VICIOUS RUMORS: Live You To Death

Live Album mit teilweise fragwürdiger Setlist. Ansonsten ist "Live You To Death" allerdings eine durchaus empfehlenswerte Live-Konserve für Fans der Band. Einsteiger greifen lieber zu den Klassiker-Alben.

Live You To Death ist erst das zweite offizielle Live-Album von VICIOUS RUMORS. Nicht schlecht für eine Band, die schon über dreißig Jahre auf dem Buckel hat, oder? Mitgeschnitten wurde Live You To Death im letzten Dezember auf der Tour mit HAMMERFALL. Schon beim Blick auf die Tracklist dürfte allerdings manch ein Fan der Band enttäuscht werden. Gerade mal elf Tracks, von denen zwei auch noch Cover-Songs sind. Das ist bei einer Band, die zehn Studioalben veröffentlicht hat, nicht unbedingt eine fette Ausbeute. Mit Murderball und Let The Garden Burn kommen zwei Songs des letzten Albums Razorback Killers zum Zuge, der Rest stammt von den ersten vier Alben. Somit ist die Hitdichte auf Live You To Death natürlich bestechend – Digital Dictator, Abandoned, Don´t Wait For Me – da kann man als Fan von echtem US Power Metal nur mit der Zunge schnalzen. Das sind Genre-Klassiker, wie sie heute keiner mehr auf die Reihe bekommt!

Trotzdem finde ich das Gesamtpaket etwas enttäuschend. Hätte man nicht zumindest die Spielzeit einer CD voll ausnutzen können? Und wenn schon nur elf Tracks, müssen es dann wirklich auch noch zwei Fremdkompositionen sein? Nun ja, kommen wir mal von den nackten Zahlen zur musikalischen Qualität des ganzen. Hier machen VICIOUS RUMORS alles richtig. Der Sound klingt wirklich live, roh, mit Ecken und Kanten. Die Gitarren sägen, das Schlagzeug poltert und Brian Allen singt hervorragend. Das Publikum ist stellenweise ganz schön laut, die Jungs scheinen also ziemlich gut bei den HAMMERFALL-Fans angekommen zu sein. So kommen die Power Metal-Granaten aus dem Hause VICIOUS RUMORS erstklassig zur Geltung. Das Teil fängt die Energie der Band ziemlich gut ein, von dieser Seite her ist Live You To Death definitiv gelungen. Lediglich Let The Garden Burn ist nur ein ganz netter Song und die beiden Cover-Songs sind ok, aber verzichtbar. Bei den restlichen Songs brennt die Hütte.

Und eben deswegen hätten ein paar mehr davon dem Album sicherlich gut getan. Alles in allem ist Live You To Death trotzdem ein gutes Live-Album, eben mit fragwürdiger Setlist. Das gebotene ist allerdings größtenteils top. Somit ist das Teil eher für Die Hard-Fans der Band interessant. Einsteiger greifen lieber zu den Klassiker-Alben, um mit der Band vertraut zu werden.

Veröffentlichungstermin: 23.11.2012

Spielzeit: 56:20 Min.

Line-Up:
Brian Allen – vocals
Geoff Thorpe – guitars
Bob Capka – guitars
Stephen Goodwin – bass
Larry Howe – drums

Label: SPV / Steamhammer

Homepage: http://www.viciousrumors.com
Mehr im Netz: https://www.facebook.com/ViciousRumorsMetal

Tracklist:
01. Replicant / Digital Dictator
02. Minute To Kill
03. Murderball
04. Lady Took A Chance (Intro)/ Down To The Temple
05. Abandoned
06. Let The Garden Burn
07. Hellraiser
08. Soldiers Of The Night
09. Don´t Wait For Me
10. Sign Of The Southern Cross (BLACK SABBATH cover)
11. Running Wild (JUDAS PRIEST cover)