DEUTSCHE ALBUMCHARTS: mit BON JOVI, COREY TAYLOR, AMARANTHE

DEUTSCHE ALBUMCHARTS: mit BON JOVI, COREY TAYLOR, AMARANTHE

Dass der Einzelhandel alljährlich mit schlechten Wortpsielen den ‚Rocktober‘ feiert, scheint tatsächlich einen Grund zu haben. Allein in den Top 10 finden wir vier Neueinstiege: BON JOVI landen mit „2020“ auf Platz drei und damit auf derselben Position wie der Vorgänger „This House Is Not For Sale“ (2016). Die Zeiten, in denen die US-Amerikaner sichere Nummer-eins-Kandidaten waren, scheinen vorbei. Gesellschaft leisten der Band mit PINK FLOYD-Gitarrist ROGER WATERS und SLIPKNOT-Sänger COREY TAYLOR zwei Soloprojekte. Für Letzteren ist „CMFT“ das Debüt, das sich einen respektablen neunten Platz sichert. Waters war hingegen vor drei Jahren mit „Is This The Life We Really Want?“ (#3) bereits Gast in den oberen Regionen der Charts. „Us + Them“ wiederholt der Erfolg und klettert bis Rang vier. Doch auch sonst ist der Rock ausgesprochen stark vertreten: Ex-LED ZEPPELIN-Frontmann ROBERT PLANT kann zwar mit „Digging Deep: Subterranea“ die Top 10-Platzierungen der beiden Vorgänger „Carry Fire“ (2017, #10) und „Lullaby and … The Ceaseless Roar“ (2014, #10) nicht wiederholen, schafft es aber dennoch bis Platz 33. Direkt davor, auf der 32, steigt zudem GOTTHARDs Tribut-Album „Steve Lee – The Eyes Of A Tiger – A Gotthard Tribute To Our Unforgotten Friend“ ein.

ENSLAVED finden zurück zu alter Stärke

Wer es gerne härter mag, wird mit dem Pop Metal-Album „Manifest“ der Schweden AMARANTHE wahrscheinlich nicht glücklich werden. Nummer Zwölf ist für die Skandinavier dennoch der bislang größte Erfolg, war das vorhergegangene „Helix“ vor zwei Jahren doch nur bis Platz 29 vorgedrungen. Ebenfalls die Top 20 knacken NACHTBLUT mit „Vanitas“, eine deutliche Steigerung zu „Apostasie“ (2017, #41). Rekorde feiern auch ENSLAVED, deren „Utgard“ die Band nicht nur in alter Stärke zeigt, sondern auch in neue Chartregionen katapultiert: Platz 30 ist eine Verbesserung um 50 Positionen im Vergleich zu „E“ (2017). Ihren künstlerischen Zenit haben SIX FEET UNDER schon lange überschritten. Das hält die Death Metal-Band aber nicht davon ab, in den Charts Erfolge zu feiern: Nummer 35 für „Nightmares Of The Decomposed“ ist der größte Erfolg der Formation in Deutschland. Leicht unten zeigt die Tendenz dagegen bei DEVILDRIVER und „Dealing With Demons I„. Ein schwächeres Ergebnis als Rang 61 hatte die Gruppe zuletzt im Jahr 2009 („Pray For Villains“, #64).

Der Ausblick auf kommende Woche

SALTATIO MORTIS reiten weiter auf der Deutschrock-Welle. Kommerziell wird sich das sicherlich auszahlen, schon die letzten drei Alben landeten an der Spitze der Charts. Wenn wir also „Für Immer Frei“ kommende Woche nicht ganz oben sehen, muss es schon mit dem Teufel zugehen. Konkurrenz gibt es allerdings von FIVE FINGER DEATH PUNCH, die mit der Compilation „A Decade Of Destruction – Volume 2“ ebenfalls ein Wörtchen oben mitzureden haben. Härter geht es bei NECROPHOBIC zu, deren „Dawn Of The Damned“ ebenfalls neu im Handel ist. Melodic Death Metal gibt es wiederum bei THE UNGUIDED und „Father Shadow“. Nostalgisch wird es bei BLUE ÖYSTER CULT, die mit „The Symbol Remains“ ihr erstes Album in fast 20 Jahren veröffentlichen. Aufgrund eines Albumleaks musste zudem GREG PUCIATO (Ex-THE DILLINGER ESCAPE PLAN) sein Soloalbum „Child Soldier: Creator Of God“ früher veröffentlichen als geplant: Zumindest digital ist die Platte schon jetzt verfügbar. Außerdem im Handel: „Ellengaest“ der Progressive / Post Rock-Band CRIPPLED BLACK PHOENIX und die Jubiläumsedition des LINKIN PARK-Klassikers „Hybrid Theory„.

Die Neueinstiege vom 9. Oktober 2020

Top 20
03. BON JOVI: „2020“
04. ROGER WATERS: „Us + Them“
05. QUEEN & ADAM LAMBERT: „Live Around The World“
09. COREY TAYLOR: „CMFT“
12. AMARANTHE: „Manifest
19. NACHTBLUT: „Vanitas“

Top 40
30. ENSLAVED: „Utgard
32. GOTTHARD: „Steve Lee – The Eyes Of A Tiger – A Gotthard Tribute To Our Unforgotten Friend“
33. ROBERT PLANT: „Digging Deep: Subterranea
35. SIX FEET UNDER: „Nightmares Of The Decomposed

Top 50 und weitere
61. DEVILDRIVER: „Dealing With Demons I“

Quelle: mtv.de

Florian Schaffer
Genres: Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Metalcore, Post Metal, Progressive, Rock, Thrash Metal.