SKINLESS: Trample the Weak, Hurdle the Dead

Brutaler Death Metal, der diese Bezeichnung auch wirklich verdient.

Nicht gerade kryptisch ist das Rätsel, welches das Artwork umgibt: Zweifelsfrei symbolisieren SKINLESS den bewaffneten Gasmaskenträger, der Hörer wird exekutiert. Das wäre jedoch gar nicht erst nötig gewesen über ein Cover aufzuzeigen, die Fans wissen, auf was sie sich einlassen – wohl wegen den beiden hervorragenden Vorgängerscheiben Foreshadowing Our Demise und vor allem From Sacrifice to Survival. Gerade letzteres Album ist einer meiner Death Metal-All Time Favorites und gerade deshalb ist es mit Trample the Weak, Hurdle the Dead so eine Sache.

Aber jetzt versteht mich bitte nicht falsch, Album Nummer vier aus der New Yorker Edelschmiede ist ein wirklich heißes Eisen. Voller Killerriffs, unmenschlicher Aggression, hammerharten Grooves und mächtigem Gebrüll. Hierbei schüttelt sich Noah Carpenter Songs aus dem Ärmel, die auf zündenden Riffs basieren und somit Massivität in Reinkultur sind. Geschickt werden eingängige Ideen mit leicht technischen Nuancen angereichert, heraus kommt ein auf ganzer Linie interessantes Album, das nicht zu verkopft ist. Und dieser Drahtseilakt ist im Death Metal nicht immer selbstverständlich – bei SKINLESS jedoch erwartet man nichts Anderes. Was ich und vielleicht noch einige andere sich zusätzlich erwartet hätten, sind die Death Metal-freien Ideen, die From Sacrifice to Survival zu etwas Besonderem werden ließen.

Bis auf im abschließenden Wicked World, das mit 80er Poser- und Stonerrock-Riffing überrascht, gibt es auf diesem Album nur Death Metal. Der ist zwar schön abwechslungsreich und groovt und blastet wie die Hölle, aber etwas mehr wäre hier durchaus drin gewesen, zum Beispiel ein paar eingestreute cleane Gesänge. Wer diese Entwicklung in Richtung der älteren SKINLESS-Sachen verkraftet hat, dem steht nichts als ungetrübter Hörspaß bevor. Songs wie An Unliteral Disgust und Execution of Reason sind derart fette Banger, dass man sich kaum auf dem Stuhl halten kann. Der neue Sänger Jason Keyser – genau, der Bruder vom Bassisten – röhrt wie ein Wahnsinniger und kreischt sich hier und da zusätzlich die Seele aus dem Leib. Der heimgekehrte Ur-Drummer Bob Beaulic spielt nicht so technisch wie John Longstreth, weiß aber wie er in die Fresse haut und ordentlich groovt.

SKINLESS haben es geschafft sich zurück zu entwickeln und klingen dennoch nicht inkonsequent, sie wissen was sie gut können und das wurde auf Trample the Weak, Hurdle the Dead komprimiert. Fans von Todesstahl New Yorker Prägung steht eine schwere Zeit der Genickschmerzen bevor, selbst wenn diese acht Songs mir als relativ wenig erscheinen. Doch obschon diese Scheibe unglaublich killt, gefällt mir sein Vorgänger besser. Um die Fresse so richtig kaputt geschlagen zu bekommen, ist dieses von Neil Kernon amtlich produzierte Werk allerdings die absolut richtige Wahl. Das hier ist brutaler Death Metal, der diese Bezeichnung auch redlich verdient.

Veröffentlichungstermin: 16. Juni 2006

Spielzeit: 36:41 Min.

Line-Up:
Jason Keyser – Vocals
Noah Carpenter – Guitar
Joe Keyser – Bass
Bob Beaulac – Drums

Produziert von Neil Kernon & SKINLESS
Label: Relapse Records

Homepage: http://www.4skinless.com

Tracklist:
1. Overlord
2. An Unliteral Disgust
3. Deviation Will Not Be Tolerated
4. Trample the Weak, Hurdle the Dead
5. Spoils of the Sycophant
6. Endvisioned
7. Execution of Reason
8. Wicked World