SOLITUDE AETURNUS: Adagio

Satan vergib! Ich habe SOLITUDE AETURNUS – gelästert!!

Schon kurze Zeit nach dem Schreiben meiner DAWN OF WINTER-Kritik habe ich meinen Schlusssatz bereut, in der ich mich etwas enttäuscht über die neue SOLITUDE AETURNUS äußerte…aber bei dem fünften Album der Texaner brauchte ich seltsamerweise tatsächlich etwas länger, bis ich den Zugang fand, obwohl ich dies im Nachhinein überhaupt nicht mehr nachvollziehen kann.

Der Wendepunkt kam, als ich gerade im Auto unterwegs war, und mich mal ein bisschen mehr auf die Texte konzentrierte, und plötzlich war es wieder da…das SOLITUDE AETURNUS-Feeling, das mir schon so einige schöne Stunden zuhause mit der CD und live mit der Band bescherte.

SOLITUDE AETERNUS beherrschen das Power-Doom-Riffing wie keine andere Band

Und gleich der Opener ‘My Endtime/Days of Prayer’ hat sich zu einem meiner Lieblinge des Albums gemausert, wofür nicht nur die geilen Lyrics verantwortlich sind (‘Standing before the door of the one that I called god, my entrance has been denied forever lost’ – Yeah!) Sondern auch das fette Power-Doom-Riffing, das die Band wie keine andere beherrscht. Und genauso geht’s mit ‘Believe’ weiter, fette Riffs, geiles Drumming mit Double-Bass-Einsatz, genau da, wo er hingehört.

‘Never’ wird dann recht schleppend und wurde mit sowas von geilen Vocal-Lines berreichert, dass man sich schon festhalten muss, um nicht davonzuschweben.

Ein paar Druchläufe sind für “Adagio” schon vonnöten

Jeden Song einzeln aufzuzählen würde jetzt zu weit führen, da mal wieder jeder ein kleines Juwel für sich ist, das man aber, wie schon gesagt, erst entdecken muss, ein paar Durchläufe sind also schon vonnöten. Auffallend wären jedenfalls noch die beiden fast-Instrumentals ‘Personal Gods’, sowie ‘Empty Faith’, bei denen der Gesang wirklich nur einen kleinen Draufschlag darstellt und die mit sehr schönen, fast schon PSYCHOTIC WALTZ / MAYFAIR – mäßigen Gitarren veredelt wurden…

…ja, und dann natürlich noch ‘Insanity Circles’ (wobei ich jedoch vom Text her gedacht hätte, dass das Lied davor ‘Insanity Circles’ sein müsste und Lied Nummer 9 eher ‘Lament’ heißen dürfte…die Verwirrung ist groß… ) das die erste Akkustik-Ballade in der Bandgeschichte darstellt, bei der man sich fragt, wer die Vocals denn eigentlich gesungen hat (konnte ich aus dem Booklet irgendwie nicht rauslesen).

Rob Lowe darf zeigen, in welcher Klasse er mitmischt

Den Song an sich sehe ich jedoch zugegebenermaßen eher als nettes Experiment an, das mich jedoch nicht vom Hocker reißt. Achso…hätte ich in der Begeisterung ja fast noch vergessen… einen Coversong gibt’s ja diesmal auch noch und zwar absolut passend ‘Heaven and Hell’ von BLACK SABBATH, das die Band fast 1:1 nachspielt, an einigen Stellen durch ein paar doppelläufige Gitarrenlinien anreichert und bei dem auch Sänger Robert Lowe mal wieder zeigen darf, in welcher Klasse er tatsächlich mitmischt.

Hach…und wenn ich gerade von Rob Lowe schwärme, fällt mir natürlich gleich noch der Song ‘Lament’ (?) ein, bei dem die Band einen vor allem durch die Melodylines mal wieder in andere Sphären entführt.

Nach anfänglichen Zweifeln haben mir SOLITUDE AETURNUS also doch wieder gezeigt, wer die Götter des (Power-)Doom-Metals sind und bleiben…vielleicht ja ein schöner Ansporn für die Newcomer MEMORY GARDEN, von denen was Neues eh schon längst fällig wäre…

Veröffentlichungstermin: 06.07.98

Spielzeit: 63:02 min.

Line-Up

Robert Lowe – Vocals
John Perez – Guitar
Edgar Rivera – Guitar
Steve Mosley – Bass
John Covington – Drums

Produziert von SOLITUDE AETURNUS & Paul Johnston

Erschienen bei Massacre Records

SOLITUDE AETERNUS “Adagio” Tracklist

  1. My Endtime
  2. Days of Prayer
  3. Believe
  4. Never
  5. idis
  6. Personal God
  7. Mental Pictures
  8. The Fall
  9. Insanity’s Circles
  10. Lament
  11. Empty Faith
  12. Spiral Descent
  13. Heaven and Hell (BLACK SABBATH-Cover)