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VIRGIN STEELE: The Best is still yet to come

VIRGIN STEELE: The Best is still yet to come

Eigentlich dachte ich ja, lediglich wegen der Aufführung von Klytaimnestra am 22.Oktober 2000 nach München in die Reiterhalle zu fahren, doch kurze Zeit vorher erfuhr ich dann, dass ich auch noch die Gelegenheit haben sollte, David DeFeis und Edward Pursino zu treffen, um ein Interview mit den beiden Grundpfeilern VIRGIN STEELE´s zu führen. Leider war die Gesprächszeit mit einer halben Stunde etwas kurz bemessen, doch es wäre doch gelacht, wenn man nicht auch in solch kurzer Zeit einiges Interessantes zum Thema VIRGIN STEELE und Klytaimnestra erfahren könnte.

Wie ich vorhin gehört habe, habt ihr gestern Abend eine fantastische Show geliefert!

Ed: Ja, es war sehr gut! Weißt du, wenn du anfängst Musik zu machen und auf die Bühne zu gehen, hast du immer dieses flaue Gefühl im Bauch und gestern konnten wir wieder einmal diese nervöse Energie spüren. Wir haben ja etwas komplett neues gemacht! Es war fast so, als ginge man nackt auf die Straße. Ja, es war schon etwas nervenaufreibend. Aber es war großartig, ich hoffe, wir erleben heute noch einmal diese Magie!

David, die Pläne, dass du auch bei der Aufführung den ein oder anderen Song mitsingen solltest, wurden ja doch noch verworfen…

David: Nun, ich habe nach der Aufführung einen Song gemeinsam mit Josephine, der Klytaimnestra-Darstellerin, gesungen. Great Sword of Flame! Sie wollten eigentlich, dass ich bei dem Stück mitsingen sollte, aber ich habe mich nicht gut dabei gefühlt. Die Dialoge sind ja in Deutsch und mein Deutsch ist nicht besonders. Ich hatte das Gefühl, dass es keinen Sinn machen würde. Also habe ich vorgeschlagen, dass wir den einen Song nach dem Stück singen. Das gefällt mir um einiges besser.

Wie ist denn nun euer Gefühl was die Veröffentlichung des zweiten Teils von The House of Atreus angeht? Ich kann mir vorstellen, dass dies das ambitionierteste ist, was du je gemacht hast (David stimmt sofort zu) und du hast so lange auf dieses Ziel hin gearbeitet. Ist es da nicht so, dass du in gewisser Weise in ein Loch fällst?

David: Nein, ich habe dieses Gefühl der Verlorenheit nicht. Vielmehr ist es so, dass wir erst begonnen haben! Wie in diesem CARPENTERS-Song: (singt) We´ve only just begun… Es ist wirklich erst der Anfang und die Spitze des Eisberges. Wir wollen weiter gehen, immer weiter! Tiefer, weiter,…verstehst du? So gut es auch ist und so sehr die Leute es auch mögen – ich mag es auch -, das Beste wird erst noch kommen!

Ed: Momentan arbeiten wir erst mal daran, die ganze Live-Geschichte ins Rollen zu bringen. Diese Tour wird uns auf jeden Fall den nächsten Kick geben! Wir sind für alles bereit. Das wird dem ganzen auch wieder ein bisschen mehr Leben einhauchen.

Ich war ja doch überrascht, dass der zweite Teil von The House of Atreus nun eine Doppel-CD geworden ist, da die Verwirklichung einer Doppel-CD vor der Veröffentlichung des ersten Teils als nicht machbar verworfen wurde. Wusstest ihr denn damals schon, dass der zweite Teil eine Doppel-CD werden würde?

David: Nein. Als die ganze Sache anfing war mir noch nicht klar, dass es drei CDs werden würden. Ich war mir nicht bewusst darüber, dass ich so viel Musik beisammen hatte. Es ging alles so schnell. Als es an den Mix ging stellte ich fest, dass es zu viele Songs waren. Ich dachte Scheiße! Was jetzt?

Ed: Zu diesem Zeitpunkt sagte David dann, dass er die Sache in seiner Ganzheit veröffentlichen müsse. Ansonten würde es keinen richtigen Sinn machen. Er hat dieses Bild gemalt und wenn man dabei Farben oder Details weg lässt, dann ist es nicht komplett! Es wäre nicht richtig gewesen und er musste es auch für sich selbst tun.

David: Es ist ein weiterer Traum, der wahr geworden ist. Nicht nur eine Metal-Oper zu machen, auch eine Doppel-CD zu veröffentlichen.

