VILE CREATURE: Glory, Glory! Apathy Took Helm!

VILE CREATURE: Glory, Glory! Apathy Took Helm!

VILE CREATURE sind irgendwie als Gesamtkunstwerk anzusehen. Schon mit dem Vorgängeralbum „Cast of Static and Smoke“ hat das kanadische Pärchen einen gewissen Mehrwert zur Musik beigemengt, als dass eine dystopische Story im Booklet erzählt worden ist. Kompositorisch hat mich das Album damals aber nicht so berührt.

Mit ihrem dritten Album „Glory, Glory! Apathy Took Helm!“ wurde ich ebenso nicht auf Anhieb warm. Doch inzwischen habe ich mich näher mit der Band aus Ontario auseinandergesetzt. Queer, vegan, non-binary und generell mit eigener Meinung ausgestattet fördern VILE CREATURE das Interesse. Hinzu kommt das ausdrucksstarke Cover, welches von Fotografin Danika Zandboer eingefangen wurde.

Bei „Glory, Glory! Apathy Took Helm!“ ist Geduld gefragt

Für „Glory, Glory! Apathy Took Helm!“ benötigt man allerdings Geduld. Der Blackened Sludge Metal mit gehörigem Drone-Einschlag geizt mit memorablen Melodien und Hooks. Schon die beiden ersten – jeweils elf Minuten langen – Songs spielen mit der Erwartung des Hörers, dass irgendwann einmal etwas passieren muss. Dies geschieht dann auch. Im Falle von „Harbinger of Nothing“ etwas augescheinlicher als bei „When The Path Is Unclear“.

VILE CREATURE punkten mit authentischer Rohheit

Kürzere Tracks wie „You Who Has Never Slept“ geben mit schmutzigem Auswurf etwas mehr Gas, wenngleich es die Rohheit ist, die eher zu überzeugen weiß wie etwaige Songstrukturen und Melodien. In die Karten spielt VILE CREATURE die authentische Produktion von Adam Tucker. Dadurch kommt das vitale Drumming von Vic ebenso gut zur Geltung wie auch das einfach gehaltene, aber dafür umso dominantere Riffing von KW. Perfekt ins Bild passt da auch der Gesang von Vic, die grantig ihre (so man für eine non-binary Person ein Possessivpronomen verwenden darf) Messages ins Mikrofon brüllt.

„Glory, Glory! Apathy Took Helm!“ birgt neuartige Überraschungen

Einen Stilbruch unternehmen VILE CREATURE schließlich im zweiteiligen Titeltrack, welcher vom sanften Gesang von Laurel Minnes und dem Minuscule Chor eingeleitet wird. Auch in weiterer Folge überzeugt und überrascht der Titeltrack mit einer recht neuartigen Mischung von Sludge mit Chor-Elementen, welche zwar leicht kakophon, aber dafür umso spannender wirkt.

Veröffentlichungstermin: 19.06.2020

Spielzeit: 43:46 Min.

Line-Up:
Vic – Schlagzeug & Gesang
KW – Gitarre, Gesang & Percussion

Gast-Musiker:
Laurel Minnes & Chor „Minuscule“
Tanya Byrne (BISMUTH, DARK MOTHER, NADIR)

Produziert von Adam Tucker @ Boxcar Sound Recordings, Hamilton & Signaturetone Studios, Minneapolis

Label: Prosthetic Records

Homepage: http://cultofcreature.tumblr.com/

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/vilecreature
Mehr im Netz: https://vilecreature.bandcamp.com

VILE CREATURE „Glory, Glory! Apathy Took Helm!“ Tracklist

1. Harbinger of Nothing
2. When The Path Is Unclear (Audio bei Bandcamp)
3. You Who Has Never Slept (Video bei Metal Injection)
4. Glory! Glory! (Video bei YouTube)
5. Apathy Took Helm! (Video bei YouTube)

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Doom / Death / Black / Thrash und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Death Metal, Doom-Death Metal, Doom Metal, Symphonic Metal, Gothic Metal, Sludge.