S.C.A.L.P.: Tears And Blood

S.C.A.L.P.: Tears And Blood

Quasi als Hommage an den noch vor Release verstorbenen Sänger und Bassisten Evgeny Rizhenok brachte die russische Doom-Formation S.C.A.L.P. Ende 2004 – nach einer Reihe von Demos – das Album Tears And Blood heraus. Mit der Vertriebs-Orientierung gegen Westen ihres Labels Metalism Records wird nun auch den Mitteleuropäern der Zugang zu dieser Doom-Band mit leichten Death-Einflüssen erleichtert.

Die seit rund 15 Jahren bestehende Band gibt sich in ihrer atmosphärischen Grundausrichtung nachdenklich und traurig. Diese Wirkung wird nicht nur in den ruhigeren, akustischen Passagen erzielt, in denen mit cleanen und warmen Vocals operiert wird, sondern auch die härteren Passagen lassen es an bitterer Stimmung nicht missen, was am schleppenden und akzentuierten Tempo sowie dem angerauten Gesang liegt, dem es in dieser Ausdrucksweise aber an Melodiösität fehlt. Letztere wird aber durch das variable Spiel der Lead Gitarre wettgemacht, die sich ähnlich wie bei PARADISE LOST immer wieder einmal zu Wort meldet. Einen sehr starken und robusten Eindruck hinterlässt zudem der Sound, der die Höhenlagen in Richtung eines Doom/Death Metal-Klangspektrums drosselt. Somit gewinnt das Album an Härte und Atmosphäre und die diversen Soli und (cleanen) Gesangspassagen kommen noch besser zur Geltung. Neben der erwähnten Doom- und deathigen Ausrichtung mischen sich hin und wieder auch progressivere Elemente ins Songwriting-Konzept ein, wenn etwa gegen Ende des Songs Tears And Blood oder im elfminütigen Removal das Tempo angezogen wird und die allgemeine Rhythmik an Dynamik gewinnt.

S.C.A.L.P. sind somit ein weiteres Beispiel von vielen, dass es in den Weiten Osteuropas eine Menge an konkurrenzfähiger Bands gäbe, die mit potenteren Labels und somit besserer Öffentlichkeitsarbeit sowie abdeckendem Vertrieb auch hierzulande ihren Weg machen würden, selbst wenn es Tears And Blood an einem richtig packenden Hit fehlt. Nur schade, dass S.C.A.L.P.s Evgeny Rizhenok das nicht mehr miterleben kann.

Veröffentlichungstermin: 18.12.2004

Spielzeit: 48:06 Min.

Line-Up:
Evgeny Rizhenok – Bass & Vocals
Pavel Peristiy – Guitars & Keyboards
Alexey Kuznetsov – Drums
Alexey Orekhov – Keyboards

Produziert von S.C.A.L.P.
Label: Metalism Records

Homepage: http://www.scalp.nm.ru

Email-Adresse der Band: scalp@bk.ru

Tracklist:
1. Out Of Madness
2. A Heart Was Beating
3. A Heart… /continue/
4. Broken Pines
5. Tears And Blood
6. Tears… /continue/
7. Removal
8. Who Dared To Say

Video-Track:
1. A Heart Was Beating

Christian Wögerbauer
Christian ist seit 2005 unser Vertreter der Österreicher Metalszene, rezensiert gern im Bereich Doom / Death / Black / Thrash und auffallend gern Bands mit Sängerin. Genres: Death Metal, Doom-Death Metal, Doom Metal, Symphonic Metal, Gothic Metal, Sludge.