THERION: Sitra Ahra

Bombast, Kitsch und Epik vereint in einem majestätischen Symphinc Metal-Opus. Beeindruckend, aber nicht gänzlich frei von Schwächen.

Bombast. Epik. Kitsch. Drei Attribute, drei Grundpfeiler von “Sitra Ahra”. Auf diesem Fundament formen THERION einen Korpus, der erstmal verdaut werden muss. Nicht, weil die komplexen Arrangements schwer zu greifen wären, sondern weil die Frage gestellt werden muss, ob die eingangs erwähnten Attribute zusammengenommen nicht doch zu viel des Guten darstellen. THERION melden sich 2010 fraglos mit einem majestätischen Opus zurück, das alle Register des Symphonic Metal zieht und dabei nicht nur ein abwechslungsreiches, sondern auch erstaunlich harmonisches Gemälde konzipiert. Jedenfalls dann, wenn man sich mit dem fast schon zahmen Grundcharakter von “Sitra Ahra” anfreunden kann.

Obgleich es in “Din” auch mal heftiger zur Sache gehen kann, sind erhabene Chöre, flächige Orchesterarrangements und Pianoklänge doch die treibende Kraft des Albums. Schön zu hören ist das vor allem im neunminütigen “Kings Of Edom”, welches nach “Land Of Canaan” das längste Stück der Platte markiert. Und eben in Letzterem schwingt sich “Sitra Ahra” zu beachtlicher Größe auf. Verspielte Gitarren treffen auf ruhige Flötenparts, triumphale Chöre, klassisch geprägten Sopran- respektive Tenorgesang und schließlich ein versöhnliches Finale, welches fast schon Musical-Charakter besitzt.

THERIO legen ihre Kompositionen an die Leine

Getrübt wird dieses Erlebnis nur von der bereits angesprochenen Zahmheit THERIONs. Da sie ihre elf Kompositionen brav an die Leine gelegt haben, kann sich “Sitra Ahra” des Eindrucks nicht erwehren, dass sich über die beachtliche Gesamtspielzeit von 61 Minuten doch der eine oder andere Durchhänger eingeschlichen hat, das Album in diesen Momenten konsequenterweise eher unspektakulär vor sich hinplätschert.

Das bleibt zwar die Ausnahme und wird von schönen Ideen wie den spontan anmutenden Keyboardeinsätzenden im ohnehin experimentellen “Kali Yuga III”, oder der erstaunlich bedrohlichen Atmosphäre von “2012” geschickt kaschiert, ein makelloses Vergnügen ist THERIONs vierzehntes Werk allerdings nicht. Fatal ist das selbstverständlich keineswegs. Die Erfahrung und musikalische Expertise Christofer Johnssons ist stets das marmorne Rückgrat eines jeden Songs und sorgt dafür, dass “Sitra Ahra” diversen kleinen Schwachpunkten zum Trotz ein aufregendes Erlebnis bleibt – eine gewisse Affinität zu Epik, Bombast und Kitsch vorausgesetzt, das ist klar.

Veröffentlichungstermin: 17.09.2010

Spielzeit: 61:17 Min.

Line-Up:

Tomas Vikström – Vocals
Christofer Johnsson – Guitar, Keyboards
Christian Vidal – Guitar
Nalle Påhlsson – Bass
Johan Koleberg –  Drums

Snowy Shaw – Vocals
Linnéa Vikström – Vocals
Lori Lewis – Vocals
Mika Hakola – Harsh Vocals
Petter Karlsson – Vocals

Produziert von Christofer Johnsson
Label: Nuclear Blast

Homepage: http://www.megatherion.com

THERION “Sitra Ahra” Tracklist

01. Sitra Ahra (Video bei YouTube)
02. Kings Of Edom
03. Unguentum Sabbati
04. Land Of Canaan
05. Hellequin
06. 2012
07. Cu Chulain
08. Kali Yuga III (Video bei YouTube)
09. The Shells Are Open
10. Din
11. After The Inquisition: Children Of The Stone