ANGEL DUST: Früher war alles unkomplizierter

ANGEL DUST: Früher war alles unkomplizierter

ANGEL DUST haben mit ihrer neuen Scheibe mal wieder ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Ein guter Grund mit Schlagzeuger Dirk Assmuth über die Geschehnisse der letzten beiden Jahre, die Zukunft der Band und die glorreichen 80er zu plaudern.

Bevor ich mit den Fragen zur neuen Platte beginne, möchte ich erst mal aufarbeiten, was alles nach der letzten Scheibe passiert ist. Wie seid ihr mit der „Enlighten The Darkness“ im Nachhinein zufrieden und gibt es etwas was ihr ändern würdet.

Wir sind immer noch sehr zufrieden. Vom Erfolg bin ich einwenig enttäuscht, da habe ich mir schon mehr davon versprochen. Wir haben sehr lange daran gearbeitet und waren alle sehr zufrieden, haben auch nur gute Kritiken bekommen. Es war alles in Ordnung, aber es ist nicht das passiert was wir erwartet haben. Vielleicht war sie im Enddefekt doch zu aufwendig produziert, mit den vielen Chören und Spielereien im Studio.

Woran misst du Erfolg?

In vielerlei Hinsicht. Klar, zum einen die Verkaufszahlen. Wir haben von der letzten Scheibe so 10.000 Stück in Deutschland absetzen können. Aber auch die Besucherzahlen bei den Konzerten waren manchmal recht enttäuschend.

Kurz nach der Veröffentlichung habt ihr beim With Full Force gespielt. War nicht so toll, oder?

Darüber sind wir im Nachhinein nicht so glücklich. Wir durften zwischen zwei „Spaßbands“ auftreten. Total ärgerlich war auch das der Sound total kacke war, was uns tierisch geärgert hat. Da hat man keinen Einfluss darauf, ist total heiß aufs Festival und dann bekommt man so einen Sound.

Im September 2000 dann die Tour mit LEFAY. Die Erinnerungen daran.

Wir hatten unheimlich viel Spaß. Das ist das Erste was mir zu dieser Tour einfällt. Wir haben uns mit LEFAY und auch den anderen beiden Bands wirklich super verstanden. Die Gigs hätten ein bisschen besser besucht werden können, obwohl es teilweise ganz toll war, aber bei manchen Auftritten waren schon recht wenige Leute anwesend. Es kam auch darauf an, wo wir gerade gespielt haben. Schade nur, dass sich LEFAY danach auflösten, aber was ich gehört habe, sollen die sich ja wieder zusammengerauft haben.

Im April war dann eure erste Amerikatour. Erzähl mal, wie das so ablief im Land der unbegrenzten Möglichkeiten?

Würde ich gerne, ich war aber nicht dabei, da ich ja zu dieser Zeit ausgestiegen bin, haha (bevor doofe Kommentare kommen. Ich wusste natürlich, dass Dirk kurzzeitig ausgestiegen ist, nur nicht den genauen Zeitpunkt 😉 – d. Verf.)

Was waren die Gründe für deinen Aus- und wieder Einstieg?

Hauptsächlich waren es berufliche Gründe. Es gab in der Firma einige Probleme und auch zeitlich habe ich nicht mehr alles unter einen Hut gebracht. Es gab aber auch Probleme innerhalb der Band.

Kann es sein, dass die Amerikatour einen Einfluss spielte? Wie ich gelesen habe, wollten einige von euch rüberfliegen und andere nicht?

Für mich hatte dies keinen Einfluss.

Aber für Bernd Aufermann euren Gitarristen, der ja kurz vorher die Band verlassen hat?

Ja, das war vielleicht auch ein Grund für ihn. War eine recht chaotische Zeit damals.

Ich dachte immer Bernd ist euer wichtigstes Mitglied.

Klar, er war sehr wichtig. Er ist ein ganz hervorragender Gitarrist, keine Frage. Ein super netter Kerl. Aber ich hatte mit ihm auch persönlich einige Probleme. Das war auch ein Grund warum ich damals kurz ausgestiegen bin. Er war damals sehr wichtig für die Band, hat auch sehr viele Songs geschrieben. Aber es geht auch ohne ihn weiter.

Ihr habt ja mit Ritchie Wilkinson gleichen einen neuen Gitarristen präsentiert. Wie seid ihr auf ihn gestoßen?

