OVERKILL, SUICIDAL ANGELS, CRIPPER, SAVAGE MESSIAH – Killfest, Berlin, SO, am 12.02.10

OVERKILL kommen nicht nur mit einem exzellentem Album, zu ihrer 25th Anniversary Tour zeigen die New Yorker wie Thrash Metal klingen sollte und bestechen mit unverfälschter ehrlicher Bühnenpräsenz.  

Meine Anreise in Berlin gelingt pünktlich, gegenüber der Bundesdruckerei parke ich meine Karre und mache mich mit meinem Bengel (Max von TORMENTOR) auf zum SO36, dem Klub, in dem heute Abend das Killfest unter Schirmherrschaft der Ostküsten-Thrasher OVERKILL Station macht. Etwas eigenartig kommt mir die Gegend schon vor, selbst für Kreuzberger Verhältnisse recht bieder und überhaupt, Bundesdruckerei und weit und breit kein Anzeichen auf einen Szeneclub.

Zur Sicherheit frage ich an einer Haltestelle einen jungen Mann, ob er denn…, ja sagt er, noch fünf Stationen mit dem Bus…. Ähä…na da fahren wir mal vor. Es stellt sich nämlich raus, dass ich statt der Nummer 190 für den Klub die 109 in das für die Navigation zuständige Gerät eingegeben hatte. Shit! Das wäre jetzt nicht so dramatisch, wenn, ja wenn man denn in der Nähe des Klubs einen Parkplatz bekommen könnte. Nix, wir drehen Runde um Runde durch die verschneiten Straßen, die Zeit läuft längst gegen uns, bis wir in akzeptabler Nähe was finden, was zwar nicht ganz erlaubt ist, aber ein Anwohner versichert: …ach, die kommen erst morgen wieder hier vorbei… gemeint sind die Politessen. Nu aber nüscht wie zur Show gestürzt, wobei dies durchaus wörtlich zu nehmen ist – die Gehwege in Berlin sind dieser Tage extrem glatt…das fehlte noch, so´n Halsbruch!

Einlass, Fotopass, Theke, ein Pils mit guten Bekannten und die traurige Gewissheit, SAVAGE MESSIAH sind der Parkplatzsuche zum Opfer gefallen. Derweil knüppeln sich die Hannoveraner Thrasher CRIPPER bereits heftig durch ihr Abendprogramm. Da ich noch etwas durcheinander bin, war mir so gar nicht mehr bewusst, dass die ja eine Sängerin haben. Das fiel mir an der gesanglichen Darbietung (ich war gerade noch etwas am labern und mein Blick ging nur flüchtig gen Bühne) absolut nicht auf, sondern erst, als ich mich tatsächlich durch das sehr gut gefüllte SO in Richtung Bühne kämpfe, um die fototechnischen Gegebenheiten zu checken und natürlich die Band abzulichten.  

 

Und die Jungens um Frontfrau Britta Görtz hinterlassen einen wirklich guten Eindruck und erweisen sich eines Supportacts für OVERKILL durchaus gewachsen.

Der Umbau geht fix von Statten und die SUICIDAL ANGELS werden nun vom Leder ziehen. Als erstes fällt auf, dass der Sound gerade nicht so toll ist, dennoch füllt es sich vor der Bühne noch mehr und die ersten Stage Diver lassen sich nicht lange bitten, es riecht nach Party. Fotografieren aus den vorderen Reihen ist jetzt bereits eine echte Herausforderung.. Allerdings hatte ich mir von der Kapelle etwas mehr versprochen, und auch wenn sich der Sound dann noch verbessert, erscheint mir das Songmaterial der Griechen etwas zu eindimensional, da hatte ich mehr erwartet. Dennoch sind die Reaktionen – bedenkt man die sonst gern mal reservierten Berliner Fans – wie schon bei CRIPPER sehr gut.

Suicidal

Nach einem Sicherheitspullern, einigen Wortwechseln und leider keinem Bier mehr (bin ja nachher wieder Kraftfahrer) ist die Umbaupause überstanden und The Green And Black dient OVERKILL nun sowohl als Intro wie auch als erster Song, sofort stehen die Zeichen auf Sturm, denn es folgen sogleich zwei Klassiker namentlich Rotten to the Core und Wrecking Crew!

Als Bühnenoutfit gibt´s lediglich ein Backdrop, welches dem neuen LP-Cover entlehnt wurde, flankiert von zweifellos imposant wirkenden, recht wie links postierten Randall Full Stacks der V2 und T2 Serie in doppelter Ausführung. Das Problem für mich besteht eigentlich darin, dass der Klub nur unwesentlich breiter ist wie die Bühne selbst, was dazu führt, dass sich alles sehr dicht drängt und es in Ermangelung eines Fotograbens sehr schwierig ist, eine vernünftige Position zum Fotografieren zu finden… dafür war das Licht gut ;-).

OVERKILL sind bekannt für authentisches Auftreten ohne viel Schnickschnack, die Band feuert einen Hit nach dem anderen ab, die Spiellaune der Musiker besticht ebenso, wie der gute Sound. Frontman Blitz hat die wilde Meute sofort im Griff, bedankt sich für den Support der Fans, der die bisher höchste Chartposition in der Geschichte der Thrash Combo in Deutschland ermöglichte. Ein Grinsen geht über die Gesichter der Bandmitglieder und Gejohle durch das Publikum. Es gibt so ziemlich von allen Alben was zu hören und neue zukünftige Klopfer wie Bring Me The Night halten die Crowd nicht im Entferntesten vom Bangen und Stagediven ab, wobei Basser DD fast schon väterlich den jungen Wilden, die da ins Dunkel abtauchen, hinterher sieht als wolle er auch sicher gehen, dass alle gut Unten ankommen.

Overkill

 

Aber es läuft alles im grünen Bereich und das obwohl, im SO das Bier in Flaschen ausgegeben wird (na bezahlen musste man schon dafür, was ihr wieder denkt!). Jedenfalls landen zwar etliche Pullen am Boden, gehen aber kaum zu Bruch, da hatte ich schon etwas Bedenken, denn ein Thrash Konzert ist ja doch ein bisschen was anderes als ein Silbermond Gig (reine Spekulation von mir, vielleicht geht ja gerade da der exzessive Punk ab!?)

Hach war das schön! Es hat alles gepasst. Die Besucher waren zufrieden und es gibt dem Berichteten eigentlich nix mehr hinzuzufügen, außer vielleicht….ein beherztes F.U.C.K. Y.O.U.!

Pedda

Setlist OVERKILL

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The Green And Black
Rotten to the Core
Wrecking Crew
Battle
Hello from the Gutter
Overkill
Ironbound
In Union We Stand
Bare Bones
Feel the Fire
Gasoline Dream
Bring Me The Night
Elimination
Necroshine
Old School
Fuck You / Sonic Reducer