TANKARD: R.I.B.

TANKARD thrashen frisch und um Abwechslung bemüht durch zehn kompakte Songs, die das bisherige Qualitätslevel halten können. Wer regelmäßig neues Hörfutter braucht, bekommt somit ordentlich was auf die Ohren.

TANKARD haben mit R.I.B. ein überaus interessantes Album am Start, das zwar die Trademarks enthält, die man von der Band gewohnt ist, das aber auch eigenwillig das macht, was ihm gefällt. Entsprechend klingen die Songs erfreulich frisch, zumal die Arrangements einen Tick kompakter als in der Vergangenheit ausgefallen sind. Die einzelnen Stücke decken ein überraschend breites stilistisches Spektrum ab, ohne dabei die Fanbasis mit missglückten Experimenten zu verprellen. Im Rahmen seines bisherigen Thrash-Schaffens bemüht sich das Frankfurter Quartett so um Abwechslung. Beispielsweise gibt es immer wieder Uptempo-Parts im 3/4-Takt, die beim Opener War Cry noch aufhorchen lassen, bei den Strophen des Titeltracks dann aber der Musik den Schwung nehmen. Bei Riders Of The Doom lässt der 6/8-Rhythmus anschließend gar Erinnerungen an klassischen Power Metal à la RUNNING WILD wach werden. Zwischendurch sorgen flotte Thrash-Nummern wie Fooled By Your Guts und Enemy Of Order dafür, dass man nicht vergisst, dass es sich hier um ein reguläres TANKARD-Album handelt. Wie gewohnt hört man dabei immer wieder Punk-Einflüsse heraus, die für meinen Geschmack viel besser zum Thrash Metal passen als irgendwelche dissonanten Metalcore-Geschichten.

Wer regelmäßig neues Hörfutter braucht, bekommt hier Qualitätsware geboten. Passend dazu decken die Texte einmal mehr die ganze Bandbreite von heiter bis ernst ab. Die zweite Albumhälfte fühlt sich aufgrund des durchgehend hohen Tempos irgendwo besser an. Das Songmaterial ist gut, aber sicher nicht in der Lage, die bisherigen Genre-Hits und Setlist-Dauergäste in den Schatten zu stellen. Wenn man einen Fußball-Vergleich bemüht, handelt es sich bei R.I.B. um einen unterhaltsamen Bundesliga-Spieltag. Wer unbedingt Beckenbauer oder Matthäus im Weltmeisterschaftsendspiel sehen will, braucht diese CD nicht. Sky-Abonnenten dagegen werden ihren Spaß mit ihr haben – auch wenn man dann bei einem Song wie The Party Ain`t Over `Til We Say So vielleicht denkt, dass man aus der Vorlage noch mehr hätte rausholen können. Mit einem Endstand von 8:2 oder 7:3 kann man jedenfalls sicher gut leben.

Veröffentlichungstermin: 20.06.2014

Spielzeit: 40:03 Min.

Line-Up:
Gerre: Gesang
Andi: Gitarre
Frank: Bass
Olaf: Schlagzeug

Produziert von Michael Mainx
Label: Nuclear Blast

Homepage: http://www.tankard.info

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/tankardofficial

Tracklist:
1. War Cry
2. Fooled By Your Guts
3. R.I.B. (Rest In Beer)
4. Riders Of The Doom
5. Hope Can`t Die
6. No One Hit Wonder
7. Breakfast For Champions
8. Enemy Of Order
9. Clockwise To Deadline
10. The Party Ain`t Over `Til We Say So