SPACE OF VARIATIONS: XXXXX [EP]

SPACE OF VARIATIONS gehören sicherlich zu den Siegern der wahnsinnig erfolgreichen „Macro“-Tour, wo die Ukrainer als Opener für JINJER einen beachtlichen Fan-Zuwachs für sich verbuchen konnten. Weil im Nachgang sogar noch ein Plattenvertrag für das Quartett herausgesprungen ist, machen die Jungs in der Folge nicht nur drei, sondern gleich fünf Kreuze: „XXXXX“ ist die erste EP unter der Flagge von Napalm Records und verspricht quasi mehr von dem, was wir schon im Live-Rahmen kennengelernt haben.

Leider verlassen sich SPACE OF VARIATIONS in „Room 57“ zu sehr auf durchgekaute Genre-Konventionen, um uns direkt vom Start weg mitzunehmen. Die Screams sind wutgeladen, die Gitarre hektisch-aufrüttelnd, der Klargesang mit Effekten überladen und der Breakdown so brutal, wie es die untergelegten Bässe erlauben. Gähn.

Manchmal eiern SPACE OF VARIATIONS zu sehr herum

Interessanter ist die Vorab-Single „Razorblade“, wo tranceartige Synthesizer der sonst soliden Genrekost etwas Originalität schenken. Den Drive, den die Ukrainer hier an den Tag legen, finden wir ansonsten nur noch im knackigen „Будут Наказаны“, wo Sänger Dima ein letztes Mal die Zähne fletscht: Mit derber Hardcore-Kante ziehen uns SPACE OF VARIATIONS zum Abschluss richtig eins über die Rübe.

Schade, dass dazwischen zu sehr auf Zehenspitzen getänzelt wird: Ist der anfängliche Sprechgesang in „Slowmo“ noch eine coole Eigenheit, nervt uns bald der mit Effekten überladene Klargesang von Gitarrist Alex Zatserkovny, der auch das lahme „Empty Universe“ durchzieht. Es ärgert uns ein wenig, dass SPACE OF VARIATIONS hier etwas herumeiern, obwohl die Osteuropäer in „Find Me In The Dark“ kurz darauf selbst zeigen, wie man einen zurückgenommenen und doch emotionalen Metal-Song schreibt.

“XXXXX” überzeugt nicht vollumfänglich

Dass „XXXXX“ in der Konsequenz nicht durchgängig das Niveau der explosiven Live-Shows abrufen kann, wirft die Ukrainer sicherlich kaum aus der Spur. Den Vorschusslorbeeren gerecht werden die vier Musiker allerdings ebenfalls nicht vollumfänglich. Vielleicht braucht es aber einfach den Live-Kontext, wo SPACE OF VARIATIONS auf den Autotune-Quatsch verzichten. Nötig haben sie den sowieso nicht, das beweist uns nicht zuletzt die beachtliche Anhängerschaft, welche die Band jüngst für sich gewinnen konnte.

Veröffentlichungstermin: 3.2.2020 (digital) / 27.3.2020 (CD)

Spielzeit: 20:25

Line-Up:

Dima Kozhuhar – Vocals
Alex Zatserkovny – Guitar/Vocals
Anton Kasatkin – Bass
Tima Kasatkin – Drums

Label: Napalm Records

Facebook: https://www.facebook.com/SpaceOfVariations/

SPACE OF VARIATIONS “XXXXX” Tracklist

1 Room 57
2 Razorblade (Video bei YouTube)
3 Slowmo (Video bei YouTube)
4 Empty Universe
5 Find Me in the Dark
6 Будут Наказаны