D-A-D: Mit gutem Bandklima zum Erfolg

D-A-D: Mit gutem Bandklima zum Erfolg

Anlässlich des Gigs in München hatte ich die Möglichkeit mich mit dem Sänger Jesper der Dänen D-A-D zu unterhalten. Das Gespräch war sehr locker und nachdem uns Tourmanager Ewald Wasser und Kaffee (untrue ich weiss) reichte, konnte das Interview beginnen. Here we go.

Erzähl mir alles Wichtige zur neuen CD Everything glows

Es ist auf jedenfall die schnellste Platte die wir jemals gemacht haben. Das liegt vor allem daran, daß uns unser alter Schlagzeuger verlassen hat und sich dadurch unser Bandgefühl verändert hat. Der Titel der Platte reflektiert (everything glows = alles strahlt) ziemlich genau das vergangene Jahr, indem wir sehr motiviert waren und kurz gesagt einfach sehr positiv für uns war.

Ich finde das neue Album klingt spontaner und direkter als die beiden vorangegangen und ist nicht ganz so kompliziert

Stimmt. Das ganze Album entstand ohne Drummer ziemlich relaxt auf einer Couch. Da unser alter Schlagzeuger Peter die Band verließ, standen wir nicht unter dem Druck ein DAD Album machen zu müssen. Wir ließen es einfach laufen und die Songs konnten mit weniger Anstrengung aus sich heraus entstehen und wachsen, was eine gute Erfahrung für uns war.

Von was handeln die Texte?

Es gibt sehr viele freie Songs. Viele Songs handeln jedoch von Beziehungen, nicht unbedingt zwischen Mann und Frau, sondern von persönlichen Dingen und teilweise aus meiner Phantasie heraus. Wir haben eigentlich auch noch nie einen einen richtigen Lovesong geschrieben, bis auf das ältere Lied Riding with sue.

Wobei Kiss between the legs ein fantastischer Titel für einen Song ist.

Everything Glows wurde bereits Mitte April in Dänemark veröffentlicht. Warum erscheint das Album erst Ende Juni bei uns in Deutschland?


Das ist eine gute Frage. Das liegt an unserer deutschen Plattenfirma. Sie erklärten uns immer wieder, daß sie nicht genügend Zeit für Promotion, Import etc. blablabla hätten und deshalb den Veröffentlichungstermin weiter hinausschoben. Typisch Plattenfirma halt. Mit EMI Denmark sind wir jedoch sehr zufrieden und wir freuen uns schon wieder nach Hause zu kommen, denn die machen dann auch wieder was wir wollen.

In Dänemark habt ihr die Charts von oben angeführt und Platin erreicht. War das überraschend für Euch?

Durch die neue, sehr positive Stimmung innerhalb der Band hatten wir von Anfang an ein sehr gutes Gefühl bei der neuen Platte. Diese positive Stimmung wirkte sich scheinbar auch auf die Fans und dementsprechend auf die Verkaufszahlen aus. Wir haben diesmal einfach an uns geglaubt.

Ich habe es schon in meiner Albumreview geschrieben, daß der Song Everything glows ein Nachfolger des Kulttracks Sleeping my day away werden kann. Sprich ein Song für die breite Masse

Das kann man schwer sagen. Wir haben beim Komponieren der Songs einfach nur aufgenommen was sich gut anfühlte, ohne darauf zu achten Hits zu schreiben. Wir hatten die Melodien und das gewisse Etwas was ein guter Song braucht, kam irgendwie ganz von alleine und spontan. Dies klappte wahrscheinlich nur durch das sehr gute Klima innerhalb der Band.

Das neue Album ist meiner Meinung nach besser als das letzte

Ja das stimmt. Sympatico war praktisch der erste Schritt für Everything glows. Bei Sympatico nahmen wir uns erstmalig die Freiheit es einfach laufen zu lassen und viele Dinge auszuprobieren. Auf diese Weise entstand auch das neue Album.

Ihr spielt jetzt 3 Gigs in Deutschland. Was sind eure weiteren Pläne für dieses Jahr?

Im Sommer werden wir durch die vielen Festivals die meiste Zeit in Dänemark verbringen. Durch diese 3 Gigs in Deutschland möchten wir wieder auf uns aufmerksam machen, um dann im Herbst eine etwas größere Tour mit 7 oder 8 Clubgigs zu spielen.

Spielt ihr dieses Jahr wieder auf dem Roskilde-Festival?

Ja mal wieder. Dies ist mittlerweile unser achter Auftritt bei diesem Festival.

