SKARAB: Skarab

Geheimnisvolle Musik zwischen Progressive Rock, Gothic, Doom und Stoner – ein gelungenes Debütalbum!

Es ist eine Zeremonie, die SKARAB auf ihrem Debütalbum abhalten: mythische Schwärze, uraltes Wissen, magische Rituale. SKARAB, das Baby von KLABAUTAMANN-Gitarrist Tim Steffens, ist ein Konglomerat aus dunklen Riffs, Rhythmen und Gesängen. Einerseits greifbar, andererseits vage, dann wieder zugänglich, schließlich aber abweisend. Nur nach KLABAUTAMANN klingt es einfach nicht. Tim Steffens versammelt in seiner Band neben Sänger Christian Kolf von ISLAND und VALBORG auch Bassist Gabor Schary und Schlagzeuger Richard Nagel, die allesamt starke Leistungen bringen, sich dabei trotzdem in Zurückhaltung üben und nur selten so richtig ausbrechen. Vielleicht ist das ja das Geheimnis von Tim Steffens neuer Band, vielleicht aber nur ein kleiner Hinweis auf das zu lösende Rätsel, das hiermit vorliegt.

Das Rätsel lautet: Nach was klingen SKARAB eigentlich? Die einzig wichtige Frage ist jedoch, ob dieses Rätsel überhaupt geknackt werden muss. Denn dieses eigene Universum mit seinen eigenen Gesetzen funktioniert auch so ganz prima. Wie könnte man sonst stilistisch zwischen Progressive Rock, Gothic Rock, Doom und irgendwie auch Stoner Rock vereinen. Und doch trifft das alles nur bedingt zu. SKARAB wirken sowieso entweltlicht, als wären die zehn Songs aus Meditation heraus entstanden, sind manchmal vielleicht ein wenig zu unauffällig, in letzter Konsequenz doch stets sehr packend. Heat mag noch nicht so wirklich unter die Haut gehen, aber spätestens mit dem epischen Horus funktionieren SKARAB hervorragend. Es werden dunkle, erdige Riffs und psychedelische Leadgitarren verschmolzen, darüber wird der dunkle, beschwörende Gesang von Christian Kolf gelegt, so dass SKARAB die schaurige Atmosphäre von FIELDS OF THE NEPHILIM ausstrahlen.

Island Of The Birdmen, Sunset, The Rabbi Of Weefs, Stone Torches und Unarmed Sailor sind die besten Songs des Albums, auch weil hier und da kleine Härteausbrüche passieren, bei denen Christian Kolf seine laute Stimme erheben darf. Skarab klingt wie aus einem Guss, das Album fließt dahin, strahlt eine innere Ruhe aus und versteckt seine Reize so, dass sie nur ganz langsam auftauchen. Es kommt nicht selten vor, dass statt der Gitarre der Bass melodieführend ist, es gibt hier und da rhythmische Experimente, obwohl der Song sanft weiter groovt. SKARAB haben ihr Debütalbum nicht punktgenau ausgearbeitet, es atmet und entfaltet sich, da die Musiker die Möglichkeit zum Experimentieren haben.

SKARAB passen nicht nur wegen dem Gesang von Christian Kolf perfekt zu anderen ZEITGEISTER-Bands wie ISLAND und WOBURN HOUSE, ihr Debütalbum ist eine sinnvolle Ergänzung für alle, die kompakte Songs und einen guten Gesamteindruck aber dennoch anspruchsvolle Musik fordern, die sich langsam entfaltet. Besonders schön ist das Klangbild, das völlig unbearbeitet und sehr lebendig wirkt. Das Geheimnis, was hinter Klang, Bild und Text steckt, wird nicht gelüftet. Manches soll und darf aber auch gar nicht entschlüsselt werden, damit machen wir uns nur unsere Illusionen kaputt. Lieber versinken wir noch ein paar Mal mehr in der surrealen und doch vertraut wirkenden Welt dieses beeindruckenden Albums.

Veröffentlichungstermin: Juli 2012

Spielzeit: 43:26 Min.

Line-Up:
Christian Kolf – Vocals
Tim Steffens – Guitars
Gabor Schary – Bass
Richard Nagel – Drums

Produziert von Tim Steffens
Label: Zeitgeister Music

Mehr im Netz: http://www.facebook.com/skarab.band

Tracklist:
1. Heat
2. Sculpting In Time
3. Horus
4. Island Of Birdmen
5. Sunset
6. The Body Of A Graveyard
7. The Rabbi Of Weeds
8. Stone Torches
9. I Am The Winding Star
10. Unarmed Sailor