Wenn du nun gewusst hättest, dass der zweite Teil eine Doppel-CD werden würde, wäre das ganze noch länger geworden?

David: Das wäre möglich. Es gibt da immer noch ein paar Extras, die es nicht auf die Platte geschafft haben. Vielleicht ja. Ich denke da vor allem an einen bestimmten Song.

Dann ist das Bild doch nicht ganz vollendet worden?

David: Nein, der Song hat letztendlich nichts mit der Oper zu tun.

Klytaimnestra wird derzeit ja wieder aufgeführt und mich würde nun doch mal interessieren, wie ihr die Reaktionen vom Nicht-Metal-Publikum erlebt, wobei ich jetzt nicht die Presse meine, sondern die einfachen Zuschauer.

David: Die Reaktionen sind sehr sehr gut!

Ed: Jemand hat uns erzählt, dass eine 75jährige Frau zu jemandem in Memmingen kam und fragte, wer der Komponist dieser Musik ist. Wo kann ich diese Musik bekommen? In einem Klassik-Laden? Und er sagte nein, da müssen Sie in einen Rock/Heavy Metal-Laden gehen! Was ist Heavy Metal?

David: …und zwei Wochen später hatte sie alle VIRGIN STEELE CDs!

Kauft die Mehrheit des Publikums denn die CDs?

David: Ich denke allmählich schon. Ich kann dir keine Prozentzahl nennen, aber diese Fusion funktioniert langsam.

Wie schätzt ihr die Sache denn ein? Kaufen sich die Leute die House of Atreus CDs und sagen nun, interessant, aber ich denke nicht, dass ich weitere Metal-Alben brauche!

David: Einige bestimmt. Aber ich habe schon das Gefühl, dass es eher um das Gefühl geht, das die Musik transportiert. Die Musik ist voll von Gefühl. Es ist sicher auch aggressiv, aber es ist auch sehr viel Gefühl dabei und wenn eine musikalische Person bist – in der wahren Bedeutung von musikalisch – dann kannst du sicher etwas neues in deinem Kopf entdecken.

Ed: Es geht darum, das Herz zu berühren. Es ist große Kunst, große Musik, es bewegt dich. Für mich kann ich sagen, dass ich gestern Abend – als ich immer wieder ins Publikum sah – viele ältere Leute beobachten konnte, die zur Musik mitnickten. Es hatte diesen universalen Charakter. Wenn du die harte Gitarre hervorholst und die Verzerrer einschältst, dann sind da nach wie vor schöne Songs mit schönen Melodien. Wie kann das jemand mit 75 Jahren lieben? Weil es Musik ist!

David: Wenn du Geschichten magst, wenn du Gefühle hast, dann liegst du richtig…

Welches war für euch denn die bedeutendste Reaktion, die ihr auf die ganze Sache bekommen habt?

David: Ich denke, man kann generell sagen, dass es für uns am wichtigsten war, wenn – egal von welcher Seite aus – jemand gesagt hat ich kannte Metal nicht, aber ich mag es oder für mich eröffnete sich eine neue Dimension, Metal so zu erleben. Das war unser Ziel.

Könnt ihr euch auch vorstellen, dass durch Klytaimnestra Metal eher als ernst zu nehmende Musik gesehen werden könnte. Oder gab es da gerade von der klassischen Seite her auch Reaktionen, die das ganze eher abtaten in der Art das ist ganz nett, aber wirklich ernst nehmen kann man das alles nicht.

David: Es entwickelt sich langsam. Ich habe gestern mit jemandem von einem klassischen Theater hier gesprochen und ja, es beginnt. Es hängt eben auch davon an, wie man die Leute angeht um ihnen zu zeigen, was hinter der Band steckt.

Welchen Stellenwert hat The House of Atreus denn nun für euch? Das Thema wurde vorhin ja schon gestreift, aber würdest du The House of Atreus als dein Lebenswerk bezeichnen, David?

David: Es ist definitiv eine Kombination aus einem Lebenswerk und einem Standpunkt, von dem aus man den nächsten Schritt tun kann. Ich denke es ist die anspruchsvollste Musik, die ich persönlich je gemacht habe.

Ed: Sehr anspruchsvoll! Die Art, wie wir an die ganze Sache herangegangen sind, war der sehr ähnlich, wie wir an Noble Savage herangegangen sind. Die Art und Weise ist immer sehr ähnlich, aber diesmal war es vielleicht etwas intensiver.

