AHAB und DORNENREICH am 12. September 2009 im Turock, Essen

AHAB und DORNENREICH am 12. September 2009 im Turock, Essen

Ein Samstag im September, die Vampster-Schwadron NRW macht sich pünktlich auf den Weg nach Essen. Nach einer kurzen Diskussion entschließen wir uns über das Dreieck Heumar auf die A3 zu fahren. Im Nachhinein eine ziemlich dumme Idee, die dazu führt, dass wir im Turock eintreffen, als FJOERGYN sich in den letzten Zügen ihres Auftritts befinden. Da wir aber hauptsächlich wegen AHAB angereist sind, war dies verschmerzbar.

AHAB - live in Essen 2009
Setlist AHAB: Yet Another Raft Of The Medusa (Pollard’s Weakness), Old Thunder, The Divinity Of Oceans, The Hunt 

Nach der Umbaupause erklang dann sanftes Meerrauschen bevor es mit dem Opener des erneut großartigen, aktuellen Albums los ging. Langsam versanken wir in den Tiefen des AHABschen Klangozeans und gaben uns den schweren Riffs und tiefen Growls hin. Es war voll im Turock, so dass sich mir die Frage stellte ob die alle wegen DORNENREICH hier sind oder ob AHAB über Nacht zu Superstars mutiert sind. Bei der durchschnittlichen Länge eines AHAB-Songs war es klar, dass man nicht all zu viele davon zu hören bekommen würde. Mit „The Divinity Of Oceans“ gab es noch einen weiteren Song der gleichlautenden Scheibe zu hören während mit „Old Thunder“ und dem abschließenden Hammer „The Hunt“ das Debüt gewürdigt wurde. Die Bewegung auf der Bühne beschränkte sich erwartungsgemäß auf die Kopfgegend der Musiker, alles andere wäre auch mehr als irritierend gewesen, hüpfen, springen und laufen passt nicht so richtig zum Bandsound. Ein starker Auftritt der Nautik-Doomer, auch wenn mir das eine oder andere DORNENREICH-Fangirl ein wenig überfordert erschien. Ich hoffe doch sehr, dass sich AHAB irgendwann auch mal als Headliner in diese Gegend verirren. (agony&ecstasy)

DORNENREICH - live in Essen 2009
Trotz enormer Spielfreude chancenlos gegen AHAB: DORNENREICH 

Nach einer etwas längeren Umbaupause, welche bequem ausreichte um das erworbene AHAB-Merchandise ins Auto zu verfrachten, betraten Jochen Stock und Thomas Riesner erst einmal alleine die Bühne und gaben mit Violine und akustischer, bzw. cleaner elektrischer, Gitarre die ersten beiden Lieder des Abends zum Besten. Ein interessanter und vielversprechender Auftakt, dessen Niveau allerdings im Folgenden nicht durchgängig gehalten werden konnte. Denn als nachdem zum dritten Song das bisher vakante Schlagzeug besetzt wurde, der zuvor angeschlagene mystische-düstere Ton einer deutlich raubeinigeren, schwarzmetallisch geprägten, Marschrichtung weichen musste, geriet die Qualität des Dargebrachten ins Schwanken. Die Mischung aus schrammeligem E-Gitarren Spiel, welches meines Erachtens auch noch zu leise war und öfters im Schlagzeug unterging, und der Violine als melodieführendem Instrument mit deutschen Texten, war zwar prinzipiell nicht uninteressant, aber Stocks Gitarrenspiel erschien teilweise arg einfallslos und die „Violinenriffs“ glänzten auch nicht unbedingt mit Abwechslungsreichtum. Wobei dies mit Sicherheit kein schlechter Auftritt war. Die Band zeigte sich extrem spielfreudig und gut aufgelegt und die immer wieder zum Zug kommenden guten Lieder machten so manche Länge und Untiefe im Set vergessen. Gerade, wenn sich Herr Stock mal dazu durchrang das stumpfe Geschrammel mit Wechseln zu klaren Gitarrenklängen zu durchbrechen, blitze immer wieder außerordentliche Klasse hindurch. Auch schien der Großteil des restlichen Publikums meine Auffassung des Auftrittes nicht zu teilen, wie ich an deren Reaktionen auf die Band schließen würde. Apropos Publikum; wo kamen plötzlich die ganzen Leute her? Es tummelte sich während des DORNENREICH Auftrittes gut und gerne doppelt so viel Volk vor der Bühne, wie bei AHAB. Alles in allem würde ich mit dem Attribut „sehenswert“ eine verhalten positive Bilanz zu diesem Auftritt ziehen. Dem mächtigem AHAB-Auftritt konnten DORNENREICH allerdings zu keinem Zeitpunkt das Wasser reichen. (angel of despair)

Livebericht: agony&ecstasy / angel of despair
Fotos und Titelbild: Danielw

agony&ecstasy
Seit 2005 bei vampster und hauptsächlich für CD Reviews zuständig. Genres: Power, Speed und Thrash Metal, Epic Metal, Death Metal, Heavy Rock, Doom Metal, Black Metal.