wolvespirit-fire-ice-cover

WOLVESPIRIT: Fire And Ice

WOLVESPIRIT´s Debby Craft ist eine echte Powerfrau. Sportlich, sieht man! Mehr Hippie als all die Vorzeigehippies in bunten Kleidchen, sieht man. Macht nicht auf Okkult-Quatsch, ist eher spirituell unterwegs. Halt eine echte “Rock `n´ Roll Gypsy”, erzählt sie uns ja später im passenden Song. Nein, kein ROSE TATTOO/HELEN SCHNEIDER-Cover! Aber die Amerikanerin hat´s umgehauen, Intrigen, Trennung vom Partner, gerade vor den Aufnahmen zum neuen Album in Nashville. Und da kommen ihre deutschen Jungs ins Spiel, die ihr genau die Songs vorgesetzt haben, um alles rauszulassen. Die beste Musik entsteht nunmal, wenn alles mies läuft, es Stress innerhalb oder ausserhalb der Band gibt, jemand seine Emotionen in welche Richtung auch immer in die Musik einfliessen lässt. Und eben dies haben Debby und ihre Jungs perfekt eingefangen.

WOLVESPIRIT: rocken sich frei

Bleiben wir bei Frontfrau Debby, welch ein Wandel. Auf den vier Alben und den EP´s trumpfte sie bisher mit einer sehr eigenen Stimme, die man sofort erkennt. Überzog aber auch mal gern ihren eigenen Stil und hinterließ gern mal den “weniger ist mehr” Gedanken. Hier nun bringt sie perfekt alles auf den Punkt. Passend zum immer glaubhaften, fühlbaren Text, wo sie halt die durchlebte Zeit mit uns teilt, röhrt, kratzt, rockt und knurrt sie genau auf den Punkt. Das ist Rock`n´ Roll! Es macht durchgehend schlichtweg Spaß, ihr zuzuhören.

Und da haben wir wieder die Jungs um die Eberlein-Brüder. Die stehen ihr in nichts nach und legen ihr fantastische Songs zu Füßen. Der frühere psychedelische Nebel hat sich verzogen, hier rockt alles voll auf den Punkt. Sehr deutlich sind vor allem die Keyboards einen Schritt zurück gegangen und die Gitarre drückt sich nach vorn. Kein Orgelgewabber, die fügt sich nun stimmig ein und setzt hier und da ihre Farbtupfer. So kann schon der zähe, fast Doomrockige Opener “Tell Me Why” direkt Popo treten. Aber längst nicht so wie der Titeltrack, ein echter Hit mit passendem Video, der sich ins Ohr fräst und den Körper in Wallung bringt. Nicht nur hier bricht Richard Eberlein mit seiner Gitarre aus, weitaus mehr als bisher zeigt er, wo er seine Hausaufgaben gemacht hat. Hier ist es ganz klar ZZ TOP´s Billy Gibbons, nicht nur beim swingenden “Like A Wolf In The Night” der große GARY MOORE zu THIN LIZZY-Zeiten. Natürlich bei BLACKMORE (“Rock N Roll Gipsy”), aber auch mal deutlich bei MICHAEL SCHENKER/UFO. Sehr cool! Natürlich ist wie bisher immernoch reichlich DEEP PURPLE und URIAH HEEP dabei, allein durch die klasse eingefügten Orgelspielchen. Diese ist aber halt nicht mehr so überpräsent, hier hat man den optimalen Mittelweg gefunden.

“Fire And Ice” rockt auf den Punkt und macht schlichtweg Spaß

Den findet auch Debby genau wenn man auf etwas Luft wartet bei ihrer rockigen Charakterstimme, beim sentimentalen “At The End” zieht sie sich etwas zurück, leidet, zieht auch den Zuhörer zurück. Hier ist es wieder die Orgel, die mit orientalischen Melodien zum Zuhören einlädt. Ebenso wie die schönen Backings. Letztendlich lebt “Fire And Ice” aber von den vielen Popo tretenden Songs. Der Titelsong, das witzige, zappelige “Break The Chain”, das positive “Wheel Of Life” und das feurige “Rock N Roll Gipsy”. Bei “No More” verabschieden sich WOLVESPIRIT mit einem cool groovenden Mix aus LED ZEPPELIN-Gitarren und DEEP PURPLE-Orgeln und verbeugen sich vor “Come Together” von den BEATLES. Debby lässt nochmal zum Ende hin JANIS JOPLIN erscheinen, viel besser kann man seine Vorbilder nicht feiern. Und trotzdem klingt alles durchgehend nach WOLVESPIRIT und nicht nach 70ies Coverband. Auch das wieder von Debby entworfene Cover zeigt eine neue Linie, darf gern so weiter gehen!

“Fire And Ice” klingt nach WOLVESPIRIT und nicht nach 70ies Coverband

Gönnt man sich mal wieder die nicht ganz vollständigen Scheiben von WOLVESPIRIT, dann hört man deutlich, wie die Band um Debby und die Eberlein-Jungs mit gelegentlich wechselnder Rhythmsection stetig gewachsen ist. Mit “Fire And Ice” liefern sie nun schlichtweg ihr bestes Album ab, mit dem sie bei den Retro/70ies-Bands nun ganz klar ganz vorne mittanzen werden.

Mittanzen kann man gerade auch selber, die Band ist genau jetzt fleißig am Touren.
Tourdaten bei vampster: WOLVESPIRIT

Veröffentlicht: 12.10.2018

Spielzeit: 35:36

Lineup:
Debby Craft – Vocals
Richard “Rio” Eberlein – Guitars
Oliver Eberlein – Organ, Keyboards
Phil Müller – Bass
Daniel Scholz -Drums

Guest Vocals: Lindsey Mclandon

Produzent: Dave Bechtel

Label: Spirit Stone/Eigenproduktion

Website: https://www.wolvespirit.com

Mehr im Web: https://www.facebook.com/WolveSpiritBand

Die Tracklist von “Fire And Ice”:

1. Tell Me Why (Video bei youtube)
2. Fire And Ice (Video bei youtube)
3. Break The Chain
4. Wheel Of Life
5. Feather In The Wind
6. Like A Wolf In The Night
7. At The End
8. Rock N Roll Gipsy
9. No More