David: Aber wie ich es bereits sagte: The best is still yet to come! So ambitioniert und weittragend es auch ist, wir leuchten immer noch das Territorium aus, um es klarer werden zu lassen.

Wenn ich dich das sagen höre, habe ich das Gefühl, dass du eigentlich schon genaue Vorstellungen im Kopf hast, wie es weitergehen wird…

David: Ich habe schon eine Idee. Ich könnte dir auch sagen, was ich denke, wie das nächste Album ausfallen wird. Aber wenn wir es dann machen werden, wird es eh wieder ganz anders kommen. Wenn du anfängst zu schreiben und nebenher noch andere Dinge tust, wie zum Beispiel touren, dann ist es eine Sache, aber wenn es dann losgeht, dass du tief in die Kompositionen einsteigst, dann ändert sich alles. Wenn ich hier auf den Stuhl steige (David steigt tatsächlich auf den Stuhl), dann sehe ich die Dinge auf eine andere Weise und so ist das eben auch, wenn es ans Songwriting geht. Du siehst die Dinge aus einem anderen Blickwinkel. Deshalb kann ich eigentlich nichts wirklich sagen.

Denkst du denn, dass ihr in Zukunft schon an diesen klassischen Geschichten festhalten werdet oder kannst du dir auch vorstellen, etwas moderneres zu machen?

David: Ja sicher! Diesen Mythen sollen keine Geschichtsstunden darstellen. Ich bin nicht David DeFeis vom archäologischen Institut, der hier einige antike Geschichten erkundet. Diese Lyrics kommentieren sehr stark das moderne Leben, während die antike Geschichte erzählt wird. Was ich an dieser antiken Geschichte mag, ist dass es eine zeitlose Geschichte ist, eine wahre Geschichte. Die Emotionen und die Charaktere sind sehr menschlich und sehr real. Sie könnte in 2000 Jahren passieren, heute oder 2000 Jahre zuvor. Die Geschichte ist nur eine Plattform. Also ja, die nächste Platte könnte einfach eine Sammlung von 10-15 Song sein, bei der wir etwas zurück gehen, bevor wir weiter nach vorne gehen. Das könnte schon passieren.

Für mich ist das Invictus-Album ja schon solch ein Intermezzo, das zwischen den beiden Marriage of Heaven and Hell und den beiden House of Atreus-Alben steht.

David: Es ist ein Album, das für sich selbst existiert. Ich sehe es als sehr straightes Rock Album, das aber auch seine losen Beziehungen zu den Marriage-Alben hat.

Ed: Es ist interessant, wenn die Alben fertiggestellt sind, einfach zurückzublicken. Ohne Teil 1 der Marriage-Alben, würde Teil 2 keinen Sinn machen. Teil 2 hat zu Invictus übergeleitet – in einem anderen Licht. Invictus hat dann wiederum einen Pfad zu den Atreus-Alben geebnet. Aber letztendlich sind es alles VIRGIN STEELE-Alben und was alle verbindet ist die Intention, dich an einen anderen Ort zu entführen. Wir begleiten die Fans auf eine abenteuerliche Reise.

Ist das dann auch ein gewisser Anspruch, den ihr an eure Fans erhebt, dass sie sich eben mit den Alben in ihrer Gesamtheit beschäftigen, so dass ihr quasi enttäuscht seid, wenn die Fans die Geschichten nicht interessieren, sondern lediglich die Musik?

Ed: Nein, das ist vollkommen in Ordnung. Wenn die Fans zum Beispiel den Song Great Sword of Flame hören, dann soll schon auch dieses Great Sword of Flame – kick my ass – Feeling da sein. Das ganze soll schon auch einen sehr universellen Charakter haben. Schau dir die 75jährige Frau an oder die Fans, die gestern bangend mit Shirts vor der Bühne standen. Ich denke, wir haben gestern alle in eine andere Welt entführt.

David: Es war gestern wirklich ein sehr magischer Moment.

Was ist für euch in der ganzen Geschichte um das Haus der Atriden denn persönlich der bewegendste Moment?

David: Ich denke Orestes Konfusion und sein Zweifel an allem. Er repräsentiert hier sehr stark den modernen Menschen. Er zweifelt an seinem Vater, an seiner Mutter, an sich selbst. Er zweifelt an den Göttern und daran, wer er ist. Er kommt zu der einzig ehrlichen Lösung, indem er sagt, Ich muss für alle Sünden dieser Welt büßen. Er bringt das ultimative Opfer, Christus sehr ähnlich. Er opfert sich selbst. Das hat nichts mehr mit einem Mythos zu tun, das ist die Summe aus dem modernen Menschen. Zu hinterfragen, zu zweifeln: Ist Gott tot, lebt Gott, was bedeutet mir das in dieser Welt aus technologischen Wundern?

