TEMPLE OF PAIN: Lord Of The Undead Knights

TEMPLE OF PAINs Album ist für THUNDERSTORM-Fans und all die, die sich etwas von der Band abgewendet haben, ein absoluter Pflichtkauf!

Es soll ja Menschen geben, die es schade finden, dass sich die italienischen Doomer THUNDERSTORM immer weiter Richtung klassischen Metal bewegen. Fast könnte man vermuten, das Soloprojekt von Bandkopf Fabio Bellan ist eine Anbiederung an diese Leute. Für sowas ist dieser aber viel zu ehrlich, da könnte er auch THUNDERSTORM wieder in die alte Richtung bewegen. Was der Mann aus Bergamo mit seinem Projekt TEMPLE OF PAIN abliefert, das kann man getrost als puren Fabio Thunder bezeichnen.

Die Querverweise zu seiner Hauptband sind allgegenwertig, das steht außer Frage. Wo man sich mit der Hauptband aber immer weiter zur treibenden, energievollen Power-Doom-Band entwickelt hat, gibt es hier bei TEMPLE OF PAIN den von vielen ersehnten Schritt zurück zu den Anfangstagen der Band, als diese die italienische Doom-Flagge fest in Bergamo verankerten. Schon mit dem finsteren Intro fühlt man sich an Sad Symphony-Tage erinnert. Es folgen vier Doomwalzen zwischen sieben und acht Minuten, wie man sie sich lange gewünscht hat. Die Gitarren tief, aber nicht zu tief gestimmt, der Gesang pendelt zwischen bedrohlichen Vocals und Fabio´s typischer Kopfstimme, die Grooves kommen zäh wie lange nicht mehr. Fast mit der Wucht des Sludge-Doom wird man kurz durchgerüttelt, immer wieder tauchen Elemente auf, die man so bei der Hauptband bisher nicht kennt. When Death Loses Control ist der wohl fieseste, zermürbendste Song in Fabios Gesichte, Witchmaster hätte sicher auch noch auf Witchunter Tales stehen können. Jeder Song erzählt seine eigene finstere Geschichte, in tiefste Tiefen geht hingegen Insomnia. Hier setzt sich Fabio mit seinen persönlichen Dämonen auseinander, ein wirklich wichtiger Song für den sympathischen Mann. Noch zwei Songs dieser Güte für einen echten Longplayer wäören natürlich klasse gewesen, so recht es halt für einen halbstündigen Apetizer. Die zahlreichen Kollegen (u.a. von FOLK STONE, LOS PIRATES, ALEPH), die Fabio im Studio unterstützten, machen einen guten Job, treten aber – es ist ja ein Soloalbum – weit zurück in den Schatten und fügen sich stimmig in die Songs ein. Wichtig ist auch, dass die THUNDERSTORM-Kollegen Omar und Attilio außen vor blieben. Die können sich schließlich auf dem neuen Album der Hauptband austoben. Auch der Sound lag in den Händen von Fabio Bellan, ist fett und heavy, erinnert ebenfalls an die ersten beiden Alben von THUNDERSTORM.

Die neuen THUNDERSTORM-Alben laden mittlerweile ja eher zum gepflegten flotten Doom-Dancing ein. Das TEMPLE OF PAIN-Debüt hingegen zieht herrlich nach unten: Kerzenlicht, ein leckerer Valtellina Superiore Grumello, zurücklehnen und im Sound versinken, herrlich! Hoffen wir mal, dass Fabio Thunder Bellan immer mal wieder Zeit und Muße findet, sich auf diese Weise zurückzumelden. Für THUNDERSTORM-Fans und all die, die sich etwas von der Band abgewendet haben, ein absoluter Pflichtkauf!

Lord Of The Undead Knights sollte bei gut sortierten Doom-Mailordershops zu finden sein. Bei Schwierigkeiten, sie zu bekommen, vielleicht einfach mal über die Myspace-Seite Kontakt aufnehmen.

Veröffentlichungstermin: 30.04.2010

Spielzeit: 33:28 Min.

Line-Up:
Fabio Thunder Bellan – Vocals, Guitar
Gäste :
Davide Gherardi – Guitar
Luca Poma – Guitar
Giorgio Bona – Bass
Andrea Salvetti – Bass
Roberta Sammarelli – Bass
Dario Fava – Drums

Produziert von Fabio Bellan
Label: Silent Voice Records
MySpace: http://www.myspace.com/templepain

Tracklist:
1. Rise from the Grave (Resurrection)
2. Lord of the Undead Knights
3. When Death Loses Control
4. Witchmaster
5. Insomnia