der Oscar für die beste Beleuchtung sollte in diesem Jahr an denjenigen gehen, der den ANATHEMA-Auftritt parallel zur beeindruckenden Mondfinsternis gelegt hat. Eine Gänsehaut jagt die nächste, als die Liverpooler in ein durchaus überraschendes Set einsteigen. Hätte man nach dem Release ihres Akustikalbums Hindsight eher mit äußerst ruhigen Tönen gerechnet, packen die Cavanagh-Brüder einige All-Time-Faves aus lauteren Perioden aus. Besonders ergreifend gerät das mystische A Dying Wish-Opus aus seligen The Silent Enigma-Zeiten. Doch auch mit Sleepless vom Erstling Serenades hätte wohl niemand ernsthaft gerechnet, erst recht, wenn man Vinnie Cavanaghs Abneigung gegen die Gesangsarrangements der Frühwerke kennt. Doch auch Freunde der sphärischeren Seite der Band kommen voll auf ihre Kosten, zumal mit den PINK FLOYD-Parallelen zunächst durch We don´t need no education-Samples noch kokettiert wird, bevor Comfortably Numb von eben jener Prog-Ikone für finale Schauer des Glücks sorgt vor lauter Harmonie, Melancholie und Emotionalität.
(Rachendrachen)

DARK FORTRESS
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Wahnsinn, die letzte Band des Festivals und ich möchte noch nicht Bu-Bu machen. Ein düsteres Hintergrundbild, spärlich eingesetztes Licht und auch eine Nebelmaschine werden bemüht. Ein kurzes, Unheil verkündendes Intro und die bösen Buben aus Bayern brechen einen Orkan vom Zaun (der da gerade so rum saß und dachte ach Gottchen, was mache ich denn noch heute Nacht? Ich glaube, ich wüte mal so ein bisschen rum…), der seinesgleichen sucht. Beispiele für Headliner gesucht? Hier werden Sie gefunden! So hört sich ein Inferno an. Das ist wahre Power aus dem Untergrund. Die höheren Gesangsparts sind zwar nicht so das Gelbe vom Ei, die tiefen Growls kommen dafür umso gemeiner rüber. Insgesamt ist der Höreindruck zwar laut, aber druckvoll und differenziert. So soll es sein. Sehr sphärisch und doch direkt klingt die Version des Black Metal aus deutschen Landen. Das liegt zum Teil an den unaufdringlich und daher umso wirkungsvoller eingesetzten Keyboards, zum anderen an der Tightness der Herren Instrumentalisten, die den Songs den nötigen Groove verpassen. Die dargebotenen Songs kommen im Paket stimmig rüber. Treibende Riffs wechseln sich mit sehr melodiösen Gitarrenläufen, dann wieder ein Blastbeatgewitter. Sehr schön, sehr spannend. Dazu ein Frontmann, der sein Publikum fest im Griff hat und den Spagat zwischen düsterer Arroganz und Fannähe spielend schafft und das komplett gefüllte Zelt gut anheizt. Dazu passend stampfen auch neue Songs der Marke Corhorror souverän das SUMMER BREEZE platt. Massig Tempiwechsel, Emotion, Melodie und Aggression wie zu besten CRADLE OF FILTH-Zeiten (kleiner Wink mit dem verbliebenen Zaunpfahl!) sorgen für Begeisterung. Mit der Zugabe When 1000 Crypts Awake wird dann auch der letzte Sargnagel ins diesjährige Festival gezimmert und ein intensiver, superinteressanter Auftritt ohne Schwachpunkte findet ein viel zu frühes Ende, da der Band trotz kollektiver Zugabeforderungen leider keine weitere Bühnenzeit mehr eingeräumt werden kann. Dieser Gig war klasse! So kann und muss Düstermetall dargeboten werden. Ein grandioser Abschluss eines abwechslungsreichen, entspannten Festivals.
(Matze)