SIX FEET UNDER: High as Fuck and fucking totally cool…

SIX FEET UNDER: High as Fuck and fucking totally cool…

Chris Barnes der werten Leserschaft noch vorzustellen, wäre reine Platzverschwendung – jeder kennt den sympathischen Grunzgott, der seit Ende der 80er-Jahre mit Cannibal Corpse die US-amerikanische Death Metal-Szene maßgebend geprägt hat, sei es nun durch seinen Gesangsstil oder durch die kranken geistigen Ergüsse in Form von Lyrics, die der Band einige Probleme mit der Zensur einbrachten. Durch seinen Rauswurf bei den Kannibalen anno 95 mutierte Mr. Barnes’ ehemaliges Side-Project SIX FEET UNDER zur Band Nummer Eins! Ich hoffe, ihr könnt euch durch dieses Gespräch ein kleines Bild über seine Persönlichkeit, das im August erscheinende neue Album „True Carnage“ und seine Meinung zur heutigen Death Metal-Szene machen. Außerdem hat der werte Herr nun auch einen Weltrekord gebrochen, noch nie wurde das Wörtchen „fuck“ (in all seinen Varianten) so oft in einem einzigen Telefongespräch ausgesprochen – Vampster gratuliert!

Okay, Chris… die Aufnahmen zu “True Carnage” sind fertig, das Album steht vor seinem Release im August… wie bist du mit dem Endresultat zufrieden und was kannst du über die Recording Sessions erzählen?!

Ich mag das neue Album wirklich. Es hat uns viel Zeit und Kraft gekostet, aber wir sind mit dem Endresultat sehr zufrieden. Unser Songwriting hat sich verbessert, und zudem ist es wirklich ein brutales Album geworden, meine Vocals sind um einiges tiefer…

…hat Mr. Barnes denn sein Stimmlein mit Hilfe von Harmonizern vertieft oder ist da alles ganz natürlich abgelaufen?

Nah, ich habe nie Harmozier oder ähnliches verwendet, um die Tiefe meiner Stimme zu verändern, das ist alles natürlich! Die Vocals sind also noch tiefer als zuvor und die Musik ist heavier. Es ist nicht unbedingt super-schnell, aber wir haben uns mehr auf die Rhythm-Parts konzentriert, weniger auf Technik oder Blast-Beats, weil das einfach nicht zu uns passt – wir wollen unseren Groove behalten. Die Songs entstanden eigentlich wie immer: wir pausierten eine Weile, nachdem wir lange Zeit für „Maximum Violence“ (der Vorgänger von „True Carnage“, 1999 –Anm.d.Verf.) tourten, ließen unsere Köpfe wieder frei werden und überlegten uns, wie wir an das neue Album rangehen sollten. Die Songs entstanden innerhalb von dreieinhalb Monaten und nach dem Einstudieren der neuen Songs gingen wir ins Studio. Dave Schiffman half uns beim Mixen, und er hat wirklich großartige Arbeit geleistet. Er hat schon mit vielen großen Bands zusammengearbeitet und sein Wissen hat uns viel gebracht. Er war sehr enthusiastisch und verhalf uns zu einem wirklich guten Mix, denn wir wollten diesmal mit einer anderen Person hinter dem Mischpult in die Schlacht ziehen.

Ihr habt euch also mehr auf Groove als auch Technik konzentriert, findest du, daß man als Old-School Band mit simpleren Riffs im Vergleich zu den sehr technischen Bands à la SUFFOCATION (R.I.P.) eher limitiert ist und, daß sich die Musik viel schneller abnutzt und sie langweilig wird?

Nun ja, SUFFOCATION waren sicher großartig, aber wir achten einfach auf das, was wir persönlich bevorzugen. Unsere Musik soll live die Leute einfach ansprechen, wir wollen schwere und fette Beats spielen und grooven. Wir haben in all den Jahren erfahren, das die Leute bei so einer Musik viel geiler abgehen als bei technischen Bands, die vielleicht super-schnelle Riff haben – alles schön und gut, aber wenn es dann zu den wirklich schweren, groovigen Parts kommt, haben diese Bands nichts drauf. Die Leute fahren aber genau darauf ab, und wir wollen, daß sie sich gut fühlen, wenn sie zu unseren Shows kommen, weißt du. Ich will auf keinen Fall, daß die Leute regungslos da stehen und uns beim spielen zuschauen, weil wir so schnell und technisch sind, das ist doch Bullshit. Die Leute wollen Action und wir bringen ihnen Action mit unseren Beats.