Das hat sich durch die Amerikatour ergeben. Da Bernd kurz vorher ausgestiegen ist, brauchten sie ja einen Gitarristen und Ritchie haben wir schon vorher kennen gelernt als DEMONS AND WIZARDS, bei denen Ritchie damals spielte, in Deutschland auf Tour waren haben sie in unserem Proberaum geprobt. Wir hatten somit Kontakt und fragten ihn, ob er Bock hätte mit uns in Amerika zu spielen. Das hat dann auch super geklappt und jetzt ist er festes Mitglied und alle sind sehr zufrieden.

Dann habt ihr noch ein Festival in Amerika gespielt. Rentiert es sich für eine deutsche Band für einen Auftritt nach Amerika zu fliegen?

Haha. Aber da war ich auch nicht dabei. Ich kann nur erzählen was ich mitbekommen habe. Amerika ist ein guter Markt für uns. Wir haben eine sehr grosse Resonanz mittlerweile dort drüben. Schau mal auf unsere Homepage, die meisten Einträge im Gästebuch kommen aus Amerika.

Wie gross ist dieses Progpower Festival?

Es ist recht groß. Zwar nicht so gross wie Wacken, es waren aber schon ein paar tausend Leute beim Festival.

Gut, die Vergangenheit wurde aufgearbeitet. Ende Februar erscheint eure neue Scheibe „Of Human Bondage“. Erzähl mal alles Wissenswerte darüber.

Produziert wurde die Scheibe wie immer von Siggi Bremm. Wir überlegen zwar immer hin und her ob wir mal einen anderen Produzenten nehmen wollen, am Ende der Produktion sitzen wir immer zusammen und feiern und planen fürs nächste Jahr. Spätestens dann wissen wir, dass Siggi wieder die nächste Scheibe produzieren wird. Wir kennen uns sehr gut, verstehen uns super und haben grosses Vertrauen in ihm. Also, warum den Produzenten wechseln? Aber mal abwarten wie lange wir ihn uns noch leisten können, da er ja doch immer größer und bekannter wird und folglich immer teurer. Irgendwann ist unser „Kumpelbonus“ dann auch mal ausgespielt. Aber solange es sich noch rechnet denke ich nehmen wir den Siggi.

Eure neue Scheibe ist sehr hart. Liegt das auch daran, dass ihr doch kurz eine recht chaotische Zeit hattet und dementsprechend angepisst wart?

Nicht nur der Sound, auch das Cover ist härter. Auf der letzten CD haben wir sehr viel experimentiert, wir wollten alles sehr schön machen. Jetzt dachten wir uns, machen wir etwas anderes. Die Songs sind etwas einfacher strukturierter, geradliniger, alles ein bisschen mehr nach vorne.

Das Keyboard ist für den Sound des Albums sehr wichtig.

Richtig. Da musste ich mich lange daran gewöhnen. Ein Keyboard statt einer zweiten Gitarre. Ich bin aber mittlerweile sehr froh, dass wir es haben.

Euch steckt man gerne in die Powermetalschublade. Ich sehe das etwas anders. Wie würdest du ANGEL DUST einordnen?

Mir ist echt egal in welcher Schublade wir stecken. Das interessiert mich nicht. Aber wie du schon sagtest: Powermetal im klassischen Sinne sind wir eigentlich nicht. Vielleicht mal mit dem ein oder anderen Song. Das ist unser großes Problem. Wir haben unterschiedliche Geschmäcker was die Musik betrifft. Jeder ist zufrieden was auf unseren CD`s letzendlich landet. Balladen, Midtempostücke, mal ein Powermetalsong. Alles gemischt, aber für die Fans ist es schwierig uns einzuordnen. Heutzutage ist es halt einfacher eine Schiene zu fahren, als sich zwischen Stühlen zu setzen. Manche Fans meinen „2 Songs von ANGEL DUST sind gut, aber dafür kaufe ich mir nicht die ganze CD“. Ich denke einfach dies ist ein kleines Problem von uns. Tja, und daraus folgt da nächste Problem: Mit wem sollen wir auf Tournee? Wer passt zu uns?

Lass uns mal kurz auf die Texte zu sprechen kommen. Gibt es einen roten Faden durch alle Songs?

