SUBWAY TO SALLY: Kreuzfeuer

Ein starkes Album der Potsdamer Folk-Rocker, das zwar seine Zeit braucht, um auf Touren zu kommen, aber letzten Endes niemanden enttäuschen dürfte.

Kaum zu glauben, dass SUBWAY TO SALLYs “Bastard” schon wieder anderthalb Jahre zurück liegt. Nun steht jedenfalls mit “Kreuzfeuer” der direkte Nachfolger in den Startlöchern und legt nach anfänglicher Skepsis meinerseits letzten Endes doch eine mehr als respektable Vorstellung hin.

Auch wenn sich auf den ersten Blick im Vergleich zum starken Vorgänger musikalisch nicht viel getan haben mag, so gibt es auf “Kreuzfeuer” bei genauerer Betrachtung doch einiges zu entdecken. Die Entwicklung ging nämlich wieder ein wenig weg vom Metal und mehr in Richtung Rock. Das soll nicht heißen, dass Stücke wie der großartige Opener “Aufstieg” oder “Die Jagd beginnt” nicht zum Haareschütteln einladen, aber so richtig metallische Riffs, wie man sie von “Meine Seele Brennt” oder “Puppenspieler” kennt, findet man auf “Kreuzfeuer” nur selten.

“Kreuzfeuer” gibt sich kontrastreich

Dafür zeichnet sich im Verlauf der Platte ein deutlicher Kontrast zwischen rockigen und ruhigen Titeln ab. SUBWAY TO SALLY loten gezielt die beiden Extreme aus, was natürlich die Art und Weise beeinflusst, wie Geige, Drehleier oder Blasinstrumente ins Klangbild eingebunden werden. Während das exotische Instrumentarium beim treibenden “Besser, du rennst” zwar ohne Zweifel vorhanden ist, aber in den Hintergrund gemischt wurde, bekommt es in den langsameren, oftmals akustischen Stücken umso mehr Spielraum zugestanden.

SUBWAY TO SALLY schaffen eine dichte Atmosphäre

Von Letzteren gibt es übrigens ganze drei Stück, die sich allesamt in der allgemein ruhigeren zweiten Hälfte des Albums befinden. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang der Unplugged-Rocker “Krähenkönig”, der sicherlich auch mit E-Gitarre funktioniert hätte, aber erst im Akustikgewand seinen besonderen Charakter erhält. Ähnlich verhält es sich mit dem federleichten, ja fast schon balladesken “Angelus”, das vor allem für diejenigen interessant sein dürfte, die von der letzten Studioveröffentlichung der Potsdamer enttäuscht waren. Hier besticht vor allem die wunderbare Instrumentierung, die zusammen mit Eric Fishs markanter Stimme eine einzigartige Atmosphäre schafft. “Ein Hauch von Ewigkeit”, heißt es in der Strophe und spiegelt auch gut das Gefühl wider, das die wunderschöne Symbiose von Flöte, Geige und Drehleier beim Hörer erzeugt.

“Kreuzfeuer” braucht Zeit zu wachsen

Jedoch zeigt sich die ganze Klasse von “Kreuzfeuer” wie eingangs erwähnt nicht auf Anhieb. Obwohl einige Tracks wie “Aufstieg” oder das mit toller Geigenspur aufwartende “Einsam” von Beginn an begeistern können, braucht das Gesamtwerk als solches seine Zeit, um zu wachsen. Zeit, die man SUBWAY TO SALLY auch zugestehen sollte. Denn auch wenn das melancholische “So Fern, So Nah” und das bittersüße Duett “Komm In Meinen Schlaf” mit EISBLUME-Sängerin Ria einige Durchläufe benötigen, um ihr Potenzial zu entfalten, spricht das letztendliche Resultat eine deutliche Sprache. “Kreuzfeuer” ist somit ein rundum gelungenes Folk-Rock Album geworden, das zwar ein wenig braucht, um auf Touren zu kommen, aber schlussendlich niemanden enttäuschen dürfte.

Veröffentlichungstermin: 27.03.2009

Spielzeit: 52:55 Min.

Line-Up:
Eric Fish: Gesang, Dudelsack, Flöten, Schalmei, Oboe, Windcontroller
Bodenski: Gesang, Akustik-Gitarre, Drehleier
Simon: Gesang, Akustik-Gitarre, Trumscheit
Ingo Hampf: E-Gitarre, Laute, Ud, Mandola, MandolineGeierleier
Frau Schmitt: Violine
Sugar Ray Runge: Bass
Simon Michael: Drums, Percussion

Produziert von Fabio Trentini und Aino Laos
Label: Nuclear Blast

Homepage: http://www.subwaytosally.de

SUBWAY TO SALLY “Kreuzfeuer” Tracklist

01. Aufstieg
02. Judaskuss (Video bei YouTube)
03. Besser, Du Rennst (Video bei YouTube)
04. So Fern, So Nah
05. Die Jagd Beginnt
06. Einsam
07. Komm In Meinen Schlaf
08. Angelus
09. Krähenkönig (Video bei YouTube)
10. Niemals
11. Versteckt
12. Vater