Wie sieht dein persönlicher Musikgeschmack aus? Hörst du noch viel Death Metal, oder verwendest du deine eigene Musik als eine Art Härteausgleich zu der, die du ansonsten hörst.

Ich höre nicht viel Death Metal, aber ich höre mir Musik an, die eine interessante Aussage hat, etwas in das ich mich hineinversetzen kann. Wie beispielsweise meine Favoriten unter den Death Metal-Bands, Autopsy und Macabre, die wirklich außergewöhnlich sind. Ansonsten höre ich oft Ice-T – ich liebe die erste Body Count (1992, ursprünglich „Copkiller“, dann nach dem Akt der Zensur „Body Count“ betitelt –Anm.d.Verf.) oder „Home Invasion“ und „Original Killer“ (1991 bzw. 1993, Ice-T Solo-Alben – nm.d.Verf.). Diese Scheiben sind wirklich unbeschreiblich. Und, ob du’s glaubst oder nicht, ich höre mir sogar Bob Dylan an – ich mochte schon immer, was er gesagt hat.

Und wie sieht’s da beim Musik schreiben aus? Du hast mal gesagt, Death Metal sei die einzige Musik, die du fühlen könntest, also könne bei dir sowieso nichts anderes rauskommen.

Das stimmt auch, ich kann gar nichts anderes schreiben, das ist es, was ich fühle. Death Metal hat für mich immer etwas mit Rebellion und der richtigen Einstellung zu tun, die Leute sollten sich wirklich nicht darum kümmern, wie jemand angezogen ist oder ob Chris Barnes verdammte Dreadlocks hat oder nicht – es kommt darauf an, wer ich bin, nicht wie ich aussehe! Viele Leute im Death Metal haben nicht verstanden, daß man anders denken muß, man muß von den allgemeinen Ansichten und den moralischen Werten Abstand nehmen.

Was sind für dich die Unterschiede zwischen „Maximum Violence“ und „True Carnage“? Bis jetzt gab es noch zwischen jedem Album größere Unterschiede. Der Sprung von „Haunted“ (das 95er Debut –Anm.d.Verf.) auf „Warpath“ (1997, auf das wir später noch zu sprechen kommen –Anm.d.Verf..), sowie der von „Warpath“ auf „Maximum Violence“ war ja doch jeweils grösser…

Nun ja, wir sind einfach einen Schritt weiter gegangen, was die Heavyness anbelangt. Es war vorher auch schon alles cool, aber jetzt sind wir halt etwas vorwärts gekommen und wir zeigen mit unseren Texten und den Album-Covers Dinge, über die die Leute nicht nachdenken wollen, weil sie Angst davor haben.

„True Carnage“ ist für dich das beste Six Feet Under-Album, oder?

Für mich ist es der beste meiner Releases seit „The Bleeding“ (95, letzte Cannibal Corpse-Scheibe mit Chris Barnes –Anm.d.Verf.). Ich habe sehr viel Energie in das Album gesteckt und habe die Texte, als auch die Growls und Vocal-Patterns so gut wie möglich ausgearbeitet. Ich bin mit dem Resultat voll zufrieden, das Album ist ein Killer und ich bin wirklich glücklich damit.

Bei den Lyrics scheint ihr auch wieder ein wenig back to the roots gegangen zu sein. Also hast du das Guts’n’Gore-Thema wieder für dich entdeckt, nachdem ja auf „Warpath“ davon nichts viel zu lesen war?

