THREAT SIGNAL: Threat Signal

THREAT SIGNAL: Threat Signal

Sie könnten einfach schon so viel größer sein. Denn als THREAT SIGNAL im Jahre 2006 ihr Debüt-Album Under Reprisal veröffentlichen, sind sie kurz davor bei Nuclear Blast gelandet und legen mit ihrem Erstling ein absolutes Hammeralbum hin. Es hätte der Start zu etwas wirklich Großem sein können. Doch bis zum Nachfolger Vigilance dauert es über drei Jahre, zudem musste Sänger John Howard seine komplette Hintermannschaft austauschen. Zwar bietet auch das zweite Album massig sehr gute Ansätze, bleibt aber insgesamt deutlich hinter dem Debüt zurück. Und nun also, diesmal nur zwei Jahre später, Album Nummer Drei. Wieder hat es im Line-Up gerappelt, auch wenn diesmal nur ein Gitarrist und der Schlagzeuger ausgewechselt wurden. Dass der Erfolg bzw. Misserfolg dieses Albums absolut wegweisend  für die Zukunft der Band sein dürfte, ist der Band sicher klar.

Und sie tut genau das Richtige. Was die Selbstbetitelung des Albums bereits ankündigt, bestätigt sich nach dem ersten Hördurchgang: Threat Signal bedeutet die Rückkehr zur Essenz des Sounds der Kanadier.
Denn schließlich litt Vigilance nicht nur unter dem Teils schwachen Songwriting, sondern auch unter der deutlich softeren Grundausrichtung. Etwaige Befürchtungen, bei Threat Signal würde dasselbe Problem auftauchen, werden bereits mit dem Opener Uncensored zerschlagen. Sofort befindet man sich mitten in brutalem Sperrfeuer-Riffing, wechselnd mit nervenzerfetzenden Stakkato-Massakern, und einem Drumming, das zwischen Blastbeats und rasenden Doublebass-Attacken absolut alles dem Erdboden gleichmacht. Auch Herr Howard scheint sich an die Genialität seiner Shouts erinnert zu haben und kreischbrüllt wieder, was seine Stimmbänder hergeben.
Das Album zeigt zwar klare Parallelen zu erwähnter Debütscheibe, braucht nichtsdestotrotz mehr als einen Durchlauf, um in seiner Fülle und Komplexität erfasst zu werden, doch ist es vielleicht genau dank der Ausgewogenheit dieser beiden Punkte so stark. Der Anteil (melodischen) Death Metals wurde wieder merklich erhöht, der FEAR-FACTORY Einfluss ist immer noch deutlich, Melodien und Refrains klingen schön ausgearbeitet und sorgen für massig Wiedererkennungsmerkmale, die technisch anspruchsvollen und meist genialen Riffs und Soli begeistern immer aufs Neue. Wichtig ist aber letztlich vor allem, dass die Songs als Ganzes wieder voll und ganz überzeugen können. Außerdem muss nicht ununterbrochen aus allen Rohren gefeuert werden, wie etwa der ruhige Beginn von Trust In None oder das gelungene Zurücknehmen der Härte mitten in Disposition beweisen. Auch John Howard kann beileibe nicht nur toll schreien, sondern beweist einmal mehr, was eine geniale cleane Stimme er hat, welche, eine Tatsache die er sicher schon lange nicht mehr hören kann, immer noch stark an Chester Bennington von LINKIN PARK erinnert.

Was bleibt am Ende noch zu sagen? Egal ob THREAT SIGNAL nun Melodic Death Metal, Modern Thrash Metal oder sonst ein Sub-Sub-Genre spielen, ihr neues Album ist letztlich vor allem eins: eine Demonstration modernen, harten und zeitgemäßen Metals, der die komplette Konkurrenz dieses Jahr ziemlich alt aussehen lässt. Und genau deswegen führt für Fans genau dieser Art des Lärms absolut kein Weg daran vorbei.

Veröffentlichungstermin: 07.10.11

Spielzeit: 44:43 Min.

Line-Up:

John Howard – Vocals
Travis Montgomery – Guitars
Chris Feener – Guitars
Pat Kavanagh – Bass
Alex Rudinger – Drums

Label: Nuclear Blast Records

Homepage: http://www.threatsignal.com

Mehr im Netz: http://www.myspace.com/threatsignal

Tracklist:

01. Uncensored
02. Comatose
03. New World Order
04. Trust In None
05. Face The Day
06. Fallen Disciplines
08. Disposition
08. Death Before Dishonor
09. Buried Alive