UFO: The visitor

UFO: The visitor

Die Frischzellenkur, die den Rockdinos UFO mit dem Einstieg von Vinnie Moore seit dem 2004er Album You are here hörbar gut tut, geht in die nächste Runde. Und was sich auf dem letzten Album The monkey puzzle andeutete, nimmt hier noch mehr Ausmaße an – UFO sind mächtig auf dem Blues-Trip. Sicher lebt sich hier nun auch stärker Vinnie Moore aus, der auf The visitor durchgehend einen beeindruckenden Job macht. Nahezu Ego-frei fügt er sich weiterhin nahtlos in die Songs ein, nimmt sich erfreulich weit zurück – um dann mit einem songdienlichen, Guitar-Hero-freien Solospiel zu begeistern. Bass-Freak Pete Way (WAYSTED) musste wohl seinem ausschweifenden Lebensstil Rechnung tragen und konnte sich nicht an den Aufnahmen beteiligen. Für ihn sprang als Krankheitsvertretung NEKTAR-Basser Peter Pichl ein, der wie die Urgesteine Andy Parker und Paul Raymond seinen Teil zum Gelingen von The visitor beiträgt. Bei Herrn Mogg gibt es ebenfalls keine Ausfälle, auch wenn er seinen Gesang mittlerweile etwas heruntergeschraubt hat und altersbedingt auf höhere Eskapaden verzichtet. Für eine absolut überzeugende Leistung reicht es vielleicht gerade deshalb weiterhin, seiner charismatischen Stimme schadet das nicht. So macht der bluesrockende Opener, das swingende On the waterfront und vor allem das fröhlich rockende Hell driver viel Spaß. Also alles Bestens? Nicht ganz, denn gerade bei den ruhigen Tönen ist nicht viel Raum für Gänsehaut, statt Kuschelalarm ist hier eher gepflegtes Abwarten angesagt. Auch sind die echten UFO-Rocker durch die recht bluesige Linie merklich zurückgegangen. Bei Rock ready zum Beispiel wird man weitaus eher an WHITESNAKE denken als an UFO. Zudem hat man doch das Gefühl, dass auf The visitor alle Scheinwerfer zu sehr auf Mogg und Moore gerichtet sind, die Herren im Hintergrund, letztendlich ebenfalls Rocklegenden, finden fast nur nebenher statt. Basser Way hätte da sicher etwas mehr die Finger drauf. Hoffen wir mal, dass er sich erholt und in Zukunft wieder etwas Richtung UFO-Hard Rock drängt. Unabhängig davon ist The visitor aber ein gelungenes Album geworden und lässt den nicht so starken Vorgänger The monkey puzzle verzeihen. Und beim funkigen Living proof und dem sehr amerikanischen Poser-Rocker Stranger in town vergisst man auch gern die kleinen Macken von The visitor.

Das limitierte Digi-Pak kommt noch mit dem Song Dancing with St.Peter, ganz im Sinne des wirklich tollen Covers wird es auch eine Vinyl-Scheibe geben. Fans können wie eigentlich immer bei UFO bedenkenlos zugreifen.

Veröffentlichungstermin: 29.05.2009

Spielzeit: 42:25 Min.

Line-Up:
Phil Mogg: Vocals
Paul Raymond: Guitars, Keyboard
Vinnie Moore: Guitars
Andy Parker: Drums

Label: Steamhammer/SPV

Homepage: http://www.ufo-music.info

Tracklist:
1. Saving me
2. On the waterfront
3. Hell driver
4. Stop breaking down
5. Rock ready
6. Living proof
7. Can´t buy a thrill
8. Forsaken
9. Villains & thieves
10. Stranger in town

Frank Hellweg
Frank (“WOSFrank”) ist seit 2002 bei vampster und alt genug, um all die spannenden Bands live gesehen zu haben, als die selber noch jung und wild waren! Er kümmert sich um Reviews, News und andere Artikel sowie um interne Hintergrundarbeit. Lieblingsbands: TROUBLE, CANDLEMASS, BLACK SABBATH, SWALLOW THE SUN. Genres: Doom, Stoner, Classic/Retro/Hard Rock, US/Power Metal, Southern/Blues Rock, Psychedelic/Progressive Rock, Singer/Songwriter.