PRONG live Bei Chez Heinz/ Hannover am 08.08.2019

PRONG live Bei Chez Heinz/ Hannover am 08.08.2019

Am 8. August stoppten PRONG in Hannover „Bei Chez Heinz“. Zum 25-jährigen Jubiläum des „Cleansing“ Albums wurde die Setlist mit etlichen Titeln dieser Scheibe angekündigt. Oder vielleicht auch, weil es seit „Zero Days“ 2017 kein neues Album zu präsentieren gibt. Egal. Ich freute mich darauf, einen weiteren Club im Norden der Republik kennenzulernen und natürlich auf PRONG. Als ich ankam, waren ALL HAIL THE YETI schon voll im Gange. Die Kalifornier dröhnten bis in den Biergarten vor dem Eingang. PRONG-Basser Jason Christopher schlenderte fröhlich plaudernd in Richtung Tourbus und Frontsau Tommy Victor hielt im Biergarten noch das ein oder andere Schwätzchen. Durch die immer noch sommerlichen Abendtemperaturen war vor der Location mehr los als im Club selbst. Trotz echt verlockendem Gartenambiente machte ich mich auf den Weg in den Keller. Unten angekommen zuckte man beim Einlass lediglich mit den Schultern, als ich meinen Fotopass abholen wollte. Ich wurde mit meiner Kamera einfach durchgewunken – ich soll halt machen. Nun gut.

Innen begrüßte mich ein sympathischer, etwas älterer und abgefuckter Kellerclub. An Couch und Merch Booth vorbei stand ich auch schon im doch sehr übersichtlichen Ambiente. Vorne Stage, hinten Bar, drumherum Stehtische mit Barhockern oder kleinere Bistrotischchen mit Stühlen. Gemütlich. Ich ließ ALL HAIL THE YETI die Bühne weiter zerlegen und schaute mich am Merch um. Das „Beg To Differ“-Shirt hatte es mir angetan, aber ich überlegte noch. Die Temperaturen waren schon ohne PRONG und ohne dass der Club wirklich voll war extrem hoch. Ich holte mir an der Bar etwas leckeres Kühles und sah mich weiter um. Im Raucherraum spielten zwei nicht rauchende Jungs Tischfußball, ansonsten war dieser ungenutzt. Nachdem ich den „Bathroom“ aufgesucht hatte war klar, dass es kein Zurück in den Biergarten für mich gab, der Stempel auf meinem Handrücken war ab. Endlich fanden die YETIs ein Ende und es konnte umgebaut werden.

PRONG mit neuem/ altem Drummer!

Ich bezog Position in der ersten Reihe. Klar, wen es nicht interessiert ob fotografiert wird und wer fotografiert, der hat auch keinen Fotograben. Endlich ging es los, der Club war plötzlich unfassbar voll. Tommy Victor betrat als erster die Bühne. Geschrei im kompletten Etablissement. Jason Christopher folgte ihm. Wieder Gebrüll und Freudenpfiffe. Anscheinend gehört der Mann am Bass wieder fest zur Band. Die letzten beiden Male, als ich PRONG sah, war er nur „eingesprungen“. Der Drummer betrat die Bühne als letzter. Ich stand vermutlich mit weit aufgerissenen Augen da. Dass ich sprachlos war, war egal. Ich war an diesem Abend allein unterwegs. Ich hatte einen fröhlich grinsenden und hoch motivierten Art Cruz erwartet und nun saß Aaron Rossi (Ex-PRONG Drummer) hinter den Drums. Ok, da war wohl etwas an mir vorbeigegangen. Mist! Offensichtlich als einziger Fotograf, begann ich zu arbeiten. „Unconditional“ eröffnete das Set, der Club tobte.

PRONG kochten Bei Chez Heinz!

Anschließend folgte ein Dreier vom „Beg To Differ“- Album. Mit „Lost And Found“, dem Titeltrack und „For Dear Life“ ließen Tommy Victor und Co den Club kochen. Bei „Beg To Differ“ bekam ich einen „Bang“ auf den Kopf. Naja, PRONG ohne Beule geht irgendwie auch eher nicht. Die letzte hatte ich von Art Cruz‘ Drumstick. Es wurde in den vorderen Reihen gebangt was das Zeug hielt. Dann steigerte der erste „Cleansing“-Titel des Abends die Stimmung weiter. Bei „Cut-Rate“ war die Temperatur in der Venue bereits so hoch, dass sowohl Musiker als auch Fans anfingen zu tropfen. Der Frontman ließ uns wissen, dass er „so crazy about this one“ ist. Ja, da waren wohl viele seiner Meinung. Geschrei! Anschließend freute ich mich über meinen Lieblingssong vom „X-No Absolutes“- Album von 2016 „Ultimate Authority“. „Prove You Wrong“ und „Rude Awakening“ vom jeweils gleichnamigen Album folgten. Der Club tobte weiter, selbst in den hinteren Reihen war viel Bewegung. Nicht einmal der etwas schwächelnde, weil viel zu übersteuerte Sound konnte der Stimmung Abbruch tun. Es wurde auf den Stühlen gestanden und getanzt.

„25 Yrs of Cleansing“: PRONG snappen immer noch!

Mit „Cut And Dry“ und „Revenge Best Served Cold“ wurde der allgemeine Hit-Part beendet und ein endlos geiler „Cleansing“-Block folgte. Eröffnet mit „Test“, gefolgt von „Another Worldly Device“, vibrierte der Boden. Jason Christophers Bass ließ den Keller beben, der neue/ alte Mann an der Trommel bollerte was ging. Tommy Victor meldete sich erneut zu Wort: „You will help me sing this song!“ Klar! Gerne! „Broken Peace“ konnte jeder und dementsprechend laut wurde es. „Whose Fist“ war der vorletzte Titel der „Cleansing“-Reihe. Was da noch fehlte war auch jedem klar: der Klassiker „Snap Your Fingers“! Die Band tropfte, das Publikum ebenfalls. Tommy Victor brüllte sich die Seele aus dem Leib. Jason Christopher ließ seine nicht mehr ganz so langen Haare fliegen, so gut das eben noch ging. „I thank you so much!“ bedankte sich ein sehr gut gelaunter Frontman. „Danke schön! Thank you!“ Zugabe-Geschrei aus dem Publikum folgte. „Okay, thank you. Thank you very much!“ Und mit „However It May End“ beendeten PRONG dann diesen gigantischen Abend. Das „Beg To Differ“- Shirt vom Merch kam natürlich mit mir mit.

Fotos: Anke Braun / vampster.com

Anke Braun
Anke ist seit 2016 bei vampster, kümmert sich um Reviews und zieht mit Charme und Kamera bewaffnet durch Metalkonzerte. Lieblingsbands: PRONG, HELLYEAH, DEATH ANGEL, SODOM. Genres: Heavy Metal, Speed/Thrash Metal.