The Lyrics are fucking sick! Sie sind heavy und sie killen, die Leute werden überrascht sein, wenn sie das zu lesen bekommen, es ist so richtig ekelerregend. Ich habe erkannt, was die Leute von mir hören wollen und in den letzten Jahren gab es genügend Dinge, die mich angepisst haben, ich wollte einfach weg von dem Gore-Thema. Der Grund, warum ich seit „Maximum Violence“ das Thema wieder aufgefasst und mit „True Carnage“ noch intensiviert habe, ist, daß wir einen neuen Gitarristen haben (Steve Swanson ersetzte SFU-Gründer Allen West 1998 –Anm. d. Verf.), der mich wirklich inspiriert, kranke Lyrics zu schreiben. Er kann verdammt gut mit seinem Instrument umgehen und zu den Songs die er schreibt, kann ich einfach nur abnormale Texte schreiben.

Je brutaler die Musik ist, desto brutaler sollten auch die Texte sein…

Natürlich, ich habe immer nur Sachen geschrieben, die wichtig für mich sind. Mit dem neuen Stuff fühle ich mich richtig ‚ready to kill’ (lacht).

Sehr gut! Ach ja, für einen Song des neuen Albums hast du mit Ice-T zusammengearbeitet. Für viele Death Metal-Fans sicherlich nicht nachvollziehbar, da Rap unter den Metal-Freaks ja doch eher verhaßt ist und meistens kann man vor allem im Bereich des Extrem-Metal nicht unbedingt von weit verbreiteter Toleranz unter den Fans sprechen… wie bist du auf die Idee gekommen, mit Ice zu arbeiten?

Grundsätzlich ist es mir egal, ob das irgendjemand akzeptiert. Ich wollte es machen und ich weiß, warum ich es gemacht habe, das war etwas persönliches. Ich bin schon seit langem Fan von Ice-T, ich habe ihn damals schon getroffen, als ich noch bei den Kannibalen war und seitdem wollte ich immer mit ihm zusammenarbeiten. Er kam auf mich zu und sagte mir, daß er „Butchered at Birth“ (zweites Cannibal Corpse-Album, 1991 –Anm.d.Verf.) liebte, weil er verstand, was ich zu sagen versuchte. Das hat mich wirklich beeindruckt, weil ich Ice schon immer respektiert habe. Wir kommen aus der selben Gegend, wir beide haben genug Scheiße in dieser abgefuckten Welt erlebt. Seine Veröffentlichungen wurden über all die Jahre verboten oder angegriffen, man wollte ihn ins Gefängnis werfen für das, was er gesagt hat. Man wollte ihn aufhalten und boykottieren… und weißt du was? Genau das selbe ist mir auch passiert, und zwar seit „Butchered at Birth“. Die Leute wollten mich aufhalten, sie wollten mich fertig machen und einsperren, fuck that! Und deswegen fühle ich mich mit Ice-T verbunden, weißt du. Wir sind nicht die typische Death Metal-Band, wir machen etwas, das die Szene voranbringt. Ich bin von Anfang an dabei gewesen und habe die Szene gestartet, mit meiner damaligen Band Cannibal Corpse. Es gab immer Leute, die unsere Musik und unsere Aussagen verstanden haben und das Zeug wirklich geliebt haben. Und das ist wichtig. Ice-T ist fucking totally cool, er weiß, was in dieser Welt abgeht und Leute wie wir sagen der Öffentlichkeit einfach, wie es ist. Das ist die Realität!

Also ist Ice-T ein richtiger Death Metaller?

Nun ja, ich glaube, er hört sich die Musik von Menschen an, die wirklich was zu sagen haben, sei das nun im Bereich des Death Metal oder irgendwo anders. Ich hör mir auch nicht nur Death Metal an, weil ich da einfach nicht alle Antworten finde, weißt du, was ich meine. Die Antworten sind im Kopf eines jeden einzelnen, der weiß wie man Songs schreibt und wie man die Leute zum Nachdenken bringt. Wenn du was erreichen willst, dann mußt du gottverdammt nochmal die Aufmerksamkeit der Leute an dich reißen, sonst wird gar nichts passieren. Du mußt etwas zu sagen haben…

Dennoch glaube ich, daß die Musik für die meisten Leute wichtiger ist… was hältst du zum Beispiel von den derzeit angesagten Bands, die Rap und Metal vermischen – Bands wie Limp Bizkit und Konsorten?

