SKYCLAD: Folkémon

"Folkémon" macht den Eindruck, als hätten SKYCLAD endlich wieder zu sich selbst gefunden und die Chemie alter Tage wieder zum Leben erweckt. Interessante Songideen, verpackt in ein hervorragendes musikalisches Gewand, kombiniert mit dem Gesang eines Martin Walkyier, der sich mal wieder so richtig auslebt lassen hoffen, dass die Durststrecke der Band überwunden ist.

Na also, wer sagt’s denn, SKYCLAD können es ja doch noch! Nachdem die Band mit der letzten Veröffentlichung eine gewisse Identitätskrise durchgegangen zu sein scheint, gibt es mit “Folkémon” endlich mal wieder ein Album, bei dem man das Gefühl hat, dass die Band wieder auf ihren Weg zurückgefunden hat. Ich würde sogar behaupten, dass die Band mit dem neuen Album nahtlos dort anknüpft, wo sie mit “Irrational Anthems” aufgehört hat: eine homogene Mischung aus Metal und Folk, auf dem viele interessante Songideen verarbeitet wurden und das vor Abwechslung nur so strotzt.

Ganz klar muss gesagt werden, dass auch “Folkémon” kein Hammeralbum wie das nach wie vor unerreichte Debüt der Band geworden ist, aber das erwarte ich von SKYCLAD eigentlich auch gar nicht mehr. Die Stimmung ist heutzutage einfach eine andere.

SKYCLAD verbinden endlich wieder folkige Elemente völlig unverkrampft mit einer knackigen Härte

Mit “The Great Brain Robbery” startet die Band jedenfalls schonmal ziemlich deftig durch und bietet einen Song, der härtetechnisch eigentlich auch auf “Prince of the Poverty Line” stehen könnte. Vor allem fällt auf, dass Martin mal wieder seinen rauen Sprech-Schrei-Gesang zum Einsatz bringt, der nach wie vor eine ganz besondere Ausstrahlung hat. Insgesamt kommt es mir eh so vor, als hätten SKYCLAD auf dem neuen Album erreicht, was auf dem Vorgänger eher krampfhaft wirkte: die folkigen Elemente nach wie vor beizubehalten und dennoch eine knackige Härte einzubauen. Das unterstreicht auch schon der zweite Song “Think Back and Lie of England”, bevor mit “Polkageist” wohl der folkigste Song des Albums zum Einsatz kommt.

Eine eher riffbetonte Seite schlagen SKYCLAD in “The Disenchanted Forest” an, bei dem die Band auch wieder mal ihren Hang zu Experimenten auslebt. Durch mittelalterliche Instrumente unterstützt, verbreitet der Song fast schon ein IN EXTREMO-ähnliches Flair, bevor im Mittelteil dann eher schon wieder lateinamerikanische Rythmik den Song bestimmt. “You lost my Memory” ist dann der getragenste Song des Albums, der mit am deutlichsten zeigt, dass das alte SKYCLAD-Feeling wieder da zu sein scheint. Ja doch, ich denke, “Folkémon” zwischen “Prince of the Poverty Line” und “Irrational Anthems” anzusiedeln, würde es wohl am besten treffen.

Mit “Folkémon” haben SKYCLAD wieder zu sich selbst gefunden

“Folkémon” macht den Eindruck, als hätten SKYCLAD endlich wieder zu sich selbst gefunden und die Chemie alter Tage wieder zum Leben erweckt. Interessante Songideen, verpackt in ein hervorragendes musikalisches Gewand, kombiniert mit dem Gesang eines Martin Walkyier, der sich mal wieder so richtig auslebt (sowohl gesanglich als auch lyrisch – die vielen Wortspiele auf diesem Album sind mal wieder unerreicht), lassen hoffen, dass die Durststrecke der Band überwunden ist.

Veröffentlichungstermin: 23.10.2000

Spielzeit: 50:31 Min.

Line-Up:

Martin Walkyier – Voice
Steve Ramsey – Lead guitar, acoustic guitar and backing vocals
Graeme English – Bass guitar, acoustic and classical guitar
George Biddle – Fiddle, keyboard and piano
Kevin Ridley – Guitar, acoustic guitar and backing vocals
Jay Graham – Drums and percussion, trumpet and backing vocals

Label: Nuclear Blast

SKYCLAD “Folkémon” Tracklist

  1. The Great Brain Robbery
  2. Think Back and Lie of England
  3. Polkageist
  4. Crux of the Message
  5. The Disenchanted Forest
  6. The Antibody Politic
  7. When God Logs-Off
  8. You Lost My Memory
  9. Deja-Vu Ain´t What It Used To Be
  10. Any Old Irony?
  11. Swords of A Thousand Men (Bonus Track)