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VYRE: The Initial Frontier Pt. 1

VYRE: The Initial Frontier Pt. 1

Die dunklen Flecken im Weltall sind zahlreich und groß, und so haben sich Ex-Mitglieder von EIS, also den ehemaligen GEIST in einen eigenen Raumkreuzer gesetzt und erforschen unser Sonnensystem auf eigene Faust. VYRE, so der Name der futuristischen Black Metal-Band aus Bielefeld, reisen durch die schwarze Dimensionen, die allerdings weniger kalt sind, als die der typischen Genre-Kollegen. Dafür sind VYRE dann doch zu ungewöhnlich. Avantgarde ist das alles aber trotzdem nicht. Viel mehr klingt das wie eine zeitgemäße Interpretation von COVENANTs Nexus Polaris, wie Sideshow Symphonies von ARCTURUS ohne die Zirkusmentalität, die dieses Album zerstörte, wie AGRYPNIE minus deren Aggression.

Der Orbit, in dem VYRE um ihre musikalischen Themen fliegen ist stets ein ähnlicher, so ist The Initial Frontier Pt. 1 ein hermetisch wirkendes Album, das zwar auf den ersten Blick anstrengend zu sein scheint, aber trotz der ausufernd langen Songs doch immer seiner Linie folgt. Böse und brutal sind VYRE nur selten, aber sie sind im richtigen Moment angenehm heavy. Verspielt und verkopft ist The Initial Frontier Pt. 1 nicht geworden, aber ein paar krautige Momente gibt es, hier und da wird es recht melodiös, stets suchen VYRE nach einer gewissen Epik, wie bereits der Titelsong schön beweist. Krautig ist übrigens auch der zu deutsche Akzent von Sänger KG Cypher, der recht gestelzt wirkt. Tatsächlich gibt es aber in jedem Stück große Momente, spannende Wendungen, irre Ideen, die aber der Band niemals einen peinlich-halbintellektuellen oder – schlimmer noch – einen bemüht schrägen Anstrich geben.

Und so sind die fünf Songs und das Intro ohne groß prätentiös wirken zu wollen stimmig, spannend, gewitzt und recht progressiv. VYRE haben ein gutes Debütalbum parat, das allerdings hier und da ein bisschen mehr Dynamik vertragen hätte, ein paar Momente mehr zum Durchatmen, wie im Finale von Coil Of Pipes, hätte es geben dürfen. Dann würde The Initial Frontier Pt. 1 auch deutlich mächtiger wirken. Vielleicht liegt es auch an dem Mix und dem sehr lauten Mastering, was auch für ein gemäßigtes Black Metal-Album zu aggressiv und zu wenig erdig ausgefallen ist.

VYRE können sich auf ihrem Debüt aber durchaus hören lassen, ein neuer Klassiker ist The Initial Frontier Pt.1 indes nicht geworden. Anspruchsvolle, aber nicht zu komplexe Arrangements, solide Riffs, schöne Melodien und starke Arbeit an den Synths sorgen für eine Dreiviertelstunde interstellarer Unterhaltung mit Köpfchen. VYRE wissen eben, dass die Erforschung der Unendlichkeit gerade erst begonnen hat, die ersten Grenzen wurden – da können Freunde von modernem, gezügelten Black Metal ganz beruhigt sein – erfolgreich gesprengt. Mit Warp 9,9 sind VYRE nicht gerade unterwegs in Richtung neuer Welten, aber Warp 7 haben sie mühelos erreicht.

Veröffentlichungstermin: 29. November 2013

Spielzeit: 48:54 Min.

Line-Up:
KG Cypher – Vocals
Hedrykk – Guitar
Zyan – Guitar
T. Maximilian – Bass
Android – Drums
Doc Faruk – Synths, Sounds

Label: Supreme Chaos Records

Homepage: http://www.vyre.de/

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/vyre

Tracklist:
1. Small Bang Theory (introduction)
2. The Initial Frontier
3. Fragile Equilibrium
4. Coil Of Pipes
5. Digital Dream
6. Miasma