Puuuh, mit den Texten habe ich nicht so viel zu tun. Beim letzten Album war es der Fall, da hat sich der Banx viel Mühe gegeben. Bei diesem Album waren die Texte nicht so wichtig, hauptsache es passt zum Song. Bei der „Enlighten The Darkness“ dachten wir, dass die Texte mehr Gehör finden. Letztendlich bekommt man da aber selten ein positives Feed-back. Da kann ich aber auch keinen böse sein. Wenn ich Musik höre sind mir die Texte auch nicht so wichtig. Wenn man gut mitsingen kann das ist toll. Auf den Sinn der Texte achte ich ganz selten.

Mit „Killer“ habt ihr eine Coverversion von SEAL aufgenommen. War das schon lange ein Wunsch von euch?

Wir wollten schon immer eine Coverversion aufnehmen, haben das aber immer vor uns hergeschoben. Es sollte irgendwas aus den 80ern sein und kein Metalsong. Wir haben schon für einige Tributescheiben Metalsongs gecovert und dies hat uns immer viel Spaß bereitet. Jetzt wollten wir aber mal was untypisches aufnehmen. Wir haben lange überlegt welchen Song und bis kurz vorm Studiotermin konnten wir uns noch auf keinen einigen. Dann ging alles sehr schnell und wir haben uns für „Killer“ entschieden. Ich war erst skeptisch, die Anfänge waren auch sehr witzig, aber jetzt bin ich wirklich sehr glücklich mit dem Song.

Könntet ihr euch vorstellen eine CD ausschließlich mit Coverversionen aufzunehmen?

Ich hätte schon viel Spaß daran, nur wer braucht in der heutigen Zeit so eine CD? Ausserdem bestehen die Charts sowieso nur noch aus Coverversionen, dann müssen ANGEL DUST nicht auch noch ein ganzes Album mit Coversongs aufnehmen. Aber grundsätzlich wäre es eine coole Angelegenheit.

Im Februar spielt ihr in der Matrix eine Releaseparty zur neuen CD…

Stop. Die sollte es eigentlich geben, aber ich habe gerade erfahren, dass die Matrix umgebaut wird und alle Konzerte wurden gecancelt. Jetzt müssen wir halt zusehen im Februar oder Anfang März eine Halle zu finden. Wir möchten es auf alle Fälle im Ruhrgebiet machen. Da müssen wir jetzt abwarten, dies ist eine brandaktuelle Information, das habe ich vor einer halben Stunde erfahren!

Ihr tourt mit RHAPSODY im Februar durch Europa. War dies der Wunsch der Band.

Klar. Dies ist im Nachhinein betrachtet unsere erste richtig gute Tournee was die Größe betrifft. Die Tour mit LEFAY war wie angesprochen superlustig, aber man fährt drei Wochen mit einem Bus durchs Lande, hat viel Stress, muss Urlaub nehmen und erreicht nicht mal so viele Leute als wenn man ein großes Festival spielt. Irgendwann rechnet sich das auch nicht mehr. Nach der dritten oder vierten Tournee möchte man dann schon mal was größeres bekommen, so ab 500 Leute aufwärts pro Abend. Ein Konzert ist ja nichts anderes als eine Verkaufspräsentation. Du willst deine Platten verkaufen, deine Musik den Leuten näher bringen. Und nur so kann man die Leute erreichen. Viele gehen in die Halle und kennen ANGEL DUST noch nicht. Sie müssen es sich halt dann anhören und wenn sie es gut finden kaufen sie dann die Scheibe. Deshalb muss man zusehen, dass man viele Leute erreicht. Die Tournee ist jetzt mal wirklich interessant für uns. Ich bin auf alle Fälle sehr gespannt.

Hat man da als Band Einfluss bei welcher Tour man mitfahren kann, oder bekommt man einen Anruf von der Plattenfirma und es wird mitgeteilt, dass man mit Combo XY auf Tour muss?

Unsere Plattenfirma kriegt schon einiges angeboten, da ist auch viel Labelpolitik dabei, es geht um viel Geld. Ist dann eine Tour für die Plattenfirma interessant, werden wir gefragt und die Band entscheidet dann, ob wir mitfahren oder nicht.

Als Headliner seid ihr zu klein, oder?

Das ist der Punkt. Ich würde gerne eine Headlinertour machen, wir haben auch wirklich genug Songs vorhanden. Aber was bringt es, wenn man jeden Abend dann nur vor 100 Leuten spielt? Dann bist zwar Headliner, aber im Enddefekt bringt es nicht viel. Hier im Ruhrgebiet werden dann die Hallen schon recht voll, da kommen schon um die 400 Leute, aber woanders in Deutschland schaut es halt anders aus.

