STAM1NA: Raja

Modern interpretierten Thrash mit finnischem Gesang – skurril, aber leider noch nicht zündend.

Irgendwie sind die Finnen schon ein seltsames Völkchen. Die sprichwörtlichen tausend Seen des Landes scheinen angesichts der dortigen Fülle an überaus begabten Metal-Musikern mit flüssigem Stahl gefüllt zu sein. Noch dazu überraschen immer wieder die unterschiedlichsten Bands wie beispielsweise APOCALYPTICA und ELÄKELÄISET. Nun versuchen sich STAM1NA an der Aufgabe, eine eigene, lukrative Nische zu finden. Als Alleinstellungsmerkmal dient zunächst einmal die Tatsache, dass man finnische Texte anders als im Folk-Bereich im Thrash Metal zuvor noch nicht gehört hat. Die abgehackten Shouts und klaren Gesänge von Antti Hyyrynen wirken denn auch etwas skurril, aber gleichzeitig irgendwie cool und eigen. Dazu serviert der Vierer modern interpretierten Thrash, der mal die wild galoppierende Rhythmik sehr alter MESHUGGAH für die eigenen Zwecke zweckentfremdet, dann wieder sphärischere Momente Marke RAUNCHY auffährt. Hinzu kommen gelegentlich wie in Lääke old-schoolige Bretterparts. Was auf dem Papier durchaus spannend und faszinierend klingt, fällt im Praxistest jedoch eher ernüchternd aus, denn zumindest in der Interpretation von Antti wirkt die finnische Sprache nicht düster genug. Und auch die musikalische Umsetzung lässt trotz eines an sich recht stimmigen Gesamtbilds wirklich zündende Ideen vermissen. Einzelne Parts drücken schon wie Sau, doch jeder Song durchläuft leider auch kompositorische Durststrecken, was das Fazit für Raja zwiespältig ausfallen lässt.

Veröffentlichungstermin: 27.06.2008

Spielzeit: 43:44 Min.

Line-Up:
Antti Hyyrynen – Gesang, Gitarre
Pekka Olkkonen – Gitarre
Teppo Velin – Schlagzeug
Kai-Pekka Kangasmäki – Bass

Produziert von Janne Joutsenniemi
Label: Golden Core/Zyx

Homepage: http://www.stam1na.com

MySpace: http://www.myspace.com/stam1na

Tracklist:
Hammasratas
Susi-ihminen
Muistipalapelit
Vartijaton
Voima vastaan viha
Lääke
Kädet vasten lasia
Luova hulluus
Muuri
Murtumispiste