SPOIL ENGINE: Renaissance Noir

SPOIL ENGINE: Renaissance Noir

Mit Bedacht haben SPOIL ENGINE den Titel ihres aktuellen Albums „Renaissance Noir“ gewählt, als dass sie darin ihre eigene Wiedergeburt aus der Dunkelheit sehen. So beklagt das Quartett aus den Benelux-Staaten, welches zu gleichen Teilen aus niederländischen und belgischen Mitgliedern besteht, dass es turbulente Jahre hinter sich gebracht hat.

Und mit ihrem neuesten und fünften Album wollen sie einen Befreiungsschlag landen. Nicht zuletzt deshalb wirkt „Renaissance Noir“ auch als das bislang härteste Album von SPOIL ENGINE.

Auch SPOIL ENGINE machen Modern Groove / Melodic Death Metal

Stilistisch haben SPOIL ENGINE ihre Hardcore-Wurzeln nicht endgültig gekappt, als dass so manch coreige Stilblüte nach wie vor anzutreffen ist. Doch im Allgemeinen bewegt sich das neue Material zwischen Groove und Melodic Death Metal – eine Art Modern Metal also, was man in den letzten Jahren doch sehr häufig zu hören bekam.

„Renaissance Noir“ lässt eigene Handschrift erkennen

Die eigene Handschrift lässt sich auf „Renaissance Noir“ dann aber schon erkennen. Zum einen weiß das Gitarren-Spiel von Steven „Gaze“ Sanders (Ex-DEFORMITY) sehr zu gefallen. Das einzig verbliebene Gründungsmitglied von SPOIL ENGINE bringt mit seinen Riffs nicht nur gehörigen Groove in die Songs, auch packt er immer wieder einmal rockig angehauchte Soli aus. Vor allem „Medicine“ legt diesbezüglich Zeugnis ab, wenngleich gerade dieser Song auch mit einer gewissen Holprigkeit zu kämpfen hat. Schließlich wollen die Gesangslinien keine rechte Symbiose mit dem instrumentalen Flow eingehen.

Gesangslehrerin Iris Goessens macht ihrem Beruf alle Ehre

Zum anderen trägt auch Sängerin Iris Goessens ihren Teil zur Handschriften-Erkennung bei. Die hauptberufliche Gesangslehrerin growlt, keift und singt in unterschiedlichen Tonlagen und liefert somit einen Nachweis in Sachen stimmlicher Qualität ab. Dabei gibt sie so machem Refrain einen radiotauglichen Anstrich (sehr stark in „R!OT“, etwas mauer in „The Void“). Hinzu kommen beinahe bluesige Vocal-Lines („Golden Cage“) und eben die durchaus kraftvollen Growls.

SPOIL ENGINE punkten mit schwungvoll pfiffigem Groove

Generell wirkt „Renaissance Noir“ durchdacht und soundtechnisch aufpoliert. SPOIL ENGINE geben vielen ihrer Songs eine ordentliche Portion an schwungvoll pfiffigem Groove mit („R!OT“, „Frostbite“), scheuen sich aber auch nicht davor, einmal etwas dürsterer zu agieren („Venom“). Somit hat man es mit einem durchaus guten Album zu tun, das sich aber einer großen Konkurrenz gegenüber sieht. Schließlich schippern auch gehyptere Bands wie etwa JINJER in ähnlichen Fahrwassern.

Veröffentlichungstermin: 15.11.2019

Spielzeit: 44:18 Min.

Line-Up:
Iris Goessens – Gesang
Steven „Gaze“ Sanders – Gitarre
Matthijs Quaars – Schlagzeug
Davy Vanlokeren – Bass

Gast-Musiker:
Jeff Walker (CARCASS) – Gesang („The Hallow“)

Label: Arising Empire

Homepage: http://www.spoilengine.com

Mehr im Netz: https://www.facebook.com/spoilengine

SPOIL ENGINE „Renaissance Noire“ Tracklist

1. R!OT (Video bei YouTube)
2. Medicine
3. The Hallow (Video bei YouTube)
4. Venom
5. Golden Cage
6. Frostbite
7. Warzone
8. No Flowers for a Pig
9. The Void
10. Storms of Tragedy

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Symphonic Metal, Doom, Melodic Death und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Symphonic Metal, Gothic Metal, Melodic Death Metal, Doom.