Ich bin nicht unbedingt ein großer Fan solcher Bands, weil ich ihre Aussage nicht ganz nachvollziehen kann, ich komme damit einfach nicht ganz klar. Genauso wie viele Menschen mit meiner Musik nicht klarkommen, jeder soll hören was er will, das muß jeder für sich selbst entscheiden!

Könnte man von einem kleinen Aufschwung des Metals reden, da heutzutage wirklich viele metal-orientierte Bands mit fetten Gitarren-Sounds in den Charts vorzufinden sind? Viele Leute hören sich so etwas an, obwohl sie eigentlich keine Metal-Fans sind…

Ja, ich finde das cool.. vielleicht werden die Leute von so einem Sound angeturned und hören irgendwann noch heavieren Sound… wäre gut. Aber es ist mir wirklich egal, was in den Charts grade so angesagt ist, außer natürlich, es handelt sich um mich (lacht).

Ihr habt vor kurzem ein Album voll mit Cover-Versionen veröffentlich, namentlich „Graveyard Classicks“… Wie war die Reaktion der Fans?

Also ich bin wirklich zufrieden damit. Ich meine, viele Leute mochten die Scheibe, viele widerum nicht. Es ist halt kein normaler Release, also nicht für jedermanns Geschmack. Ich will nicht immer nur Standard-Kram veröffentlichen. Es soll unberechenbar bleiben, die Leute sollen überrascht werden. Und egal, ob du es jetzt liebst oder haßt, du mußt auf jeden Fall darüber nachdenken. Wenn keiner über uns nachdenkt, dann existieren wir nicht – und wenn es nur ein geistiger Kommentar ist, wie „Mein Gott sind die Scheiße“ oder sowas. So gesehen bin ich mit allem, was wir bis jetzt gemacht haben zufrieden. Es hat die Aufmerksamkeit der Leute gefangen, und das ist wichtig!

Haben euch viele Fans oder Kritiker des Rip-Offs beschuldigt, da hinter solchen Releases ziemlich oft Geldgier und Fanverarsche stehen…?

B: Nicht wirklich. Wir haben halt einfach alte Songs genommen, die uns gefallen und haben diese in unser Soundgewand gekleidet. Man muß mit seiner Musik und seinem Style experimentieren, sonst kommt man nirgendwo hin. Man muß den Leuten Abwechslung bringen. Wenn es jemandem nicht gefällt, ist das nicht mein verdammtes Problem. Ich mache was ich will und wenn ich nur dem Willen der Leute nachkomme, kann ich gleich aufhören, Fuck! Ich hasse die Welt, warum sollte ich auf irgendwen hören?!

Das Album war kommerziell sicher erfolgreich, oder?

Ja, wirklich! Wir haben in Europa doppelt so viel verkauft wie mit „Maximum Violence“, hier bei uns verkauft es sich auch nicht schlecht.

Mit „Warpath“ seid ihr auf eine kommerziellere Schiene gesprungen, die Growls waren nicht mehr so tief, die Songs waren (noch) simpler und die Texte hatten mit der geliebten Gore-Thematik nichts mehr am Hut. Wie kam der Wandel?

Also ich habe nicht darüber nachgedacht, wie SIX FEET UNDER jetzt klingen müssen oder sowas. Das ist alles ganz natürlich entstanden. Ich habe mir auch nicht ausgesucht, kommerziell zu werden, „Warpath“ hat sich von all unseren Alben am schlechtesten verkauft! „Maximum Violence“ ist unser brutalstes Album und hat am meisten verkauft, also…

Ich glaube nicht, daß „Warpath“ kommerziell ist, es basiert eher auf dem ganzen Müll, der rund um dich passiert, nicht auf fiktiven Themen wie die angesprochenen Gore-Lyrics. Ich habe mich einfach zu der Zeit so gefühlt und das gemacht, was meiner Meinung nach am besten zur Musik passte.

