SAVAGE CIRCUS: Dreamland Manor

Alte BLIND GUARDIAN-Fans werden "Dreamland Manor" lieben.

Das ist er also, der vielerorts ersehnte SAVAGE CIRCUS-Erstling. Wer es noch nicht mitbekommen haben sollte, dem sei gesagt, dass diese Band nur auf dem Papier in die Kategorie Newcomer einzuordnen ist.
Zum Line-up gehören nämlich fast ausnahmslos alte wie erfahrene Hasen, die auf die Namen Thomen Stauch (Drums, Ex-BLIND GUARDIAN), Piet Sielck (Gitarre, IRON SAVIOR) hören.

Unterstützt wird dieses seit vielen befreundete Duo von zwei Leuten, auf die die Bezeichnung alter Schwede nicht ganz zutrifft, denn es handelt sich im Falle von Jens Carlsson (Gesang) und Emil Norberg (Gitarre) um zwei eher junge Schweden, die mit PERSUADER ein stark von den früheren BLIND GUARDIAN beeinflusstes Album namens Evolution Purgatory veröffentlichten.

Musikalisch können die zehn Songs des deutsch-schwedischen Quartetts auf Dreamland Manor auf ganzer Linie überzeugen und BLIND GUARDIAN-Fans müssen sich dieses Album ohne großartige zeitliche Verzögerung zulegen, denn Parallelen zu den Krefeldern sind nicht nur ansatzweise zu ziehen.
Das liegt zum Großteil am Gesang von Jens Carlsson, der dem von Hansi Kürsch absolut und überhaupt nicht unähnlich ist, was aber schon zu PERSUADER-Zeiten der Fall war und sicherlich auch ein Grund für seine Verpflichtung als Sänger gewesen sein dürfte.

Allerdings agiert man musikalisch und soundtechnisch weniger bombastischer und verspielt bzw. klingt bei weitem nicht so überproduziert wie BLIND GUARDIAN auf dem völlig überladenen A Nigth At The Opera.

Ich würde Dreamland Manor am ehesten mit Alben wie Somewhere Far Beyond oder Tales From The Twilight World vergleichen, das heißt, es gibt fette Chöre, knackige Doublebass-Attacken, ein paar bombastisch-monumentale Augenblicke, eine erstklassige Gitarrenarbeit in akustischer wie elektrischer Form, vereinzelte Pianoklänge, orchestrale Sounds, einige ruhig-verhaltene Momente und viele flott-flinke Songs.
Diese erinnern nicht nur an die alten Blind Guardian -Scheiben, sondern auch an die Werke IRON SAVIORs und wurden, trotz der Reduzierung auf das Notwendigste, von Piet Sielck himself mit einem fetten wie amtlichen Sound versehen.

Ein wirklich starkes Album. Ich schenke mir an dieser Stelle allerdings irgendwelche BLIND GUARDIAN müssen sich warm anziehen-Sprüche, da solche einfach nicht angebracht sind.

Ist doch eine schöne Sache: Die alten BLIND GUARDIAN-Fans werden Dreamland Manor lieben und die Anhänger der beiden letzten Scheiben der Krefelder können sich demnächst auf ein neues Album ihrer mit einem neuen Schlagzeuger namens Frederik Ehmke verstärkten Lieblinge freuen.

Veröffentlichungstermin: 29.08.2005

Spielzeit: 54:43 Min.

Line-Up:
Jens Carlsson – Vocals

Emil Norberg – Gitarre

Piet Sielck – Bass, Gitarre

Thomen Stauch – Schlagzeug

Produziert von Piet Sielck
Label: Dockyard 1 / Soulfood

Homepage: http://www.savage-circus.com

Tracklist:
1. Evil Eyes

2. Between The Devil And The Seas

3. Waltz of The Demon

4. Tomorrowland

5. It – The Gathering

6. Beyond Reality

7. When Hell Awakes

8. Ghost Story

9. Born Again By The Night