THE CUMSHOTS: Just Quit Trying

THE CUMSHOTS: Just Quit Trying

Musikalisch liegen die Norweger irgendwo zwischen CATHEDRAL, MY DYING BRIDE und CANDLEMASS, wobei der Gesamtsound dem Stonerrock zuzuordnen ist.

Praying for Cancer hat eine schöne Hookline und bittet den Zuhörer um Liebe für den Sänger. I drink alone beginnt mit einer fetten Basslinie. Der Text ist wohl nicht unbedingt wörtlich gemeint, zeigt aber wieder einen Teil des Seelenlebens des Autors.  Bitter erection hat sowohl musikalisch als auch textlich ein bisschen was von MY DYING BRIDE und CANDLEMASS. Die sehr ernsten Zeilen handeln von der Vergänglichkeit des Lebens. Der Autor kann nicht mehr weinen, die Schreie zum Ende I´ve always known that I would die über einer akustischen Gitarre machen den Song noch dramatischer als er eh schon ist.

Da kommen wir auch schon zum nächsten Aspekt, den Lyrics auf Just Quit Trying. Sobald man sich mit den Texten auseinandergesetzt hat, liegt die Konzentration fast nur noch auf der Aussage und nicht mehr auf der musikalischen Interpretation selbiger. Sofern Cargo alleine die Texte geschrieben hat, scheint er eine sehr intelligente und nachdenkliche Person zu sein, vielleicht mit einem kleinen Narzissmus-Problem. Seine Worte passen zwar in fast keiner Weise zu der Musik, aber genau das macht ihren Reiz aus.

Die ohnehin schon vorhandene Aggression wird durch den verzerrten Gesang noch gesteigert. Ein bisschen mehr Ruhe würde dem Ganzen musikalisch mit Sicherheit gut tun, möglicherweise ist der Stress im Ohr des Zuhörers aber auch die Intention der Band. Im Übrigen überdecken die verzweifelten und erstickten Schreie sowie die ganzen Effekte auf der Stimme geschickt den an einigen Stellen doch recht schiefen Gesang, was dann aber schon kaum mehr auffällt. An Produktion und Mixing gibt es auch nichts auszusetzen.

Die Herren haben sich mit Max Cargo, El Doom, Freddie Tennessee, Tommy Dean und Chris Bartender passende Künstlernamen gegeben. Dies unterstreicht ihre Mittelfinger Attitüde.

Fazit: Die klassisch strukturierten Lieder auf Just Quit Trying gehen allesamt mächtig ins Ohr. Dennoch bleibt am Ende kein einziger Track besonders hängen. Das ist möglicherweise auch durch die Verzerrung begründet, die die glatten Linien verdeckt und die Songs gewissermaßen zu einem Brei verrührt.
Ohne die Texte würde meine Bewertung deutlich mittelmäßiger ausfallen. Insgesamt sind THE CUMSHOTS tendenziell schon eher eine schwere Kost. Im Bezug auf den Vergleich mit CATHEDRAL dürften sowohl (Doom-) Metaller als auch gestandene Rockfans Gefallen an dem Output von THE CUMSHOTS finden.

Gebt den armen Jungs aber mal eine Chance!

Veröffentlichungstermin: 2008

Spielzeit: 47:15 Min.

Line-Up:
Max Cargo: Gesang
El Doom: Gitarre, Gesang
Freddie Tennessee: Gitarre
Tommy Dean: Bass
Chris Bartender: Schlagzeug

Blomstrom: Pedal Steel, Piano
Brynjar Takle Ohr: Piano, Gitarre

Produziert von Ole Petter Andreassen
Label: Rodeostar Records

Homepage: http://www.thecumshots.org

MySpace: http://www.myspace.com/cumshots

Tracklist:
1. Praying For Cancer
2. Like Pouring Salt On A Slug
3. I Drink Alone
4. Punchdrunk On Death
5. Bitter Erection
6. Last Laugh
7. Broken
8. Vomitory
9. Black Silence
10. Baptized In Broken Glass