Nach „Warpath“ seid ihr wieder back to the roots gegangen. Ihr seid schneller und härter geworden, die Growls wurden zum Glück wieder tiefer. War denn „Warpath“ nicht erfolgreich genug oder was hat euch dazu veranlaßt, wieder etwas zurückzugehen?

B: Ich mag „Warpath“, es war ein gutes Album. Alles, was ich je geschrieben habe, ist ein Teil von mir, also bedeutet es mir wirklich viel. Nach „Warpath“ wollte ich einfach einen Schritt in eine andere Richtung gehen. Die Ideen, mit denen Allen ankam, inspirierten mich einfach nicht mehr, die Band litt unter seiner weniger werdenen Motivation und Kreativität, deswegen wollte ich einen neuen Gitarrero haben, einen, der 100% an die Band glaubt und alles gibt. Und den haben wir mit Steve Swansson gefunden, die anderen Burschen kannten ihn noch von Massacre – er ist wirklich der Wahnsinn, keiner kann so Gitarre spielen. Also ist Stever sicherlich mitverantwortlich dafür, daß „Maximum Violence“ eben so klingt wie es klingt und sich unsere Musik vom „Warpath“-Style wegbewegt hat.

Ihr werdet bald ein Home-Video veröffentlichen… erzähl mal ein wenig darüber.

Ich habe die Regie geführt und all das aufgenommene Material ausgewählt und verarbeitet. Es wird ein sehr spezielles Video werden, wir haben aufnahmen mit wirklich gutem Sound, aber auch einige Bootleg-Aufnahmen, die genauso gut geworden sind, wir haben uns über ein Jahr bei verschiedenen Shows gefilmt, dieses Material bekommt man sonst nirgends zu sehen, wir haben es selber gemacht, für die Fans!

Hattest du eigentlich Probleme mit der Zensur, seitdem du nicht mehr Mitglied bei Cannibal Corpse bist?

Nein, eigentlich nicht. Ich schere mich einen Dreck um diese pseudo-moralischen Zensurfreaks und Christen. Ich werde weiterhin sagen, was ich zu sagen habe, und ein großes „Fuck Off“ geht an alle, die etwas dagegen haben.

Ich bin mir sicher, daß du die Band Anal Cunt kennst. Es gab da mal einen Song namens „Chris Barnes is a Pussy“ – was ist die Story dahinter?

Naja, er hat sich wohl eingebildet, daß das witzig sei, nachdem ich ihn in den Arsch getreten habe. Er konnte sich nicht anders wehren, als die Cops auf mich zu hetzen und dann hat er einen Song über mich geschrieben. Er weiß, was wirklich passiert ist, er weiß, daß er derjenige war, der am Boden gelegen ist und daß ich derjenige war, der ihn dorthin befördert hatte. Schade, daß er geistig so schwach ist.

Laut seiner Aussage hast du deine Roadies auf ihn gehetzt und zugesehen, wie sie ihn zusammengetreten haben…

Naja das ist, was er sagt. Es war so, daß ich zu ihm hingetreten bin und von ihm wissen wollte, wovon zum Teufel er redet. Dann wollte er fighten – ich habe ihn über’s Knie auf seinen fetten Arsch geworfen, dann, als er wieder hochkam, wollte er mich erneut attackieren, er hat mich nicht mal mit einem Finger berührt, weil er einfach nicht kämpfen kann. Ich habe ihm in den Arsch getreten, er ist wieder zu Boden. Dann hat er die Cops gerufen… wer ist da wohl die gottverdammte Pussy? Die Schlampe, die die Cops gerufen hat! Wenn er mich noch einmal persönlich angreift schneide ich ihm die Kehle auf.

Hahaha, köstlich! Wie findest du eigentlich Bands wie Anal Cunt? Lustig oder belanglos?

Viele Leute finden das Zeug sicherlich lustig, aber er als Person hat sicher noch viel zu lernen.

Hast du dir eigentlich jemals überlegt, ein Buch oder beispielsweise das Storyboard für einen Film zu schreiben? Die Gore-Metaller von Necrophagia haben ja auch einen Splatter-Film als Home-Video rausgebracht.