Ed: Vieles aus der Geschichte kannst du auch schon auf unseren älteren Alben wieder finden. Auf Marriage, auf Invictus.

David Auf eine wagnerianische Weise war es Absicht, dass sich bestimmte Themen durch alles fortsetzen. Wie Kassandra, die viele Male stirbt und wiedergeboren wird. Die Wiedergeburt eines bestimmten Charakters, das war schon unsere Absicht.

War die kompositorische Annäherung an diese Stelle – die für dich ja eine bestimmte Bedeutung hatte – denn eine andere, als es bei anderen Teilen der Geschichte der Fall war?

David: Nun, alle Songs sind für dich wie Kinder, die du bemutterst, aber sie sind alle auf eine andere Weise geboren. Du empfindest jedoch für alle etwas besonderes, wie eben eine Mutter für ihre Kinder. Das Album wurde beinahe in der Reihenfolge komponiert, wie du es auf der CD hören kannst. Daher ist es aber schon auch so, dass du bei den späteren Songs viel mehr im Songwriting drin und in die ganze Geschichte stärker eingetaucht bist.

Hast du im Nachhinein denn auch grundlegende Veränderungen in einzelnen Songs vorgenommen, also dass du zum Beispiel einen langsamen Song zu einem schnellen Song umgewandelt hast, weil es einfach besser zu dem Teil der Geschichte passte?

David: Nein, ich habe die Songs schon immer sehr dem Gefühl in der Geschichte angepasst.

Ich muss ja zugeben, dass ich die genaue Geschichte um das Haus der Atriden nur von euren Alben kenne, ich habe das eigentliche Buch nie gelesen. Als ich Resurrection Day hörte und die Lyrics dazu las, habe ich mich gefragt, inwiefern das Ende dem in der eigentlichen Geschichte entspricht…

David: Wage…ich habe das Ende auf den nächsten Level gebracht, auf dem alle Gegenseitigkeiten zusammenkommen. Es führt das Ende etwas weiter.

Was ich sehr an diesem Ende mag, ist dass du die Schicksale aller Charaktere in diesem Song zu einer Art Gesamtmoral zusammengefasst hast, die der Geschichte etwas besonderes gibt. Du hättest das ganze ja sehr dramatisch enden lassen können, mit einem großen Bang, indem sich Orestes tötet und der Vorhang fällt. Auf diese Art bekommt das ganze einen sehr eigenen Anspruch.

David: Ja genau. Wie ich sage, es ist auch ein Stück für unsere Zeit. Das ist letztendlich auch der einzige lichte Moment innerhalb von 3 Stunden Musik. Die ganze Zeit ist diese enorme Spannung in der Luft und am Ende der Geschichte sehen wir dann doch die Sonne.

Wie sehen denn die weiteren Pläne für das Theaterstück Klytaimnestra aus? Wird die ganze Sache mit dieser Tour beendet sein?

David: Nein, da kommt noch mehr! Es wird noch an weiteren Theatern in Deutschland aufgeführt werden, aber auch in anderen Teilen Europas. Hoffentlich auch in den Staaten. Das ganze wird aber auch auf vielen Ebenen fortgesetzt. Klytaimnestra kann offensichtlich auch ohne uns existieren, wie es eben hier der Fall ist, aber wir werden unsere Version auf Tour mitnehmen. So wie es THE WHO mit Tommy gemacht haben. Wir wollen das ganze auf eine sehr spezielle Art präsentieren und an einigen Orten wollen wir auch alle drei Alben am Stück spielen. Und dann kommt vielleicht der Film und dann das Videospiel (lacht)!

Von den Marriage-Alben wird es ja dann auch noch eine Theateradaption geben…

David: Ja, genau, und vom Invictus-Album!

Wie weit sind die Pläne dafür denn schon vorangeschritten?

David: Sehr weit! Am 07. Juni ist die Premiere in Memmingen! Erneut in Memmingen! Das Skript wurde bereits von Walter Weyers geschrieben und jetzt geht es noch darum, die Musik mit dem Stück zusammenzufügen.

Wie hat Weyers denn auf die Marriage-Alben reagiert? War es seine Entscheidung, die Alben umzusetzen?