Seid ihr für ein Festival eingeplant dieses Jahr? Ich habe euch noch nirgends gelesen, würde sich doch anbieten mit neuer Platte irgendwo aufzutreten.

Ich habe auch leider noch nichts gehört. Vielleicht nächstes Jahr, ist doch nicht so wichtig, haha. Nee ernsthaft, ich hoffe es tut sich nochwas. Wenn sich keine passende Tournee angeboten hätte, denn noch mal auf so einer kleinen Tour hatten wir keinen Bock, dann dachten wir uns, wir spielen nur Einzelshows und ein paar Festivals. Es ist ja auch so, dass unser Gitarrist nicht mit dem Schlauchboot nach Deutschland kommt, das muss sich ja auch alles lohnen. Ich hoffe aber wirklich noch auf einen Festival auftreten zu können.

Eure erste Tour nach der Pause war mit OVERKILL. Da habe ich in einem Interview gelesen, dass ihr von der Band recht verarscht und schlecht behandelt wurdet.

Das war leider am Anfang so. Wir wurden behandelt wie eine Schülercombo. Rechts und links waren zwei Lampen und da flackerte es immer nur rot. Das ist nicht das, was man sich unter einer Metalshow vorstellt. Vom Sound will ich gar nicht reden, der war unter aller Sau. Wir wollen ja nicht die komplette OVERKILL Show nutzen, aber wenigstens ein bisschen Licht wäre schon recht schön gewesen. Desweiteren musste einer auf der Bühne jeden nachmittag 3 Stunden Bass spielen und wir konnten keinen Soundcheck spielen und lauter solche albernen Geschichten. Komisch, dass sich das richtig große Bands nicht erlauben. Ich habe das absolut nicht verstanden und fand es voll albern und unprofessionell. Die Leute waren doch sowieso alle wegen OVERKILL da, sie brauchten ja wirklich keine Angst vor uns zu haben. Das war reine Schikane.

Ihr habt jetzt die vierte Scheibe bei Century Media veröffentlicht. Zufrieden mit deren Arbeit und wie lange läuft noch euer Vertrag?

Wir sind zufrieden und wie lange der Vertrag läuft weiss ich gar nicht. Ich glaube wir haben ihn für 6 oder 7 Jahren abgeschlossen. Ein paar Jahre läuft er also noch.

Eure Homepage ist recht zweitklassig. Ist da Besserung in Sicht?

Zweitklassig? Komm sei ehrlich, haha

O.k., viertklassig. Da passiert ja fast gar nichts. Es gab von der letzten bis zur diesen CD vielleicht 5 News.

Richtig. Wir haben mit den Webmaster gesprochen, er hat da den Anbieter oder was weiss ich gewechselt und konnte keine Änderungen vornehmen. Deshalb gab es lange keine Updates. Jetzt haben wir daran gedacht die Homepage komplett neu zugestalten. Neue Fotos und ein neues Outfit.

Eure ersten beiden Platten sind recht begehrt. Wann werden die endlich wiederveröffentlicht?

Das ist auch so ein hin und her. Meinetwegen schon vor 3 Jahren. Aber da gibt es so viele politische Gründe. Unser alter Produzent hat die Rechte dafür, oder auch nicht. Das wusste lange keiner und jetzt weiss immer noch niemand wer die Rechte an die Scheiben hat. Unsere Plattenfirma würden sie auch gerne veröffentlichen, aber irgendwie kommen die mit dem alten Produzenten auf keinen gemeinsamen Nenner. Ich sage jetzt dazu gar nichts mehr und hoffe nur, dass sie irgendwann veröffentlicht werden.

Du warst ja auch schon in den 80ern dabei. Wie siehst du die Unterschiede zwischen damals und heute in der Metalszene?

Früher war alles einfach. Unser erster Auftritt war mit VIOLENT FORCE irgendwo in Velbert. Das war ein kleines Jugendheim, das war rappelvoll und wir waren einfach nur schlecht. Aber alle fanden es toll. Wir haben uns für unsere Leistung geschämt und die Fans sind voll abgegangen. Egal wo wir spielten damals war die Bude immer ausverkauft, die Leute gingen immer ab. Der Anspruch war nicht so gross, es war auch alles nicht so professionell wie heutzutage. Früher war alles einfacher und die Begeisterung war einfach mehr da. Es gibt zwar jetzt auch noch viele Metalfans, aber es wurde alles oberflächlicher mit der Zeit. Vielleicht steigen ja die Kids wieder ein und die Hiphopwelle hört endlich mal wieder auf und es wird wieder so wie früher. Ich glaube es aber nicht so Recht.

