SHAMAN’S HARVEST: Rebelator

SHAMAN´S HARVEST gibt es nun auch schon seit mehr als 25 Jahren. Mit „Rebelator“ haben sich die Jungs aus Jefferson City/Missouri wie viele andere auch Pandemie bedingt Zeit gelassen für ihr siebentes Album. Das fünfte „Smokin´ Hearts & Broken Guns“, zugleich das erste unter dem Mascot-Banner, lief oft, das letzte 2017er Album „Red Hands Black Deeds“ kenne ich nicht. Dazu gewann Sänger Nathan Hunt den Kampf gegen seine Krebserkrankung und hatte andere gesundheitliche Dramen zu überstehen. Der schwere Hurrikan 2019 und die fette Überschwemmung in Jefferson City, harte Zeiten. Und die schimmern auch in den Songs durch, die doch etwas härter drücken als noch auf „Smokin´ Hearts & Broken Guns“.

SHAMAN´S HARVEST legen nach harten Zeiten mit „Rebelator“ das passende Album vor

Die rauhe, immer etwas mürrische Stimme von Nathan Hunt erkennt man sofort wieder, der Opener „Under Your Skin“ rockt kraftvoll nach vorn. Wie gehabt scheuen die Jungs nicht, moderne Momente in ihren Mix aus Alternative Rock und Post Grunge einzubauen. Schmunzeln muss man gar beim folgenden „Toe The Line“, erinnert hier das Riff doch an unsere RAMMSTEIN. Melodisch, böse Backing Vocals, ein Groove-Part, zart-grungiger Einbruch, jetzt noch ein zündendes Solo – das kommt aber nicht. Immer wieder tauchen Anklänge auf an Stadion-Rocker wie NICKELBACK oder SHINEDOWN, bei „Flatline“ mit dezentem Southern/Country-Flow kann man auch an einen schlecht gelaunten JASON ALDEAN denken. Alles wie geschaffen für das Mainstream-Radio, aber immer etwas ausgebremst, da schimmert immer wieder der Post-Grunge durch. „Voices“ könnte auch ein schunkeliger PEARL JAM-Song sein, aufgemischt von schönen Southern-Leads.

SHAMAN´S HARVEST überzeugen mit ihrem Mix aus Alternative Rock und Post-Grunge

Ähnlich bunt geht es weiter, mal wieder etwas grungiger bei „Lilith“, wieder mit Southern-Gitarren und viel „Huhuhuuu“, bei „Mama“ gibt es schöne nachdenkliche Vocals von Gitarrist Josh Hamler. Wunderschön, da denkt man an SIMON & GARFUNKEL, an AMERICA, aber auch irgendwie an RAY WILSON. Lautstark „Hurricane“, 2019 wurden durch einen Wirbelsturm große Teile von Jefferson City zerstört. Beim ironischen „Pretty People“ greift auch Clint Lowery (SEVENDUST) mit in die Saiten. Bei „Wishing Well“ klopft man wieder bei den großen US-Stadionbands an, da ist ein Tänzchen der Massen vor der Bühne gesichert. Das knurrige „Bird Dog“ lädt zum Zuhören ein mit seinen Lyrics, eingepackt in staubigen Dessert Sound. Vielleicht angedeutet die indianische Abstammung von Nathan, wie Clint Lowery gehört er zu den Lumbee aus North Carolina.

„Rebelator“ ist ein unterhaltsames abwechslungsreiches Album geworden

Der Song beendet ein abwechslungsreiches Album. Das beim ersten Durchgang nicht so recht zünden wollte und erst nach einigen Durchgängen zeigt, was in ihm steckt. Immer gibt es Elemente, die das große Publikum ansprechen. Aber auch immer das Unbequeme, Grungige, sodass SHAMAN´S HARVEST sich nie zu sehr dem Mainstream anbiedern. Das macht „Rebelator“ sehr interessant, ein Album, das man immer wieder und immer öfter hören mag. Wer die genannten Bands mag sollte rein hören, wer SHAMAN´S HARVEST eh kennt kann direkt zugreifen und wird seinen Spaß haben.

Veröffentlicht am 11.03.2022

Spielzeit: 40:56 Min.

Lineup:
Nathan Hunt – Vocals, Acoustic Guitar, Banjo, Guitar, Piano, Percussion
Josh Hamler – Guitar, Backing Vocals, Vocals (7)
Derrick Shipp – Guitar, Acoustic Guitar, Backing Vocals
Matt Fisher – Bass, Backing Vocals
Adam Zemanek – Drums, Backing Vocals

Gäste:
Clint Lowery – Guitar (9)
Jullian Brennan – Vocals
Kile Odell – Guitar, Mandolin
Ranya Iqbol – Cello
Asako Kuboki – Violin

Label: Mascot Records

Homepage: https://www.shamansharvest.net

Mehr im Web: https://www.facebook.com/shamansharvest

Die Tracklist von “Rebelator”:

1. Under Your Skin (Lyrics-Video bei YouTube)
2. Toe The Line
3. Flatline
4. Voices (Video bei YouTube)
5. Wildfire
6. Lilith (Static-Video bei YouTube)
7. Mama
8. Hurricane
9. Pretty People (feat. Clint Lowery)
10. Wishing Well
11. Bird Dog (Lyrics-Video bei YouTube)