Natürlich weckt der Titel eine Erwartungshaltung. Glücklicherweise zählen LOVEBITES ohnehin nicht zu den Bands im Power Metal, die vorwiegend mithilfe von quietschbunten Kostümen und zuckrigen Keyboards auf sich aufmerksam machen. „Outstanding Power“ verschließt sich zwar nicht vor synth-gestützten Symphonic-Elementen, das Rückgrat bildet dennoch die treibende Gitarrenarbeit, die schon im Opener „The Castaway“ durch flinke Soli aufgelockert wird.
Leider können die Vocals diese Kraft nicht immer entfesseln, was jedoch keineswegs an der Stimmgewalt Asamis liegt, die im Verlaufe des Albums mehrfach beweist, dass sie über ein beeindruckendes Organ verfügt. Vielmehr ist es der Audiomix, der ihr zugunsten der Gitarren bisweilen den Wind aus den Segeln nimmt. Ferner entpuppt sich die oft undeutliche bis unnatürliche Aussprache der Sängerin phasenweise als gewöhnungsbedürftig. Im Gegenzug brilliert Asami in der Ballade „Eternally“, nachdem sie Stücken wie „Phoenix Rise Again“ oder „Forbidden Thirst“ zuvor schon mit eingängigen Melodiebögen ihren Stempel aufgedrückt hatte.
Ihren Thrash-Einfluss treiben LOVEBITES im furiosen „Reaper’s Lullaby“ auf die Spitze
Stilistisch gehen LOVEBITES größtenteils keine neuen Wege, obschon „Blazing Halo“ nebst Slap-Bass-Solo sowie „Out Of Control“ eine Prise Hard-Rock-Flair beimischen, welche sich vor allem in Midoris und Miyakos Spiel bemerkbar macht. Die Art und Weise, wie sich die beiden Gitarristinnen in Ersterem duellieren und jagen, kommt mit einer Menge Schwung daher. Noch mehr Drive entwickelt das flotte „Silence The Void“, wo die Band mit thrashigen Anleihen liebäugelt, die sie schließlich im furiosen „Reaper’s Lullaby“ auf die Spitze treibt.
Der größte Ausreißer jedoch ist das sechsminütige „Dream Of King“, welches – auch dank der pointierten Doublebass – mit fast schon LAMB OF GOD-artigem Groove beginnt und dadurch im Bandkosmos schnell eine Ausnahmeposition einnimmt. In eine andere Ecke wiederum schielt „Wheels On Fire“, bei dessen fröhlich-rockigem Aufbau wohl THIN LIZZY Pate gestanden haben.
„Outstanding Power“ weiß ohne nennenswerte Längen zu unterhalten
Dieser Variation ist es letztlich zu verdanken, dass „Outstanding Power“ über eine Stunde lang ohne nennenswerte Längen zu unterhalten weiß. Ein gutes Genrewerk also, das hier und da über den Tellerrand blickt und – sieht man von den erwähnten kleineren Unzulänglichkeiten ab – letztlich sogar der geschürten Erwartungshaltung gerecht werden kann.
Veröffentlichungstermin: 18.02.2026 (digital) / 08.05.2026 (physisch)
Spielzeit: 64:10
Line-Up
Asami – Vocals
Midori – Guitars
Miyako – Guitars & Keyboards
Fami – Bass
Haruna – Drums
Produziert von Steve Jacobs, Mikko Karmila (Mix) und Mika Jussila (Mastering)
Label: Napalm Records
Homepage: https://lovebites.jp/
Facebook: https://www.facebook.com/LovebitesTheBand
Instagram: https://www.instagram.com/lovebites_jp
Bandcamp: https://lovebitesofficial.bandcamp.com/
LOVEBITES “Outstanding Power” Tracklist
- The Castaway (Video bei YouTube)
- Silence The Void
- Forbidden Thirst
- Blazing Halo
- Dream Of King
- Phoenix Rises Again
- Out Of Control
- Wheels On Fire
- The Eve Of Change
- Reaper’s Lullaby (Video bei YouTube)
- Eternally
- One Will Remain