SKYCLAD: A Semblance Of Normality

Ein geiles Comeback, das ich in der Qualität allenfalls erhofft, aber nicht erwartet hatte. Bin schon gespannt, wie Martin Walkyier dieses Album toppen will. Und das schreibt ein Walkyier-Fan!!

Mann, war ich auf dieses Album gespannt. Die Briten gehören seit ihrem Erstling The Wayward Sons Of Mother Earth (1991) zu meinen absoluten Lieblingsbands. Scheiben wie A Burnt Offering For The Bone Idol (1992), Jonah´s Ark (1993), Prince Of The Poverty Line (1994), The Silent Whales Of Lunar Sea (1995) oder auch Folkemon (2000) gehören zu meinen Alltime-Favoriten und auch live war und hatte die durch und durch sympathische Band immer Klasse. Umso größer war der Schock, als Sänger/Texter Martin Walkyier die Band nach dem zehnten Album Folkemon verließ. Zu charismatisch war sein Gesang, zu prägend seine Lyrics. Ersetzt wurde er durch Kevin Ridley, der aber stets am SKYCLAD-Puls der Zeit war, schließlich war er der Produzent aller veröffentlichten Alben und half auch das eine oder andere Mal an der Gitarre aus.

Nun liegt mit A Semblance Of Normality das aktuelle Album vor. Neben Herrn Ridley gehören auch Gitarrist/Hauptsongwriter Steve Ramsey und Basser Graeme English, die einzigen Musiker, die auf allen Veröffentlichungen zu hören sind, weiterhin zum Line-up – und auch die seit 1995 zur Band gehörende Violinistin George Biddle ist weiterhin dabei und hat mit Steve Ramsey die Streicherparts geschrieben. Und das Album gehört – was ich nie für möglich gehalten hätte – zu den stärksten Veröffentlichungen der Briten. Hatte ich auf No Daylights Nor Heeltaps (2002) noch arge Probleme mit Herrn Ridleys Gesang. Das liegt sicherlich daran, dass auf dieser Scheibe Neueinspielungen diverser Bandklassiker zu hören sind – und mit diesem verbinde ich die Stimme von Martin Walkyier. Ein ähnliches Problem hatte ich auch, als Ronnie James DIO bei BLACK SABBATH die OZZY OSBOURNE -Songs beziehungsweise BLAZE Bayley die BRUCE DICKINSON-Tracks bei IRON MAIDEN sang. Lediglich AC/DC
und JUDAS PRIEST überstanden den Sängerwechsel (für mich) nahezu unbeschadet. Bei A Semblance Of Normality gibt es hingegen nichst auszusetzen.

Auch Ridleys Texte und seine Arbeit als Produzent verdienen höchstes Lob. Die Zeit der musikalischen Experimente a la Oui Avant-Garde A Chance (1996) scheint endgültig vorbei zu sein. SKYCLAD heavyrocken wieder. An die alten Scheiben erinnern die harten Tracks Do They Mean Us und The Song Of No-Involvement. Hart, aber mit einem kräftigen Folk-Einschlag versehen, kommt dagegen Anotherdrinkingsong aus den Boxen. Andererseits erinnert das schleppende, mit vertrackten Rhythmen versehene Like…A Ballad For The Disenchanted tatsächlich etwas an LED ZEPPELINs „Kashmir. Der Hybrid Blues hält dagegen, was der Name verspricht und gehört mit seinen Laut-Leise-Wechseln zu den eher etwas ruhigeren Songs eines Albums, das wirklich keinen schwachen Song enthält. Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass das von akustischen Gitarren geprägte Folk Metal-Stück Lightening The Load oder der straighte Rocker NTRWB zu den besten Stücken der Band-Diskografie überhaupt gehören. Doch auch das von A capella-Gesängen begleitete The Parliament Of Fools und das theatralische, mit Sprechgesang angereicherte und an ALICE COOPER erinnernde A Good Day To Bury Bad News gehören zu den guten Songs dieser Scheibe.

Eingerahmt wird das Songmaterial von einem gelungenen Intro (Pipes Solo) bzw. geigengeschwängerten Outro (The Dissolution Of Parliament). Abgerundet wird das Album durch einen wirklich erstklassigen Sound, für den sich Kevin Ridley (Produktion) und Dario Mollo (Mix) ein dickes Lob einsacken können. Ein geiles Comeback, das ich in der Qualität allenfalls erhofft, aber nicht erwartet hatte. Bin schon gespannt, wie Martin Walkyier dieses Album toppen will. Und das schreibt ein Walkyier-Fan!!

Veröffentlichungstermin: 04.10.2004

Spielzeit: 47:18 Min.

Line-Up:
Kevin Ridley – Vocals, electric guitar, acoustic guitar, mandolin

Steve Ramsey – Electic guitar, lead guitar, slide guitar, acoustic guitar, backing vocals

George Biddle – Violin

Graeme English – Bass & backing vocals

Arron Walton – Drums & percussion

Also Starring:

The Royal Philharmonic Orchestra – Conducted by Robert Trory

Andy May – Northumbrian pipes & whistle

Frankie Gibbon – Hammond Organ

Paul Smith – Percussion

Produziert von Kevin Ridley
Label: Demolition Records / Zomba

Homepage: http://www.skyclad.co.uk

Email: skyclad.info@virgin.net

Tracklist:
1. Intro ( Pipes Solo)

2. Do They Mean Us

3. A Good Day To Bury Bad News

4. Anotherdrinkingsong

5. A Survival Campaign

6. The Song Of No-Involvement

7. The Parliament Of Fools

8. Ten Little Kingdoms

9. Like…A Ballad For The Disenchanted

10. Lightening The Load

11. NTRWB

12. Hybrid Blues

13. Outro (The Dissolution Of Parliament)