Ja, zur Zeit interessiere ich mich für Video-Bearbeitung, nachdem ich für unser Home-Video ziemlich viel damit gemacht habe. Ich habe auch unseren neuen Video-Clip zu „The Day the Dead walked“ produziert, das auf unserer neuen CD als Multimedia-Special zu finden sein wird. Mein Freund David Roth – der schon damals für Cannibal Corpse für alles zuständig war, was mit Videos zu tun hatte, und es auch heute immer noch ist – und ich haben schon über die Produktion eines Filmes gesprochen. Und eins kann ich euch versprechen: innerhalb der nächsten drei Jahre wird es eine Chris Barnes Produktion eines kranken Horrorfilmes geben, den wir unabhängig von irgendwem herausbringen werden.

Darauf haben sicher viele Fans gewartet. Wahrscheinlich noch mehr, als auf die anstehende Europa-Tour, die ihr im Juni und Juli absolvieren werdet…

Ja, Ende Juni geht’s los, wird werden auch ein paar Festivals spielen, und ich freue mich wirklich schon verdammt darauf. Ich war jetzt fast ein Jahr nicht auf Tour und wir wollen uns und den Fans die Scheiße aus dem Hirn spielen. Und wir erwarten uns vom europäischen Publikum, daß es genau so durchdreht, wie das amerikanische. Wir wollen, daß es so richtig abgeht, wenn die Leute unsere Beats hören, wird es verdammt krank werden.

Das will ich hoffen… bist du eigentlich der Typ, der gerne vor und nach Konzerten mit Fans abhängt und einen raucht oder trinkt?

Wenn ich gerade nichts zu tun habe und herumspaziere, vernichte ich jeden Joint oder jedes Bier, das man mir in die Hand drückt (lacht).

Verwendest du Marihuana eigentlich als eine Art Hilfsmittel, um deine Kreativität zu erweitern?

Einen Moment (im Hintergrund hört man es blubbern…)

Aha… der Oregon Glass Guzzler tritt wieder in Aktion…

(Lacht) Du hast es erfaßt. Also ich rauche beim Schreiben immer so viel wie möglich… wenn ich ‚high as fuck’ bin, da kann ich besser in meine Gedanken gehen und mich mehr auf meine Phantasie konzentrieren. Für manche Leute werden geistige Türen geöffnet, während es manche einfach abstürzen lässt. Es hängt ganz von der jeweiligen Person ab und wie man es konsumiert hat. Ich sehe die Vorteile darin, daß es meine Gedanken erweitert. Und ich will meine Gedankenwelt mit Weed erforschen, das ist gut für meine mentale Gesundheit.

Hast du je andere Drogen probiert, um den selben oder einen ähnlichen Effekt zu erzielen?

Ja, ich habe vieles probiert, aber ich mochte nicht so sehr wie ich das Kraut mag. Ich habe nie Zigaretten geraucht und nie viel getrunken, das hat mir einfach nichts gegeben, es hat mir nichts gebracht, weißt du. Es gab immer mir nahestehende Personen, die Probleme mit harten Drogen wie Heroin hatten, und die Leute sterben an dem Zeug, deswegen wollte ich es nie probieren und ich habe es auch nie getan. Ich glaube nicht mal, daß Marihuana eine Droge ist, es ist vielmehr etwas spirituelles. Ich mag keine Drogen, beispielsweise Alkohol ist eine schlimme Droge, ich mag auch keinen Tabak, oder irgendwas anderes. Aber Gras rauchen ist ein Teil von mir… die Erste je von Menschenhand gezüchtete Ernte auf diesem Planeten war Marihuana… das ist durch wissenschaftliche Fakten bewiesen, und warum wird das wohl so sein? Weil die Leute high sein wollten, anstatt irgendwas anderes zu machen, es gibt einfach nichts besseres auf dieser verdammten Welt!

Ich glaube da sprichst du mir und vielen unserer Leser aus der Seele. Wäre eigentlich ein wunderschönes Schlußwort. Oder hast du zum Abschluß noch etwas zu sagen?

Danke für das Interview. Ich hoffe, den Leuten gefällt unsere neue Scheibe, wir sehen uns auf Tour!