Ich habe euch 1988 in Zapfendorf gesehen. Das war ähnlich wie du es beschrieben hast. Kannst dich an den Gig noch erinnern und wenn ja, weißt du bestimmt noch wer damals für euch eröffnet hat.

Ja doch, Zapfendorf sagt mir was. Unser Sänger hatte nach dem Konzert ein hübsches Mädel im Arm, daran kann ich mich noch erinnern. Da dachte ich mir wieder „Scheisse, bist Schlagzeuger, das erlebst du wohl nie“. Aber die Vorband? Da muss ich passen

BLIND GUARDIAN!

Ach ja, das waren die. Weißt du was aus denen geworden ist? Hast du von denen nochmal was gehört? Ich habe das denen gleich prophezeit, dass sie mit ihrer Musik nie einen Blumentopf gewinnen werden, hihi.

1997 als es wieder mit ANGEL DUST losging hatte ich schon große Erwartungen. Ich dachte der Name ist noch ein Begriff in der Szene und wir machen da weiter wo wir vor 8 Jahren aufgehört haben. Der Name ist schon noch ein Begriff, aber es war nicht so wie ich es mir vorgestellt habe. Ich dachte einfach, wir steigen wieder ein. Verkaufen 20-30000 CD`s, so wie früher halt. Aber das war dann nicht so. Das haben wir auf der ersten Tournee gleich gemerkt. Die letzte Tour mit RUNNING WILD vor dem Split war ja klasse. Volle Häuser, alles am Toben und dann die erste Tour mit OVERKILL waren halt auch nur so 300 Leute. Nach ein paar Shows mussten wir halt gleich feststellen, dass es nicht mehr so wie früher ist.

Glaubst du ihr schafft noch mal den absoluten Durchbruch, oder siehst du die Sache eher nüchtern und realistisch?

Ich bin da realistisch. Am grossen Durchbruch glaub ich nicht mehr. Zumindest nicht in kürzerer Zeit, aber vielleicht gelingt uns ja das, was BLIND GUARDIAN gelungen ist. Einfach beständig gute Platten veröffentlichen und wenn dann noch mal der Metalboom kommt, sind wir noch da und haben gute Scheiben am Start. BLIND GUARDIAN waren ja auch keine Überband, aber die waren immer da, live präsent und haben gut gearbeitet. Tja, und heute sind sie fein raus. Mit 20 habe ich einfach mal ein Jahr nach der Lehre nicht gearbeitet und mich voll auf ANGEL DUST konzentriert. Das geht halt auch heutzutage nicht mehr bei vier Millionen Arbeitslosen. Nee, ich sehe das realistisch.

Unsere Abschlussfragen. Was war dein lustigstes Erlebnis auf der Bühne?

Das lustigste war eigentlich als wir mal mit RUNNING WILD auf der ersten Tournee spielten. Da ist mein komplettes Schlagzeug in sich zusammengefallen. Das war eine fürchterliche Katastrophe für mich, alles am Wackeln und ständig fällt ein Teil um. Nach dem Konzert habe ich mich geschämt als ich durchs Publikum lief, aber es hat keinen groß gestört. Das war zwar jetzt nicht unbedingt lustig für mich, sondern eher peinlich.

Deine 3 Lieblingsscheiben?

DREAM THEATER – „Images and Words“, MOTÖRHEAD – „Ace Of Spades“ und NICKELBACK – „Sliver Side Up“. Was aktuelles muss ja auch dabei sein.

Letzte Worte an unsere Leser.

Das letzte Mal habe ich mir was überlegt. Aber das kommt dann immer so doof. Kauft unsere Platten, man sieht sich auf Tour oder solche Parolen. Im Nachhinein bereut man das dann wieder, deshalb sag ich gar nichts.

Klar, kein Problem.

Jetzt hoffen wir mal, dass sich für ANGEL DUST wirklich die Erwartungen, welche sie in die Tour mit RHAPSODY stecken, erfüllen.