Mögt ihr es auf so grossen Festivals zu spielen?

Ja. Vor allem Roskilde ist was ganz Besonderes für uns. Denn dieses Festival ist der Höhepunkt des Jahres in der dänischen Rockszene. Auch vor dem neunten Auftritt werden wir wieder richtig nervös, da es für uns zwar ein Heimspiel aber trotzdem international ist.

Ich denke, daß ihr in der letzten Zeit einige Fans in Deutschland verloren habt. Wäre es nicht besser, erstmal als Support einer bekannteren Band zu spielen um auch Fans zu erreichen, die euch noch nicht kennen?

Das stimmt zwar, aber wir möchten es jedoch selbst durchziehen. Wir möchten für Fans spielen, die gekommen sind um eine DAD-Party zu feiern und nicht um in einer halben Stunde sechs Songs zu spielen für Leute die möglicherweise gar nicht offen für DAD sind. Wir haben in England für Ozzy Osbounrne eröffnet und in den USA für Badlands und uns nicht gut dabei gefühlt. Aus diesem Grund haben wir vor zwei Jahren auch ein Angebot von KISS abgelehnt.

Euch gibt es nun seit fast zehn Jahren. Seit ihr noch motiviert in diesem Platte – Tour, Platte – Tour- Rhythmus?

Ja, denn das beste daran ist, das man kreativ ist und sich immer wieder darauf freut die neuen Sachen aufzunehmen und zu beobachten wie von null auf etwas entsteht was du dann wirklich liebst. Es ist ein Privileg für uns so zu leben, da wir durch unsere fantastischen Fans in Dänemark, die uns einfach so mögen wir sind und es akzeptieren wenn wir uns verändern, auch noch gut von der Musik leben können. Es ist natürlich nicht nur Motivation sondern mittlerweile auch viel Erfahrung im Spiele. Es gibt auch frustrierende Momente, zum Beispiel wenn ein 23-jähriger Jungspund von der Plattenfirma den selben Mist erzählt der nicht funktioniert, wie schon der Jungspund davor und der Jungspund davor.

Hattest du einmal einen normalen Job?

Kurz vor der Veröffentlichung unserer ersten Platte habe ich ein einjähriges Praktikum in einem Kindergarten gemacht. Seitdem mache ich Musik. Ich denke aus diesem Grund werde ich auch nicht so schnell die Energie und die Zufriedenheit verlieren. Unser alter Drummer hat diese Energie leider verloren.

Wie würdest du die Vorteile von Dänemark einem Außerirdischen erklären? Immerhin habt ihr ein gutes Fußball-Team und die Olsen-Brothers.

Dänemark kann manchmal sehr langweilig sein. Ich bin schon viel gereist und ich denke es gibt nur wenige Unterschiede im Vergleich zu Ländern wie Schweden, Holland oder Deutschland. Es ist fast das gleiche.

Hast du schon in Erwägung gezogen Dänemark zu verlassen?

Ja schon, aber nicht wegen der Musik. Es ist mehr ein persönlicher Traum von mir, woanders zu leben. Als Musiker sollte man seine ganze Energie dazu verwenden kreativ zu sein und nicht dazu sich woanders ein neues Leben aufzubauen. In Dänemark ist es einfach zu leben und wenn dich dein Alltag befriedigt hat man eigentlich keinen Grund zu flüchten. Ich würde keinesfalls Dänemark verlassen nur um mehr Platten zu verkaufen.

Welche waren die letzten drei CD`s die du dir gekauft hast?

Lional Richie – Truely the love songs

Primal Scream – Exterminator

Und den Grand-Prix-Song für meine Tochter

Welche Persönlichkeit möchtest du einmal treffen?

Nein, den hab ich bereits kennengelernt. Ich möchte mich gerne einmal mit Bob Dillon unterhalten, wozu ich jedoch wahrscheinlich nie die Ehre bekommen werde.

Wie wichtig ist das Internet für euch?

Sehr wichtig. Wir haben unsere eigene Homepage (D-A-D.com) und genießen es, unsere Fans ständig mit Neuigkeiten, Fotos etc. versorgen zu können.

So das wars. Dann gab es noch einen verzweifelten Versuch von Ewald und mir sich mit Jesper über Fussball zu unterhalten. Dies scheiterte aber, da Jesper wenig bis gar keine Ahnung von der schönsten Sache der Welt hat. Desweiteren habe ich erfahren das mein Gesprächspartner kaum Metal hört und Iron Maiden langweilig findet.