David: Nun, eigentlich meinte er, dass Klytaimnestra ein Erfolg war und er gerne ein weiteres Stück mit uns gemeinsam machen würde.

Ed: Er hat etwas neues in sich entdeckt!

David: Er ist jetzt ein Metal-Fan (lacht)!

Ed: Wir hatten vor kurzem eine Unterhaltung und er meinte, als ich in meinen 30ern war, hab ich auf diese Art nicht gedacht, aber seit ich euch getroffen habe, hat sich mein Kunstverständnis sehr gewandelt!

Ist es für ihn dann schon auch ein gewisses Stolzgefühl, derjenige zu sein, der sozusagen den Metal auf die Theaterbühne gebracht hat?

David: Ich denke schon. Seine Frau hat ebenfalls ihre Liebe zum Metal entdeckt und sie passt sehr gut in diese Rolle.

Ed: Sie haben dieses Gefühl entdeckt und jetzt wollen sie mehr!

David: Als es dann darum ging, etwas neues zu machen, fragten wir uns, warum wir etwas neues schreiben sollten und nicht das zu benutzen, was bereits existiert. Das ganze Marriage-Konzept liegt uns sehr nahe. Es enthält viele Themen, viel Musik und ein Konzept. Also sagten wir, dass wir erst diese Geschichte auskundschaften sollten, bevor wir weiter gehen.

Ed: Für mich ist es der Wahnsinn, wenn ich bedenke, wie wir diese Geschichte zum Leben erweckten und nun wird das ganze wieder in eine völlig neue Perspektive gerückt. It blows my mind. Ich hätte mir in meinen wildesten Träumen nicht vorstellen können, dass ich die Geschichte je als Theaterstück sehen könnte. Auf Tour haben wir mit der Musik die Herzen der Metal-Fans berührt und nun wird das ganze auf eine viel größere Ebene gebracht. Ich kann´s einfach nicht glauben.

Eine andere Sache, die vor Jahren ja immer im Raum stand, war das Projekt, das du, David, gemeinsam mit deiner Schwester auf die Beine stellen wolltest, die ja bekanntlich eine proffesionelle Opernsängerin ist. In letzter Zeit hat man davon aber gar nichts mehr gehört. Ist dieses Projekt denn begraben?

David: Wir suchen immer noch nach der richtigen Sache und dem richtigen Zeitpunkt. Wenn es der richtige Zeitpunkt ist, dann wird es das Projekt sicher geben. Sie ist heute Abend übrigens hier!

Was hält sie denn von der ganzen Klytaimnestra-Geschichte? Hat sie das Stück bereits gesehen?

David: Ja, sie hat die Premiere gesehen. Sie genießt die Sache sehr. Sie hört sich die Sachen an um zu Entspannen und auch um ab und an zu entfliehen. Ich denke auch, dass sie sich gut auf der Bühne in einem der Charaktere machen würde.

Okay, unsere Zeit ist leider ziemlich knapp, könntet ihr mir noch kurz von euren lustigsten Erlebnissen live on Stage erzählen?

Ed: Ich hatte sehr viele lustige Momente auf der Bühne und es ist schwer zu sagen, was der lustigste war. Aber um ehrlich zu sein, einer war sicherlich der mit unserem alten Bassisten. Ich will seinen Namen nicht nennen, aber er hatte ein ziemliches gesundheitliches Problem. Wir haben die ´96-er-Tour in Hamburg gerade begonnen und David, Frank und ich haben unseren Bassisten während wir spielten ständig beobachtet. Er schaute mich plötzlich an und flüsterte I´m going down! I´m going down! Wir schauten uns gegenseitig an, schließlich war es die Eröffnungsshow der Tour. Wir gingen danach von der Bühne und er lag völlig am Ende auf dem Sofa. Ich werde das nie vergessen, wie er mich ansah und flüsterte I´m going down!

David: Auf derselben Tour ist mir irgendwann mitten während der Show die Hose am Arsch aufgerissen und ich musste die ganze Show mit zerrissener Hose spielen!

Ed: The´96-Tour was a blast!

Und dann kommen wir auch schon zur abschließenden Frage. Welche Person würdet ihr in eurem Leben gerne einmal treffen und warum?

David: Da gibt es einige, aber sehr weit oben würde Freddy Mercury stehen. Oder aber auch Jimmy Page.

Ed: Für mich ist das sehr schwer zu beantworten. Ich will sie auch unbeantwortet lassen, denn wenn immer ich eine Person unbedingt treffen wollte, war ich enttäuscht, als es so weit war.

Fierce